Goldstrand

Roman | Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2026 (Belletristik)
160 Seiten, Hardcover
€ 22,70
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ISBN 9783103971767
Erscheinungsdatum 27.08.2025
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Verlag S. FISCHER
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HerstellerangabenAnzeigen
S. Fischer Verlag GmbH
Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main
produktsicherheit@fischerverlage.de
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Kurzbeschreibung des Verlags


An der bulgarischen Schwarzmeerküste entsteht in den 1950er Jahren ein Ferienort: Goldstrand, geplant als leuchtende Vision, als Platz an der Sonne für alle. Auf der Baustelle wird Eli gezeugt. Sechzig Jahre später hat er seine größten Erfolge als Filmregisseur längst gefeiert und liegt auf der Couch seiner Analytikerin in Rom. Er mutmaßt und fabuliert seine Familiengeschichte, die durch ein ganzes Jahrhundert und quer über den europäischen Kontinent führt. Was tun mit den uneingelösten Versprechen der Vergangenheit? 





»Wie erzählen wir unser Leben, wenn wir es selbst kaum fassen können? Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biographie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz.«



Aus der Begründung der Jury


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ISBN 9783103971767
Erscheinungsdatum 27.08.2025
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
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FALTER-Rezension

Leipziger Buchpreis: Ein Goldstrand mit Trauerrand

Klaus Nüchtern in FALTER 13/2026 vom 25.03.2026 (S. 29)

Bereits im August 2025 erschienen, wurde Katerina Poladjans Roman "Goldstrand" beim Deutschen Buchpreis ignoriert, dafür vergangene Woche mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik bedacht. Wie bereits im Vorjahr hat die Jury wieder den mit Abstand kürzesten Roman prämiert. Auf 160 Seiten bettet die aus Moskau gebürtige Autorin, Jahrgang 1971, die Biografie ihres Protagonisten Eli in rund 100 Jahre Welt-und Familiengeschichte ein.
Die beginnt 1922, als Elis Opa Lew per Schiff aus Odessa Richtung Konstantinopel flieht, wobei seine Tochter Vera spurlos von Bord verschwindet. Knapp vier Jahrzehnte später wird Veras jüngerer Bruder Felix am Sandstrand der bulgarischen Schwarzmeerküste mit einer jungen Italienerin deren Sohn Eli zeugen; der nun wiederum als 60-Jähriger in Rom zweimal die Woche auf der Couch einer "Dottoressa" liegt und Auskunft gibt über seine einst recht erfolgreiche Karriere als Filmregisseur und sein trauriges Scheitern als Ehemann und Vater einer Tochter.

Das deutsche Feuilleton hat "Goldstrand" einigermaßen einhellig abgefeiert -für das Raffinement der Konstruktion, die bildstarke, magische Sprache, die heitere Leichtigkeit der Umsetzung eines gewichtigen Themas. Wahr ist vielmehr, dass der Roman alles unternimmt, um seine mäßig originellen Thesen über die Fragwürdigkeit biografischer Selbstentwürfe auf möglichst umständliche und manierierte Weise an die Leserschaft zu bringen.

In dem wohl witzig gemeinten Setting von analytischen Sitzungen, während deren geraucht, gegessen und reichlich kariert dahergeredet wird (und irgendwann einfach ein Fremder auf der Couch sitzt), zieht die Autorin alle Register, die man bedient, wenn man die Kritik beeindrucken möchte. Filmszenen, Mythen, historische Realien, Zitate bedeutender Dichter und Denker werden virtuos, aber auch recht selbstgefällig durcheinandergewirbelt. Die kaleidoskopische Verve mag beeindrucken - oder aber auch den Satz nahelegen, mit dem Vera reagiert, nachdem sie einen Film ihres Vaters gesehen hat: "Ich weiß nicht, was das soll."

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