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| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783103976687 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.04.2026 |
| Größe | 21 x 13.4 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | André Hansen |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main produktsicherheit@fischerverlage.de |
Nathan war keine zehn Jahre alt, als er sich für das orthodoxe Judentum entschied. Aufgewachsen in einem liberalen Elternhaus in Paris, entdeckte er das Leben in der Synagoge und die Radikalität jüdischen Denkens. Fortan trug er die Kippa, reiste nach Jerusalem und wollte Rabbiner werden. Doch dann kam ihm der Glaube abhanden.
In einer tiefen Krise musste Nathan Devers sich neu erfinden. Er fand den Weg zur Philosophie, eine Entwicklung, die der 25-Jährige mit Unerbittlichkeit, Humor und Poesie beschreibt.
| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783103976687 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.04.2026 |
| Größe | 21 x 13.4 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | André Hansen |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main produktsicherheit@fischerverlage.de |
Margaretha Kopeinig in FALTER 33/2026 vom 12.08.2026 (S. 16)
Am Abend des höchsten jüdischen Feiertags, Jom Kippur, stellt Nathan Devers fest: "Ich hatte den ganzen Tag nicht ein einziges Mal daran gedacht. Das Datum bedeutete in meinem Leben nichts mehr." Der junge Mann, der als Jugendlicher Rabbiner werden wollte, ist vom Glauben abgefallen.
Allein der Titel "Gegen sich selbst denken" deutet auf einen inneren Kampf hin, auf ein unglaubliches und intimes Abenteuer des Geistes. Was passiert, wenn ein Mensch vom Glauben abfällt? Was kommt danach?
Schritt für Schritt erzählt Devers in diesem autobiografischen Essay über seine Jugend im Kreis einer jüdischen Familie, die aus Algerien nach Frankreich eingewandert ist. Das Judentum spielt eine große Rolle. Aufgewühlt schildert er Gespräche mit angesehenen Gelehrten, man sieht einen widerspenstigen Burschen, den der Autor mit selbstironischem Humor beschreibt. Auf eigenen Wunsch wechselt er vom staatlichen Gymnasium auf eine strenge jüdische Schule. Er hofft, dass dort die Suche nach Wahrheit im Zentrum des Studiums steht. Er wird enttäuscht.
Hingegen offenbart ihm seine unerwartete Begegnung mit der Philosophie und der Literatur eine andere Welt, er spürt unorthodoxe Zugänge zu existenziellen Fragen und neue Freiheiten. Er entdeckt die alten Griechen, Charles Baudelaire, Antoine de Saint-Exupéry, Roland Barthes, Oscar Wilde und Simone de Beauvoir. Unter den Philosophen fasziniert in Martin Heidegger, der ihn mit seinem Essay "Was heißt Denken?" nicht mehr loslässt. Sein Mentor ist Bernard-Henri Lévy, in dessen Zeitschrift La Régle du Jeu Devers heute als Verleger tätig ist.
Devers studierte an der École Normale Supérieure und lehrt heute Philosophie an der Universität von Bordeaux. Er ist beliebter Gast in Radio-und Fernsehdiskussionen sowie scharfzüngiger Kommentator in Printmedien.
Die Literatur verschafft ihm einen stabilen Ausgangspunkt, von dem aus er schmieden kann, was er unter Philosophie als "zweiter Offenbarung" nach der Religion versteht: "Das Gefühl meiner Geburt", "die Suche nach einem offenen Weg","Unverschämtheit im Handeln und Denken".
Am Ende des Buches schlägt Nathan Devers versöhnliche Töne gegenüber der Religion an. Das Judentum ist der Philosophie nicht völlig verschlossen, auch nicht in der Begründung von Texten, schreibt er. Explizit mit Israel beschäftigt er sich in seinem 2026 herausgegebenen Essay "Aimer Jérusalem". Darin betont er, dass "Israel zu lieben" auch "Kritik an Israel" bedeute, er kritisiert fundamentalistische Strömungen, wie sie von Teilen der Rechten in Israel vertreten werden. Die politischen Entwicklungen Israels haben mit seiner Abkehr von der Religion aber nichts zu tun und spielen in diesem Buch auch keine Rolle.
Mit Devers' neuer Identität geht auch eine Namensänderung einher: "Nathan Devers" ist das Pseudonym von "Nathan Naccache". Mit diesem Namen wurde er als Sohn des Neurologen Lionel Naccache 1997 in Paris geboren, wuchs in Auteuil im 16. Arrondissement auf, wo auch Marcel Proust lebte und sein Werk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" verfasste. Es ist der Bezirk der französischen Metropole, in dem viele Jüdinnen und Juden leben. "Devers" erinnert an den Sprung über sich selbst hinaus. Das "de""vers", das "von", einem Ursprung "zu" woanders hin. Eine Metapher für Transformation und Fluidität. Devers zu lesen ist ein Abenteuer. Und auch ein Plädoyer für Freiheit.
Die Rezensentin ist Autorin und Journalistin und hat viele Jahre für verschiedene österreichische Medien über EU-Politik aus Brüssel berichtet
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