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| Themen | Wirtschaftswissenschaft, Finanzen, Betriebswirtschaft und Management Wirtschaftswissenschaft Sachbuch |
|---|---|
| ISBN | 9783103977653 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 28.10.2026 |
| Größe | 22.2 x 14.9 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | Henning Dedekind, Helmut Dierlamm, Heike Maillard, Thomas Stauder |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main produktsicherheit@fischerverlage.de |
Die westlichen Demokratien stecken in der Krise, denn die Versprechen des Liberalismus – Freiheit, Chancengleichheit und Wohlstand für alle – wurden nicht eingelöst. Stattdessen vergrößert heute eine liberale Elite, die ihre eigenen Werte verraten hat, die soziale Ungleichheit und fördert so politischen Frust. Acemoglu analysiert die Hintergründe und schlägt einen Ausweg vor: einen neuen Liberalismus, der auf Freiheit, Wirtschaftswachstum und Gemeinschaft setzt.
| Themen | Wirtschaftswissenschaft, Finanzen, Betriebswirtschaft und Management Wirtschaftswissenschaft Sachbuch |
|---|---|
| ISBN | 9783103977653 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 28.10.2026 |
| Größe | 22.2 x 14.9 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | Henning Dedekind, Helmut Dierlamm, Heike Maillard, Thomas Stauder |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main produktsicherheit@fischerverlage.de |
Andreas Sator in FALTER 45/2026 vom 04.11.2026 (S. 18)
In der Fabrik verdiente man sein Geld, in der Gewerkschaft lernte man, für die eigenen Interessen einzutreten. Auch ohne Studium war man jemand und konnte darauf hoffen, dass es den Kindern einmal besser geht. Dass dieses Versprechen gebrochen wurde, ist für den türkisch-amerikanischen Ökonomen Daron Acemoğlu eine zentrale Ursache der heutigen Krise der Demokratie.
In "Das liberale Versprechen" verteidigt der Wirtschaftsnobelpreisträger (2024), der am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA lehrt, philosophisch fundiert zwei heute umkämpfte hohe Güter: den Liberalismus und die Demokratie. Damit liefert der Sozialwissenschaftler allen Befürwortern intellektuelles Futter.
Zugleich rechnet er mit ihnen ab. Etwas überspitzt: Das Computerzeitalter hat die Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Unternehmen brauchten besser gebildete Mitarbeiter, einfachere Jobs wurden wegautomatisiert. Selbstkritisch geht er mit der akademisch geprägten linksliberalen Mitte der westlichen Demokratien um. Sie gewann an Einkommen, Einfluss und Status und verriet die Grundlagen der liberalen Demokratie teils selbst. Statt sich Mehrheiten für ihre politischen Projekte zu suchen, setzten sie - etwa bei der Identitätspolitik - auf Bürokratie, Gerichte und mit einer Art "Gedankenpolizei" auf soziale Ächtung.
Daron Acemoğlu will die liberale Demokratie retten. Die Demokratie muss wieder für die breite Masse liefern, so sein Argument. Dann haben es auch jene schwerer, die sie untergraben wollen. Es brauche einen Liberalismus für die Arbeiterklasse. Dazu zählt er alle, die von ihrer Arbeit leben müssen und nicht von einem Erbe oder Kapitalerträgen. Oft gilt ihm Deutschland als positives Beispiel, wo, wie in Österreich, Lehrberufe geschätzt und gefördert werden. Aber auch in diesen beiden Ländern sind Rechtspopulisten in Umfragen vorn, was sein Argument schwächt.
Was tun? Parteien brauchen mehr Menschen ohne Studium in ihren Führungsebenen, fordert Acemoğlu. Der Staat muss öffentliche Leistungen verbessern und Technik so fördern, dass Beschäftigte etwas davon haben. Bei künstlicher Intelligenz bedeutet das: Werkzeuge entwickeln, mit denen Lehrerinnen besser unterrichten oder Elektriker Probleme leichter lösen können. Entwicklung und Einsatz von KI müssten politisch gesteuert werden. Wer nur darauf wartet, was die Tech-Konzerne als Nächstes liefern, schafft sich selbst ab.
Wie unbequem Liberalismus sein kann, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 1977. Damals verteidigte die Bürgerrechtsorganisation ACLU das Recht von Neonazis, in einem Vorort von Chicago zu demonstrieren, in dem viele Holocaust-Überlebende wohnten. In einer liberalen Demokratie müsse man eben auch für die Meinungsfreiheit von Menschen kämpfen, deren Ansichten man verabscheut. Im Liberalismus hat man das Recht, die Gefühle anderer zu verletzen. Die Demokratie wehrt sich mit Argumenten, nicht mit Maulkörben.
Das Buch ist eine wohltuende Antithese zur allgemeinen Aufregung. Naive Marktliberale, woke Linke und die Tech-Bros im Silicon Valley bekommen alle ihr Fett ab. Dem Buch hätte es gutgetan, wenn es auch auf den Kulturkampf und die Untergrabung der Demokratie von rechts eingegangen wäre. Wer für Freiheit, Menschenrechte und Sozialstaat kämpft, bekommt mit dem Buch jede Menge guter Argumente, was zu tun ist. Und reichlich Stoff zur Selbstreflexion.
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