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| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Politik und Staat Politischer Aktivismus / Politisches Engagement |
|---|---|
| ISBN | 9783103978216 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 07.10.2026 |
| Größe | 21.5 x 14 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | Ulrike Becker, Gabriele Gockel, Heide Horn, Andrea Kunstmann, Peter Robert |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 | DE-60596 Frankfurt am Main produktsicherheit@fischerverlage.de |
Tech-Oligarchen, weiße Nationalisten, religiöse Fundamentalisten – die gegenwärtigen rechten Bewegungen eint ihr unbedingter Glaube an die bevorstehende Apokalypse. Den Zusammenbruch der bestehenden Weltordnung treiben die Endzeitfaschisten aktiv voran, sicher, dass die Marskolonisierung oder ein hermetisch abgeriegelter Staat sie erretten wird. In einer messerscharfen Analyse rufen Naomi Klein und Astra Taylor zum Widerstand auf: für eine gemeinsame Zukunft auf unserem Planeten.
| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Politik und Staat Politischer Aktivismus / Politisches Engagement |
|---|---|
| ISBN | 9783103978216 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 07.10.2026 |
| Größe | 21.5 x 14 cm |
| Verlag | S. FISCHER |
| Übersetzung | Ulrike Becker, Gabriele Gockel, Heide Horn, Andrea Kunstmann, Peter Robert |
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Robert Misik in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 31)
Es ist zum allgemeinen Empfinden geworden, dass die Welt in Instabilität abgleitet, Demokratien in Hader untergehen, eine chaotische Weltordnung immer mehr Gewalt und Tod hervorbringt. Dass immer tödlichere Technologien entwickelt werden und die Klimakatastrophe den Planeten in eine unbewohnbare Wüstenei verwandelt. Jeder und jede, so die Wahrnehmung, muss letztlich auf sich allein gestellt das Überleben sichern. „Erschieße Deinen Nächsten“, sich selber retten, egal, was andere ertragen müssen, „das ist der Wesenskern des Endzeitfaschismus“, schreiben Naomi Klein und Astra Taylor. Unter all den düsteren Zeitdiagnosen ist diese vielleicht die düsterste. Dennoch ist sie keineswegs bloße Lust an möglichst krasser Schwarzmalerei.
Die Bestsellerautorin Naomi Klein („No Logo!“, „Doppelgänger“) und die Journalistin Astra Taylor benennen die drei treibenden Kräfte des „Endzeitfaschismus“: die gewissenlose radikale Rechte, die apokalyptische religiöse Rechte und die Bosse der Tech-Industrie. Die aufrüttelnde Diagnose: Wir sind in der Ära eines neuen Faschismus. Und der ist signifikant anders als bisherige Faschismen. „Wir sollten unseren Augen trauen“, so die Autorinnen: „Die Mächtigsten dieser Erde bereiten sich auf das Ende der Welt vor, ein Ende, dessen Eintreten sie selbst fieberhaft beschleunigen.“
Faschismus ist laut dem Historiker Robert O. Paxton stets eine „obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft“. Er ist geprägt „durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit“ sowie durch Fantasien einer inneren Säuberung. Der alte Faschismus, so Klein und Taylor, wolle die eine Nation (oder Gemeinschaft) stark machen auf Kosten der anderen.
Der heutige Endzeitfaschismus sei aber viel stärker durch Pessimismus und Untergangsgewissheit geprägt. Er habe daher nicht einmal seinen Anhängern etwas zu versprechen, außer die vage Aussicht, den eigenen Abstieg verlangsamen zu können. Oder zum kleinen Kreis jener zu gehören, die irgendwie doch gerettet werden. Damit einher gehe die Mentalität, dass letztlich alle Grausamkeiten erlaubt sind, wenn die Welt ein Überlebenskampf aller gegen alle geworden ist. Bei alledem sehe er auch anders aus als früher, eben „wie die Gegenwart: hektisch, stets online, ständig nach Monetarisierungsmöglichkeiten suchend, mit Bots verseucht …“
Trump, MAGA, die AfD, der Irrwitz der FPÖ – all das finden wir in diesen Charakterisierungen wieder. Es ist kein Zufall, dass der neue Faschismus oft mit einem apokalyptischen Messianismus eine Allianz schließt. Das Chaos soll gar nicht mehr geordnet werden. Wir sollten nicht Feuerwehrmänner, sondern „Brandstifter sein“, wie Doug Wilson sagte, das geistliche Vorbild von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Die Tech-Bosse wiederum kultivieren ein Menschenbild der Härte und Übermenschen-Fantasien. Sie brauchen einen herz- und skrupellosen Führer, um ihre Macht zu sichern, und das „stromfressende Monster“ KI: Nur so sei eine Ordnung durchsetzbar, die die Lebenswelten der normalen Menschen in Wüstenzonen und rauchende Ruinen verwandelt, während die Profite ganz woanders gemacht werden. Und schließlich gebiert der Endzeitfaschismus die (Alb-)Träumerei, dass sich die Milliardäre am Ende in Bunker in der Südsee in Sicherheit bringen, oder gar auf dem Mars.
Das Erschreckende an dem Buch: Es liest sich wie ein dystopischer Fiebertraum. Das Gute: Klein und Taylor schildern nicht nur, wie der Widerstand wächst, sondern auch, wie er die neuen Faschisten sogar in die Defensive bringt. Beispiele: das Aufbäumen der US-Zivilgesellschaft gegen die Einwanderungsbehörde ICE. Die lokalen Widerstände gegen Rechenzentren der Tech-Barone. Und die Wahlerfolge von Politikern wie dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, die getragen sind von neuen solidarischen Gemeinschaftsbewegungen.
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