Ameisenmonarchie

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Kurzbeschreibung des Verlags:

In einem Wohnhaus verstricken sich die Beziehungen zwischen den BewohnerInnen: Der Gynäkologe Herb Senior steht kurz vor dem Ruhestand und ist müde geworden. Sein Sohn Herb Junior soll die Praxis übernehmen, obwohl er das weibliche Geschlecht grundsätzlich abstoßend findet, und seine Frau Magdalena wird von Tag zu Tag wortkarger, nachdem sie eine regelrechte Sucht nach Salami entwickelt hat. Am Gang, im Lift oder auch hinter verschlossenen Türen finden Begegnungen mit einem schlecht gelaunten Nationalratsabgeordneten, einer alternden Kosmetikverkäuferin und dem Mann namens Klaus statt, die eine hochexplosive Mischung aus skurrilen Ereignissen erzeugen.Scharfzüngig rechnet Romina Pleschko mit jeder ihrer Figuren ab, führt uns hinter die Fassaden der Großstadt und entwirft eine Szenerie, die zu einem Wechselspiel aus lustvollem Lachen und subtilem Schaudern einlädt."Herb Senior verabreichte ihr also Beruhigungsmittel, untergemischt in die Fettaugen der Salami, wie einer renitenten Hauskatze. Magdalena kratzte die Fleischfaser von der Tablettenschachtel, steckte sie wieder in den Mund und schluckte."

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FALTER-Rezension

Die österreichische Autorin Romina Pleschko blickt in ihrem Romandebüt hinter die Fassade eines Wohnhauses und meint vor allem die Fassaden, die die Menschen darin vor sich hertragen. Da ist der Nationalratsabgeordnete der unwählbaren Partei, der plötzlich nicht mehr homosexuell ist, als ein Minis­teramt winkt; die Kosmetikexpertin und Alleinerzieherin, die im Internet nach Selbstbestätigung sucht; oder die Frau des Gynäkologen, die dessen baldige Pensionierung mit Schrecken erwartet, wird er dann doch viel zu oft zuhause sein. Kann sie ihn nicht irgendwie loswerden?

Das einzige echte Manko von „Ameisenmonarchie“ ist, wie holzschnittartig die Figuren geraten sind. Sieht man darüber hinweg, bereitet dieser Ensembleroman ein schwarzhumoriges Vergnügen zwischen Ironie und Zynismus. Die Formulierungsgabe der Autorin ist bemerkenswert, das Tempo beträchtlich. Fast wie auf Netflix.

Sebastian Fasthuber in Falter 7/2021 vom 19.02.2021 (S. 34)

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Produktdetails
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ISBN 9783218012706
Erscheinungsdatum 08.02.2021
Umfang 208 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Kremayr & Scheriau