Margarete Schütte-Lihotzky

Architektin – Widerstandskämpferin – Aktivistin
304 Seiten, Hardcover
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Reihe Reihenweise kluge Frauen
Themen Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Biografien und Sachliteratur Allgemein Kunst und Unterhaltung
ISBN 9783222150364
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 19.11.2019
Größe 22.5 x 15.5 cm
Verlag Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
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Kurzbeschreibung des Verlags

Margarete Schütte-Lihotzky – erste Architekturstudentin Österreichs, Erfinderin der Frankfurter Küche und mutige Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Diese historische Biografie erzählt das außergewöhnliche Leben einer Frau, die Architektur als Dienst am Menschen verstand und dafür alles riskierte.

Vom Roten Wien über den sozialen Wohnungsbau im Neuen Frankfurt bis in die Sowjetunion – Schütte-Lihotzky entwarf Räume, die das Leben der Arbeiterschaft und berufstätiger Frauen grundlegend verändern sollten. Doch ihr Weg führte sie auch in den kommunistischen Widerstand, in die Fänge der Gestapo und ins Zuchthaus. Mona Horncastle verwebt Originalbriefe, Skizzen und Dokumente zu einer packenden dokumentarischen Lektüre, die weit über das Klischee der Küchenerfinderin hinausgeht.

Eine inspirierende Frauenbiografie über Frauenemanzipation, Haltung und Konsequenz – für alle, die sich für starke Frauenpersönlichkeiten, Architekturgeschichte und den antifaschistischen Widerstand begeistern.

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Reihe Reihenweise kluge Frauen
Themen Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Biografien und Sachliteratur Allgemein Kunst und Unterhaltung
ISBN 9783222150364
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FALTER-Rezension

Schrebergärten für den Neuen Menschen

Matthias Dusini in FALTER 6/2020 vom 05.02.2020 (S. 32)

Die Frankfurter Küche wurde sie ein Leben lang nicht los. Dem Publikum war die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) als Gestalterin einer Küche bekannt, die die Arbeit am Herd möglichst einfach machen sollte und die Hausfrau dennoch nicht vom Leben der Familie abtrennte. Der Entwurf entstand 1926, als Schütte-Lihotzky für das Frankfurter Hochbauamt tätig war. Allein in der Main-Metropole wurde sie 10.000 Mal gebaut. Die Autorin Mona Horncastle revidiert in einem gut recherchierten biografischen Abriss das Bild vom one-trick pony. Nach dem Studium arbeitete Schütte-Lihotzky für das Siedlungsamt der Stadt Wien, das nach dem Ersten Weltkrieg die Wohnungsnot mit Schrebergärten bekämpfte. Hier entwickelte Schütte-Lihotzky ein Verständnis für standardisierte Haustypen, die dem rationalistischen Zeitgeist entsprachen.

Als das sozialdemokratisch regierte Frankfurt am Main ein groß angelegtes Wohnbauprogramm startete, machte es mit Ernst May einen Protagonisten des Neuen Bauens zum Stadtrat für Bauwesen. Zu Mays Team gehörte auch Schütte-Lihotzky, deren politische Einstellung sich in Frankfurt radikalisierte. Sie nahm Architektur in erster Linie nicht mehr als ästhetische, sondern als soziale Aufgabe wahr. Als Ernst May 1930 eine Einladung in die Sowjetunion erhielt, um Städte zu bauen, kam sie mit.

Ausführlich geht das Buch auf die Zeit im Widerstand ein, die begann, als Schütte-Lihotzky 1940 nach Wien zurückkehrte und sich den Kommunisten anschloss. Nach ihrer Enttarnung verbrachte sie vier Jahre in Gefängnissen, die sie später in dem Buch „Erinnerungen aus dem Widerstand“ schildern wird. Mit ihrer Befreiung 1945 begann das lange letzte Kapitel im Leben der Architektin, das dem Nachkriegsösterreich kein gutes Zeugnis ausstellt. Als KPÖ-Mitglied blieb sie von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen. Auch hier bemüht sich die Biografin Horncastle um Sachlichkeit und notiert den problematischen Dogmatismus. Bis zuletzt blieb Schütte-Lihotzky eine gläubige Kommunistin.

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