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| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Krieg und Verteidigung |
|---|---|
| ISBN | 9783222151712 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 01.06.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG |
| Sammlung | Sommerliche Sachbücher |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
Krieg in Österreich - nicht bloß ein Szenario, sondern eine Frage der Zeit?
Franz-Stefan Gady, einer der führenden Militäranalysten Europas, denkt das Undenkbare: Ein NATO-Russland-Konflikt eskaliert - und Österreich wird zum Kampfplatz. Nicht trotz, sondern wegen seiner Neutralität.
In einem beklemmend realistischen Kriegsszenario zeigt Gady, wie Cyberangriffe, Sabotage und Raketenangriffe das Land treffen. Wie das Bundesheer mit zu wenig Personal, fehlender Ausrüstung und mangelnder Ausbildung kämpft. Wie die Neutralität vom Schutzschild zur Schwachstelle wird. Und wie eine Gesellschaft unter dem Druck von Desinformation und Angst zerbricht.
"Überfall" verbindet fesselnde Zukunftserzählung mit fundierter militärischer Analyse. Es ist kein Buch, das Panik schüren will - sondern eines, das nüchtern aufzeigt, was auf dem Spiel steht, wenn rechtzeitige Vorbereitung auf den Ernstfall ausbleibt.
Ein Weckruf für alle, die Sicherheit nicht länger als Selbstverständlichkeit betrachten wollen.
| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Krieg und Verteidigung |
|---|---|
| ISBN | 9783222151712 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 01.06.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG |
| Sammlung | Sommerliche Sachbücher |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |

Barbara Tóth in FALTER 25/2026 vom 17.06.2026 (S. 16)
Zukunftskriegserzählungen sind ein so erfolgreiches wie umstrittenes Genre. Der Militäranalyst, Berater und Autor Franz-Stefan Gady ist sich dessen bewusst, auch wenn er erst in den Schlussfolgerungen seines neuen, schmalen Bandes "Überfall" darauf eingeht.
Zum einen müssen sich Autoren, die einen fiktiven Krieg als Sachbuch dramatisieren, den Vorwurf der pazifistischen Bewegung gefallen lassen, sie reihen sich in die Reihe der "Kriegstreiber" ein. Zum anderen zeigen historische Beispiele, dass so ähnlich gestrickte Bücher oft einflussreicher auf das nationale Selbstverständnis eines Landes wirkten als die zahlreichen Fachpublikationen und Lageanalysen, die von Verteidigungsministerien und Strategie-Thinktanks produziert werden. Tom Clancys "Red Storm Rising" aus den 1980er-Jahren prägte den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan stark im Hinblick auf seine Sicht Russlands.
Auch Gady würde wohl gerne so wirkungsmächtig sein. Sein Buch schließt jedenfalls eine Lücke. Es gab nämlich bis dato noch keine "Zukunftskriegserzählungen", die auf österreichischem Boden spielen. Das macht sein Buch besonders. Es gibt zwar viele Menschen, die nicht in Österreich geboren wurden und Krieg in ihren alten Heimaten erlebt haben, aber im autochthonen historischen Gedächtnis spielt Krieg keine Rolle. Im Gegenteil. Österreich lebt seit 1955 im bequemen Selbstverständnis, dass die Neutralität uns vor kriegerischen Auseinandersetzungen schützen könnte.
Mit diesem Mythos räumt Gady gründlich und mit viel schreiberischer Wucht auf. Sein Szenario ist naheliegend. Wir schreiben 2029. Es kommt zu einem russischen Angriff im Baltikum. Moskau bringt die Suwałki-Lücke in Litauen unter seine Kontrolle, einen 65 Kilometer breiten Landstreifen. Parallel beginnt Moskau in der Tiefe, wie Militärstrategen sagen, also in den einzelnen europäischen Nato-Mitgliedsländern damit, strategisch wichtige Infrastrukturen anzugreifen oder auszuschalten.
Sehr bald ist klar: Österreich, geopolitisch in der Mitte Europas gelegen, ist Teil des neuen Krieges. Durch das Land führen drei der vier Süd-Nord-und eine West-Ost-Nachschubroute für die Nato. Der Brenner, der Tauerntunnel, die Mur-Mürz-Furche und der Semmering sowie die Donau-Transversale von Passau über Linz nach Wien.
Militärisches Gerät durchzulassen, damit hat die Wiener Regierung -es regiert übrigens eine Bundeskanzlerin - noch kein Problem. Schließlich passiert das schon jetzt laufend.
Aber dann kommt es zur entscheidenden Eskalation. Moskau schaltet mithilfe 350 russischer Schläfer, die seit Jahren im Land sind, die zentralen Bahnhöfe, Umspannwerke beziehungsweise Tunnel durch die Alpenkette aus. Serbischstämmige Österreicher spielen dabei eine besondere Rolle, sie wurden von Russlands Geheimdiensten gezielt angeworben. Das österreichische Militär schafft es nur teilweise, die transeuropäischen Routen wieder freizukriegen. Es kommt zu Kampfhandlungen beim Linzer Bahnhof und beim Tauerntunnel.
Fazit: Ohne intensive Kooperation mit den Nato-Verbündeten ist unsere Luftabwehr und die Drohnenbekämpfung eine Katastrophe. Österreichs Miliz ist lächerlich schwach. Dem Heer fehlt es an allem, an Soldaten und Munition. Nach der Lektüre verfolgt man die gerade laufende Wehrpflichtreform-Debatte noch etwas fassungsloser.
So gesehen ist Gadys Weckruf gelungen, auch wenn ihn viele, ganz besonders in der SPÖ und FPÖ, nicht hören wollen.

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