Brüder Grimm

Die schönsten Märchen
256 Seiten, Hardcover, ab 4 Jahre
€ 28,80
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Mehr Informationen
Themen Kinder, Jugendliche und Bildung Lyrik, Anthologien, Jahrbücher Anthologien
ISBN 9783314107795
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 09.09.2026
Größe 27 x 22 cm
Verlag NordSüd Verlag
Empf. Lesealter ab 4 Jahre
Illustrationen Golden Cosmos, Bernadette, Maja Dusíková, Hans Fischer, Felix Hoffmann, Herbert Leupin, Binette Schroeder, Eve Tharlet, Lisbeth Zwerger
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HerstellerangabenAnzeigen
truepages UG (haftungsbeschränkt)
Westermühlstrasse 29 | DE-80469 München
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Kurzbeschreibung des Verlags

18 Märchen aus 60 Jahren NordSüd

Feinfühlig nacherzählt von Heinz Janisch, Hans Christian Andersen Preisträger 2024

Stilsicher und frisch gestaltet von GOLDEN COSMOS

Rapunzel, lass dein Haar herunter! Wer hat aus meinem Tellerchen gegessen? Es war einmal...

Wir kennen sie alle: die Prinzessinnen, Zwerge und Wölfe der Brüder Grimm. Die grimmsche Märchensammlung zählt seit 2005 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und ist ein Klassiker der Kinderliteratur. Ihre 18 beliebtesten Geschichten sind in diesem Prachtband versammelt.

Heinz Janisch gibt den Märchen mit seiner Nacherzählung eine zeitgemäße Sprache, ohne die zentralen Motive zu verlieren. Mit einem überraschendem visuellen Gesamtkonzept erschaffen GOLDEN COSMOS eine Verbindung zwischen den verschiedenen Illustrationsstilen der Märchen. So haben wir Märchen noch nie gesehen!

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Themen Kinder, Jugendliche und Bildung Lyrik, Anthologien, Jahrbücher Anthologien
ISBN 9783314107795
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 09.09.2026
Größe 27 x 22 cm
Verlag NordSüd Verlag
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FALTER-Rezension

Schon morgen kann alles anders sein

Gerlinde Pölsler in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 26)

Lass mir ein paar schöne Stiefel machen, damit ich mich unter den Leuten sehen lassen kann. Vertrau mir! Schon bald wird dir geholfen sein.“ Also sprach der gestiefelte Kater, und damit half er nicht nur seinem Besitzer, sondern bewahrte vor allem sich selbst davor, als Pelzhandschuh zu enden.

Der gestiefelte Kater ist ein Paradebeispiel für das, was Heinz Janisch an Märchen so mag: „Ich sehe in jedem Märchen die Kraft der Verwandlung. Jede Wendung ist möglich, alle Dinge sind beseelt, Tiere können sprechen“, erklärte er dem NordSüd-Verlag, für den er 18 der beliebtesten Märchen von Jacob und Wilhelm Grimm neu erzählt hat.

Dass gerade der in Wien und dem Burgenland lebende Heinz Janisch dieses Projekt übernahm, passt nicht nur deshalb gut, weil er als Kind vor allem über Märchen zum Lesen kam: In der Pfarrbücherei seines Ortes standen nicht viele Bücher, aber es gab dicke Märchenbände, erzählte er einmal der Zeit. Auch ist Janisch der „Meister der Kurzform“, befand die Internationale Gesellschaft für Kinderliteratur, als sie ihm 2024 den Hans-Christian-Andersen-Preis zuerkannte, den Nobelpreis der Kinderliteratur sozusagen. Janisch steht damit in einer Reihe mit Astrid Lindgren, Erich Kästner und Christine Nöstlinger.

Aber wieso eigentlich heute noch Märchen? Sind die nicht aus der Zeit gefallen und überhaupt viel zu grausam? Mitnichten, wirft sich im Nachwort des Buchs Oliver Geister ins Zeug, Lehrer, Pädagoge und Dozent an der Universität Münster. Märchen sparten eben das Böse und Grausame bewusst nicht aus: „Kinder können sich so ,angstfrei‘ mit dem Bösen – das nun einmal Teil unserer Lebenswirklichkeit ist – auseinandersetzen.“ Umso besser, wenn am Ende die Übeltäter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Bei Märchen gegruselt hat sich auch Heinz Janisch als Kind gern, und auch jetzt wollte er „den Schauer nicht weglassen“. So muss in „Schneewittchen“ die böse Stiefmutter am Ende in glühenden Pantoffeln tanzen, bis sie tot umfällt. Auf andere Details verzichtete Janisch aber doch: Als die Stiefmutter den Jäger ausschickt, damit er Schneewittchen töte, verlangt sie in manchen Varianten, er möge ihr hernach Organe des Kindes bringen – oder will diese gar verspeisen. Das hat Janisch abgemildert. Bei ihm sagt die Königin dem Jäger „bloß“: „Du weißt, was du zu tun hast! Sie darf nicht am Leben bleiben!“

Gekürzt hat er auch Dinge, die im 19. Jahrhundert deshalb in Grimms Märchen standen, weil diese damals auch als Erziehungsbücher dienten. Zum Rotkäppchen sagte da früher seine Mutter, als sie es zur Großmutter schickte: „Geh hübsch sittsam … Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiss nicht, Guten Morgen zu sagen, und guck nicht erst in alle Ecken herum.“ Bei Janisch klingt das modernisiert: Da soll Rotkäppchen vor allem aufpassen, dass es nicht über eine Wurzel stolpert, damit die Weinflasche ganz bleibt.

Besonders bereichern das Buch auch die Bilder etwa von Bernadette, von „Heidi“-Zeichnerin Maja Dusíková oder Lisbeth Zwerger, die aus bereits erschienenen Büchern stammen. Die Illustratorinnen fügen den Märchen ganz eigene Aspekte hinzu: Heißt es beim „Froschkönig“, die jüngste Königstochter spiele mit ihrer goldenen Kugel, so sind auf einem Bild von Binette Schroeder Prinzessinnen mit Tennisschlägern zugange. Das Berliner Illustratoren-Duo Golden Cosmos hat zusätzlich jedem Märchen eine neue Vignette vorangestellt. Witzig etwa wieder beim Froschkönig, wo sich das Duo zur Verwandlung von der Amphibie zum Traumprinzen fragte: „Wie viel Frosch steckt am Ende noch im Prinzen? Oder was passiert, wenn so eine Metamorphose durch etwas gestört wird?“ Fragen, zu denen Kindern sicher viel einfällt.

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