Das Geheimnis der Wolken. Handbuch zum Lesen des Himmels

Wetterphänomene verstehen | Extremwetter und Klima | ein Wolkenphysiker erklärt seine Welt | Glossar | Über 150 Farbabbildungen | Geschenkbuch
288 Seiten, Hardcover
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ISBN 9783365006443
Erscheinungsdatum 28.01.2025
Genre Sachbücher/Geschichte/Allgemeines, Nachschlagewerke
Verlag HarperCollins Hardcover
Übersetzung Andrea Kunstmann
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HerstellerangabenAnzeigen
Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH
Valentinskamp 24 | DE-20354 Hamburg
info@harpercollins.de
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Kurzbeschreibung des Verlags


Wann haben wir das letzte Mal bewusst unseren Blick gen Himmel erhoben, die Wolken betrachtet und nicht aufs Handy gestarrt?


Dabei könnten sie uns so viel erzählen. Vincenzo Levizzani, Wolkenphysiker und Atmosphärenforscher, nimmt uns mit in seine Welt. Er erklärt nicht nur, wie (und woraus) Wolken entstehen, sondern auch warum sie so viel übers Wetter und Klima verraten. Was sind Hydrometeore? Was passiert bei einem Superzellengewitter? Wie entsteht der in Gruselfilmen beliebte Strahlungsnebel? Warum hagelt es? Und wieso bloß impft man Wolken?


Das Buch ist spannend erzählte Wissenschaft und Wissenschaftsgeschichte, eine Grand Tour durchs Wolkenuniversum, die uns noch mal mehr vor Augen führt, wie komplex und fragil, aber auch wunderschön die Naturgesetze unserer Erde sind.


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FALTER-Rezension

Der Wolkenpoet

Rebecca Ricker in FALTER 8/2026 vom 18.02.2026 (S. 45)

Der Himmel über Wien ist grau. Im Licht der Straßenlaternen flimmern winzige Tröpfchen. Der Boden ist feucht. Es hat etwa vier Grad. "Das ist nicht angenehm", stimmt Vincenzo Levizzani zu. Er steht vor seinem Hotel im siebten Bezirk mit Blick auf den Justizpalast und blickt nach oben.
Als Wolkenphysiker sieht Levizzani aber viel mehr als nur schlechtes Wetter: Die grauen Wolken sind Nimbostratus und typisch für die kalte Jahreszeit: Sie entstehen, wenn sich eine Kaltfront wie ein Keil vorwärts schiebt. Dabei drückt sie die wärmere Luft über eine lange Distanz nach oben, schlierenartige Wolken entstehen, die oft mehrere Tage bleiben.

Bis 2024 war Levizzani Professor an der Universität Bologna und Forschungsleiter für Atmosphärenwissenschaften am italienischen nationalen Forschungsinstitut. Über Jahrzehnte hat er erforscht, wie man Stürme vorhersagen kann und wie Wolken in Klimamodelle passen. Nun hat er ein Buch geschrieben, "Das Geheimnis der Wolken", und es bei der Buchmesse in Wien vorgestellt.

Levizzani findet, wir sollten Wolken mehr Beachtung schenken - schließlich sind 70 Prozent der Erde ständig von Wolken bedeckt. Wir könnten sie einen wolkigen Planeten nennen, schreibt er. Was sagen uns diese Himmelskörper also?

Zum Beispiel das: Die Nimbostratus-Wolken am Wiener Himmel beherbergen auch Eiskristalle. Ohne Eis wären sie heller. Der Schmelzpunkt ist wohl direkt unter der Wolke, sagt Levizzani, auf etwa 2000 Metern. Dort schmelzen die Kristalle zu winzigen Tröpfchen. Doch diese haben nicht genug Masse, um die Schwerkraft zu überwinden und zu richtigem Regen zu werden. Dafür bräuchte es größere Partikel, etwa Salzpartikel aus dem Meer. Dann würde aus diesem Partikel ein sogenannter "Embryo", an dem sich Tröpfchen sammeln, der mit anderen kollidiert, verschmilzt und wächst, bis er genug Masse hat, um ein Tropfen zu werden, der als Regen herunterfällt.

Wolken gibt es auch am äußersten Rand der Atmosphäre, in mehr als 200 Kilometern Höhe. Für das Wetter auf der Erde sind aber nur jene Wolken interessant, die auf maximal 20 Kilometern Höhe entstehen, in der Troposphäre, also der Atmosphärenschicht, die uns am nächsten liegt.

Wer es ganz genau wissen will, muss die verschiedenen Gattungen von Wolken kennen. Grob könne man Wolken in zwei Gruppen unterteilen, meint Levizzani: Zum einen gibt es Schichtwolken, die sich weit über den Himmel ziehen, aber nicht hoch sind. Sie bilden sich dadurch, dass in einem großen Gebiet warme Luft langsam aufsteigt und sich dabei ausbreitet. Die grauen Stratuswolken an diesem Freitag gehören in diese Gruppe; sie bleiben meist mehrere Tage.

Daneben gibt es konvektive Wolken, sie entstehen durch Sonnenwärme, die warme Luft nach oben transportiert. Deswegen sieht man sie oft im Sommer zur Mittagszeit oder am Nachmittag. Wenn der Erdboden warm genug ist, steigt die erwärmte Luft auf, kondensiert in der Höhe und bildet Wolken, die fluffi g sind. "Wie Baumwolle", sagt der Physiker. Diese Wolken können sich wieder auflösen, wenn die Sonne wenig Kraft hat. Gibt es aber genug Feuchtigkeit in der Luft und scheint die Sonne stark genug, werden sie zu Sturmwolken.

Vom Entstehen einer Wolke bis zum Niederschlag kann es schnell gehen: 20 bis 30 Minuten reichen aus. In weniger als einer Stunde regnet sich eine Wolke dann aus und löst sich auf. Wenn wir also Stürme sehen, die mehrere Stunden dauern, sind es eigentlich mehrere: Die kalte Luft des ersten Sturms fällt auf den Boden und drückt wie eine Kaltfront warme Luft hoch, wodurch neue Wolken entstehen. "Man hat den Eindruck, es wäre ein Sturm, aber eigentlich ist einer der Sohn des anderen", sagt Levizzani.

Wer wissen will, ob das Wetter umschwingt, muss auf Cirrocumulus-Wolken achten - auch als Schäfchenwolken bekannt. Üblicherweise kann man aber nur das Wetter für die nächsten ein bis drei Stunden von den Wolken ablesen, sagt Levizzani: "Wolken sind Boten des aktuellen Wetters, nicht der Zukunft."

Für eine genaue Wettervorhersage braucht man noch andere Daten. Gerade was den genauen Zeitpunkt von Regen und Stürmen angeht, muss man vorsichtig sein: "Man kann sich nie darauf verlassen, wann genau der Sturm beginnen wird."

Wie ungenau die Vorhersagen sind, beschreibt Levizzani in einer Episode in seinem Buch: Er wollte mit seiner Familie in den Bergen wandern gehen und glaubte, das Gewitter komme erst am Nachmittag. Aber als es zu regnen und blitzen anfing, waren sie noch unterwegs: "Das war rücksichtslos von mir, weil ich mich überschätzt habe."

Wolken zu betrachten, kann daher einen Wetterbericht nicht ersetzen. Levizzani selbst hat auch aus einem ganz anderen Grund angefangen, sich für die Atmosphäre zu interessieren: "Wolken sind eine Brücke zum Unendlichen, ein Phänomen, das niemals endet, sich immer wandelt, wie ein Lebenszyklus." Wolken sind Teil des Kreislaufes von Wasser, das bei Wärme nach oben steigt, Wolken bildet, wieder abregnet -bis das Wasser von Neuem aufsteigt und zu neuen Wolken wird. "Wenn ich Wolken anschaue, dann bin ich verbunden mit all den Menschen, die dasselbe Phänomen vor mir angeschaut haben", sagt er.

Für Levizzani bleibt die Naturwissenschaft deshalb auch immer mit der Poesie verbunden. Und mit der Frage, was es bedeutet, ein Mensch zu sein: "Wenn ich einen Sturm anschaue, bin ich jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie klein ich bin im Vergleich zu den Mächten, die dort wirken."

Und so ist Levizzanis Ziel auch nicht, das Wetter per Wolke vorherzusagen. Sondern innezuhalten und nach oben zu blicken: "Für alle jungen Menschen: Mögen sie stehen bleiben und voller Staunen den Himmel betrachten, um ihn den Achtlosen zu erklären."

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