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| ISBN | 9783406798924 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 16.10.2023 |
| Genre | Philosophie |
| Verlag | C.H.Beck |
| Übersetzung | Antje Korsmeier |
| Vorwort | Christine Bratu, Aline Dammel |
| Lieferzeit | Lieferbar in 14 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 | DE-80801 München produktsicherheit@beck.de |
WISSEN, MACHT UND DISKRIMINIERUNG - DAS STANDARDWERK VON MIRANDA FRICKER
Dass Wissen und Macht einander beeinflussen und durchdringen, dass sie sich wechselseitig verstärken oder blockieren können, ist keine neue Einsicht. Umso erstaunlicher ist, dass die Philosophie sehr lange gebraucht hat, um die ethischen Konsequenzen für unser Erkenntnisleben genauer unter die Lupe zu nehmen, die sich insbesondere aus mächtigen Vorurteilen und Stereotypen ergeben. In ihrem wegweisenden Buch, das mittlerweile als ein moderner Klassiker gilt, nimmt sich Miranda Fricker dieser Aufgabe an: Sie erschließt eine für Wissensgesellschaften hochaktuelle Form der Ungerechtigkeit, die sowohl die Menschlichkeit der Betroffenen als auch unsere geteilten Praktiken des Erkennens massiv bedroht.
Der Begriff, den Miranda Fricker geprägt hat und der auf den Punkt bringt, was in unserem Erkenntnisleben schiefläuft, lautet «epistemische Ungerechtigkeit». Sie findet statt, wenn beispielsweise Frauen, migrantischen Gemeinschaften oder der Bevölkerung ganzer Kontinente die Fähigkeit abgesprochen wird, relevantes Wissen zu erlangen und verlässliche Wahrnehmungen mitzuteilen. Um ein Unrecht, das Personen in ihrer Eigenschaft als Wissenden geschieht, handelt es sich aber auch dann, wenn marginalisierte Gruppen gar nicht im Besitz der nötigen Deutungsmittel sind wie z.B. der Begriffe der sexuellen Belästigung oder des Stalking , um ihre besondere Erfahrung überhaupt als Ungerechtigkeit einordnen zu können. Miranda Fricker enthüllt diese beiden Formen der epistemischen Ungerechtigkeit als mächtige, aber weitgehend stille Dimensionen der Diskriminierung. Dabei untersucht sie nicht nur die besondere Natur des jeweiligen Unrechts, sondern macht auch deutlich, welche Tugenden wir erlernen müssen, um es zu verhindern.
| ISBN | 9783406798924 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 16.10.2023 |
| Genre | Philosophie |
| Verlag | C.H.Beck |
| Übersetzung | Antje Korsmeier |
| Vorwort | Christine Bratu, Aline Dammel |
| Lieferzeit | Lieferbar in 14 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 | DE-80801 München produktsicherheit@beck.de |

Alfred Pfabigan in FALTER 24/2023 vom 14.06.2023 (S. 20)
Miranda Fricker, geboren 1966, Oxford-Absolventin und derzeit Professorin an der New York University, hat in ihrem 2007 erschienenen Erstling, der mittlerweile als moderner Klassiker gilt, zwei Begriffe in die Diskussion eingebracht: epistemische und hermeneutische Ungerechtigkeit.
"Epistemische", also erkenntnismäßige Ungerechtigkeit liegt dann vor, wenn eine Person oder eine Gruppe, die über ein gesichertes, nachvollziehbares Wissen verfügt, nicht ernst genommen wird. Vorurteile und verinnerlichte Stereotypen reduzieren die "Credibility". Sie findet statt, wenn beispielsweise Frauen, migrantischen Gemeinschaften oder der Bevölkerung ganzer Kontinente die Fähigkeit abgesprochen wird, relevantes Wissen zu erlangen und verlässliche Wahrnehmungen mitzuteilen.
Hermeneutische Ungerechtigkeit passiert, wenn durch eine "Lücke in unseren kollektiven hermeneutischen Ressourcen" Menschen nicht fähig sind, ihre Erfahrungen zu begreifen und zu vermitteln.
Die Autorin wurde nicht zu Unrecht der feministischen Philosophie zugerechnet, dort sind ihre Begriffe auch selbstverständlich geworden. Aber es gibt Beispiele, die weiter gehen. Denken wir nur an die Angehörigen der NSU-Opfer, wo die Ermittler aufgrund des Migrationshintergrundes der Opfer hartnäckig lange Zeit die politische Dimension des Falles ignorierten. Oder die #metoo-Bewegung.
Fricker erklärt sich das lange Schweigen über sexuelle Belästigungen als Folge des Fehlens eines milieuübergreifend akzeptierten Begriffes sexueller Belästigung. Nicht nur das Publikum, auch die Opfer hätten Schwierigkeiten in der Deutung der Situation gehabt. War es nicht doch nur ein gescheiterter Flirt, eine Alltäglichkeit, Folge einer Provokation oder einfach Unvorsichtigkeit?
So eine "Zeugnisungerechtigkeit" kann uns allen widerfahren. Frickers Antwort darauf: eine "Tugend der Wahrnehmung" gegen vorurteilshaft verzerrte Erkenntnis.

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