Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir legen Ihr Produkt in den Warenkorb.
Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir legen Ihr Produkt in den Warenkorb.
| ISBN | 9783406821950 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 06.12.2024 |
| Genre | Sachbücher/Philosophie, Religion/Christliche Religionen |
| Verlag | C.H.Beck |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 | DE-80801 München produktsicherheit@beck.de |
Priesterinnen, fehlbare Päpste, verbotene Bücher: Was die vatikanischen Archive über die Kirche verraten
85 Kilometer Akten aus über tausend Jahren: Die Vatikanischen Archive sind die größten und ältesten der Welt. Vieles ist unzugänglich. Niemand darf frei herumstöbern. Hubert Wolf zeigt in seinem fesselnden Buch, wie man hier mit detektivischem Spürsinn Entdeckungen machen kann, die hinter die Kulissen von Tradition und Unfehlbarkeit blicken lassen. Von der rätselhaften Haltung des Papstes zum Holocaust über vergessene mächtige Frauen bis zu verborgenen Missbrauchsskandalen lässt er uns an Tiefenbohrungen in den Archiven teilhaben, die unser Bild von der Kirche nachhaltig verändern.
Hubert Wolf ist mit Aufsehen erregenden Funden und Forschungen in den Vatikanischen Archiven international bekannt geworden. Er hat verstörende Skandale aufgedeckt - etwa Missbrauch und Mord im römischen Nonnenkloster Sant`Ambrogio - und die Hintergründe folgenreicher Entscheidungen erhellt, etwa zu Bücherverboten und Inquisitionsverfahren, zum Zölibat und zum Unfehlbarkeitsdogma und nicht zuletzt zur Haltung des Vatikan zu Nationalsozialismus und Holocaust. Warum hat der Papst geschwiegen? Hat er das überhaupt? Was wusste er? Die jüngste Freigabe der Akten aus dem Pontifikat Pius' XII. gibt Aufschluss: Hubert Wolf hat Tausende anrührende Bittbriefe von Juden an den Papst gefunden, deren Weg durch die vatikanischen Instanzen ermessen lässt, welche Informationen aus erster Hand in Rom landeten und wie man darauf reagierte. Das Buch beginnt mit diesen neuesten Funden. Von hier aus führt uns Hubert Wolf kundig und voller Überraschungen durch das Labyrinth der Archive, die noch längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben haben.
| ISBN | 9783406821950 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 06.12.2024 |
| Genre | Sachbücher/Philosophie, Religion/Christliche Religionen |
| Verlag | C.H.Beck |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 | DE-80801 München produktsicherheit@beck.de |

Georg Renöckl in FALTER 44/2024 vom 30.10.2024 (S. 28)
Warum schwieg der Papst angesichts des Holocaust? Wollte Pius XII. noch Schlimmeres verhindern, wie die Anhänger seiner Seligsprechung behaupten? Eher nicht, machen die Forschungen des Kirchenhistorikers Hubert Wolf deutlich. Pius spendete Verfolgten zwar gelegentlich Geld, schützte sie aber nicht vor Deportation und Ermordung. Der in Münster lehrende Kirchenhistoriker durfte als einer der Ersten in den Archivmaterialien aus dem Pontifikat Pius' forschen, die Papst Franziskus 2020 der Wissenschaft zugänglich machte.
Fertig ist Wolf damit noch lange nicht: 400.000 Archivschachteln mit je 1000 Seiten Papier zu durchwühlen wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Doch was er bisher gefunden hat, wirft kein gutes Licht auf den schweigenden Papst: Der hatte detaillierte Kenntnis von den Massenmorden, ließ sich aber von antisemitischen Einflüsterern im Kardinalspurpur gängeln und übte höchstens verklausuliert und zögerlich Kritik an der Nazi-Barbarei.
Wolf forscht seit Jahrzehnten in Archiven im Vatikan und stellt nun einige seiner Ergebnisse zu einem Rundgang entlang der historischen Irrtümer und Fehlentscheidungen einer Institution zusammen, die man nach der Lektüre kaum mehr als "ehrwürdig" bezeichnen kann. Doch ob es um das Verbot naturwissenschaftlicher Bücher geht, den Umgang mit Frauenrechten, um Sex and Crime hinter Klostermauern, den Zölibat oder das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes: Der Blick des Historikers zeigt, dass die Kirche ihre Positionen im Lauf der Jahrtausende auch ändern konnte. Fortschritte müssen freilich hart erkämpft werden, da die Kirche "stets alle abweichenden Meinungen als Häresie, als Irrtum gebrandmarkt und so versucht hat, alternative Modelle zu unterdrücken und nicht zu überliefern. Man muss die vergessenen Optionen daher durch historische Forschung, vor allem in den Vatikanischen Archiven, mühsam wieder ans Tageslicht bringen".

Wie gefällt Ihnen unser Shop?