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| Themen | Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Biografien und Sachliteratur Allgemein Historisch, politisch, militärisch |
|---|---|
| ISBN | 9783406849626 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 20.08.2026 |
| Größe | 21.7 x 13.9 cm |
| Verlag | C.H.Beck |
| Übersetzung | Bärbel Jänicke |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 | DE-80801 München produktsicherheit@beck.de |
Bart Van Loos geniale Napoleon-Biographie - Der internationale Bestseller jetzt auf deutsch Wie kam es dazu, dass sich ein unbekannter Korse zum Kaiser der Franzosen krönte, ein aufgeklärtes Recht einführte, mit seinen Feldzügen Europa umkrempelte, dabei Millionen Tote hinterließ und schließlich in den Sümpfen bei Waterloo scheiterte? Meistererzähler Bart Van Loo findet die Antwort in den Turbulenzen der Französischen Revolution, die im gleichen Atemzug die Guillotine und die Menschenrechte erfand. Sein brillant erzähltes Epos über die Revolution und Napoleon lässt beide in neuem Licht erscheinen. Napoleon Bonaparte hat mit seinen Reformen und Feldzügen Europa und die Welt verändert. Sein langer Schatten liegt bis heute über unserer Zeit. Bart Van Loo nähert sich dieser Ausnahmegestalt mit frischem Blick. Quellennah und unter Berücksichtigung der neuesten Forschung schildert er das Leben des Korsen, Generals, Ersten Konsuls, Kaisers, genialen Feldherrn und Gefangenen auf St. Helena neu. Dabei verwebt er die Geschichte der Französischen Revolution mit der Lebensgeschichte Napoleons zu einer grandiosen Erzählung, die zeigt, wie die Revolution Napoleon "machte": als ihren langen Schatten.
| Themen | Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Biografien und Sachliteratur Allgemein Historisch, politisch, militärisch |
|---|---|
| ISBN | 9783406849626 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 20.08.2026 |
| Größe | 21.7 x 13.9 cm |
| Verlag | C.H.Beck |
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Ulrich Rüdenauer in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 40)
Weit mehr als drei Millionen Tote hat der Feldherr Napoleon Bonaparte zu verantworten – und dazu noch ein in den Grundfesten erschüttertes Frankreich: eine im wahrsten Sinne des Wortes verheerende Bilanz. Dem entgegen steht der vom Volk verehrte Herrscher; weiter findet sich auf der Plusseite der von ihm eingeführte Code Civil, seinerzeit das modernste Gesetzeswerk der Welt.
Trotz aller Widersprüche oder gerade deshalb wurde das Andenken Napoleons in den Jahrzehnten nach seinem Tod zu „überlebensgroßen Proportionen aufgebläht“, wie Bart van Loo schreibt. Der Tyrann, der Napoleon zweifelsohne war, hatte ein Talent dafür, ein Propagandist seiner selbst zu sein. Zu Lebzeiten schon verwandelte er sich in einen Mythos; und mit seiner am Verbannungsort St. Helena diktierten Autobiografie strickte er weiter an der eigenen Legende. Gelungen ist ihm das ohne Zweifel. Die teils bewundernden, in jüngerer Zeit auch kritischen Biografien, Romane, Filme über den aus Korsika stammenden General und Kaiser der Franzosen sind inzwischen unzählbar. Wer braucht da noch eine weitere Auseinandersetzung mit dem französischen Heerführer?
Die Frage könnte man durchaus stellen, wenn man Bart van Loos „Napoleon. Der Schatten der Revolution“ vor sich liegen hat. Fängt man aber an zu lesen, wird man vielleicht nicht unbedingt mit neuen Erkenntnissen konfrontiert, aber doch von einem stupend recherchierten, vor allem aber exzellent geschriebenen Geschichtsschmöker mitgerissen – man legt das Buch nicht mehr zur Seite, bis man nach mehr als 600 Seiten beim langen Literaturverzeichnis angelangt ist.
Van Loos essayistischer Weg zu Napoleon ist, wenn auch nicht originell, so doch überzeugend. Seinem Helden nähert er sich über ein Ereignis, das den Lauf der europäischen Geschichte entscheidend veränderte: „Bonaparte wuchs in einer der spannendsten und turbulentesten Phasen der abendländischen Geschichte auf. Als die Französische Revolution ausbrach, war er neunzehn. Während die alte Welt von einem Lavastrom von Neuerungseifer und Gewalt überschwemmt wurde, war er Soldat in der französischen Armee und träumte auf Korsika von Ruhm. Als sich der aufgewirbelte Staub Jahre später legte, waren die meisten Hauptakteure tot oder verbannt, und die Zeit seines Aufstiegs begann. Der Schatten der Revolution sollte fortan über all seinem Handeln liegen.“
Der Französischen Revolution widmet der belgische Autor einen ausführlichen Prolog – der junge Napoleon ist da erst einmal eine Randfigur. Als er aber als junger, militärischer Haudegen ins Rampenlicht poltert, scheint klar zu sein, dass es anders gar nicht sein konnte: Mit unglaublichem Geschick und Gespür für die politische Lage inszeniert er seinen Aufstieg. Sein strategisches Talent paart sich mit Kriegsglück, und ist es ihm einmal nicht so hold, dann weiß er davon abzulenken oder durch neue Abenteuer alte Niederlagen vergessen zu machen. Er kommt durch einen Staatsstreich an die Macht, versteht es, Jakobiner wie Royalisten zu instrumentalisieren, und dann geht sein Größenwahn mit ihm durch und er krönt sich zum Kaiser.
Was folgt, ist bekannt: ein Russlandfeldzug, der im Desaster endet; eine glorreiche Rückkehr nach der ersten Abdankung, die in die vernichtend verlorene Schlacht von Waterloo mündet. Als könne nicht sein, was nicht sein darf, kehrt der Kaiser nach dieser Katastrophe nach Paris zurück. „Das Erste, was Napoleon bei seiner Ankunft im Élysée-Palast tut, ist, sich ein Bad einzulassen und Caulaincourt (seinen Großstallmeister und persönlichen Adjutanten, Anm.) mit rührender Naivität zu fragen, ob das Parlament ihn noch unterstützen werde“, schreibt van Loo. „Der Kaiser lässt sich schwungvoll in seine Badewanne fallen und spritzt dabei seinen Großstallmeister und Davout nass, doch dann erscheinen seine Kraft und sein Elan wie weggespült zu sein.“
Van Loo weiß alles über Napoleon, manchmal hat man das Gefühl, er blicke durchs Schlüsselloch in die Schlafgemächer. Da ist er Romancier. Die Schlachten schildert er plastisch, die Liebesblödigkeiten des Tyrannen nehmen ebenso viel Raum ein wie die Liebschaften seiner Gattin Josephine. Das ist alles unterhaltsam und lehrreich, und die Verknüpfung von Napoleons Aufstieg mit der Französischen Revolution ist durchaus sinnfällig. Als van Loo seinerzeit mit seinem Projekt begann, soll seine Frau ihn neckisch „Bart van Waterloo“ genannt haben, wissend, dass man an einem solchen Buch auch scheitern kann. Diese Sorge allerdings war unbegründet.
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