Die Erinnerung der Hydra

Das Quilombo von Palmares in Geschichte und Gedächtnis (ca. 1595–1995): Sklaverei, Rassismus und Freiheit in Brasilien und entlang des Atlantiks
568 Seiten, Hardcover
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Reihe Lateinamerikanische Forschungen / Beihefte zum Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas
Themen Geschichte und Archäologie Geschichte Geschichte anderer geografischer Gruppierungen
ISBN 9783412532024
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 14.04.2025
Größe 23.5 x 16 cm
Verlag Böhlau Köln
Reihe herausgegeben von Sarah Albiez-Wieck, Christiane Berth, Stefanie Gänger, Debora Gerstenberger, Christine Hatzky, Silke Hensel, Olaf Kaltmeier, Ulrich Mücke
LieferzeitLieferbar in 14 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Brill Deutschland GmbH
Robert-Bosch-Breite 10 | DE-37079 Göttingen
productsafety@degruyterbrill.com
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Kurzbeschreibung des Verlags

Die Studie von Moritz Herrmann befasst sich mit dem „Quilombo von Palmares“ – einer Gemeinschaft aufständischer Sklaven im kolonialen Brasilien – und deren kontinuierlicher Präsenz in Geschichte und Gedächtnis. Sie zeigt, welche Bedeutung der Erinnerung an Palmares insbesondere in Momenten des Umbruchs zukam und weshalb sie bis heute unvergessen und umkämpft ist. Über nahezu das gesamte 17. Jahrhundert hinweg widerstand Palmares den Angriffen der Portugiesen. Schließlich gelang es den Kolonialherren jedoch, das Quilombo zu zerstören und seinen letzten Anführer, Zumbi dos Palmares, zu töten. Doch Zumbis Tod erwies sich nur als Auftakt seiner symbolischen Unsterblichkeit. Seitdem kehrt das „Gespenst von Palmares“ zurück, sei es als Zeichen der Angst der Herren vor der Sklavenrevolte, als Kristallisationspunkt einer afrobrasilianischen Identität oder in Gestalt der Utopie eines egalitären anderen Brasiliens. Das Buch behandelt Leben und Nachleben des Zumbi sowie die Gemeinschaft, die ihn hervorbrachte. In Form einer Erinnerungsgeschichte vollzieht es den mehr als drei Jahrhunderte überspannenden Prozess der Vermittlung dieser historischen Erfahrung nach, vom kolonialen Zeitalter bis zur Aufnahme des Quilombos in die nationale Erinnerungskultur Brasiliens im 20. Jahrhundert. Die Untersuchung zeigt, wie die Erinnerung an einen kolonialen Widerstand im postkolonialen Zeitalter zu einem Faktor gesellschaftlicher Transitionen wurde und wie diese Umbrüche ihrerseits dem Quilombo immer wieder neue Bedeutungen verliehen, die grundlegende Fragen von Demokratie und Fortschritt sowie das Problem rassistischer Ungleichheit betreffen.

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Reihe Lateinamerikanische Forschungen / Beihefte zum Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas
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