Vom Aufstehen

Ein Leben in Geschichten
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Kurzbeschreibung des Verlags:



Ein Jahrhundertleben – verwandelt in Literatur

Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert ein deutsches Jahrhundertleben – ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

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FALTER-Rezension

Kindheit im Krieg, Leben in einem geteilten Land

Ihre Tochter solle eine Geschichte über sie schreiben, verlangte die Mutter. „Hast du mit der Geschichte nun endlich angefangen, fragte sie mich, als sie schon über hundert war“, schreibt die Schriftstellerin Helga Schubert in ihrem neuen Buch „Vom Aufstehen“, das aus 29 autobiografisch geprägten Erzählungen besteht. „Aber wie sollte ich über sie schreiben, als sie noch lebte?“

Schubert, heute 81, ist die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2020. Die Erzählung, die sie der Jury aus ihrem Garten in dem Dorf Neu Meteln in Mecklenburg-Vorpommern vortrug, beschließt „Vom Aufstehen“ und gibt dem Buch seinen Namen. Die Mutter ist eine der Protagonistinnen, eine weitere ist die Deutsche Demokratische Republik, in der Schubert bis zum Fall der Mauer lebte.

Es geht in den Erzählungen etwa um den Sohn der Autorin, der, um eine Försterlehre machen zu dürfen, nachweisen musste, „keine Verwandten ersten Grades in der BRD“ zu haben. Oder um Schuberts Vater, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg starb, um den sie aber in der DDR nicht trauern durfte. Um die „Privilegien“ als Schriftstellerin, für die sie dankbar sein sollte, um das Ausreisen und das Zurückkehren hinter die Mauer.

Vor allem aber geht es um die Mutter – der Text für den Bachmann-Preis zählt zu den stärksten –, die auf dem Sterbebett von ihren drei Heldentaten berichtet: Sie habe die Tochter nicht abgetrieben, obwohl ihr Mann das gewünscht hatte, sie habe sie auf einem „dreirädrigen Kinderwagen im Treck bis Greifswald geschoben“ und sie habe ihr Kind „nicht vergiftet oder erschossen“, wie es der Großvater verlangt hatte, als die Russen kamen.

Schubert stellt Überlegungen an, was es bedeutete, eine „DDR-Schriftstellerin“ zu sein, und schreibt so wunderschöne Sätze wie „Hellsichtig wird mein Leben im Winter“. Eine Kindheit im Krieg und auf der Flucht, ein Leben in einem geteilten Land, eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung: Über poetische Formulierungen, trockene Feststellungen und detaillierte Beschreibungen gelangt man in die Tiefen einer europäischen Welt.

Stefanie Panzenböck in Falter 13/2021 vom 02.04.2021 (S. 37)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783423282789
Ausgabe 18. Auflage
Erscheinungsdatum 18.03.2021
Umfang 224 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag dtv Verlagsgesellschaft
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