Das Vorkommnis

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:



Lebenslinien – Liebeslinien – Liebesmuster

Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Die überraschende Begegnung bleibt flüchtig, löst in ihr aber eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über Wahrheit überhaupt. In ›Das Vorkommnis‹ erzählt Julia Schoch – eine der eindrücklichsten Stimmen autofiktionalen Erzählens in der deutschen Literatur – von einem Leben, das urplötzlich eine andere Richtung bekommt. Fesselnd und klarsichtig, so zieht sie hinein in den Strudel der ungeheuerlichen Dinge, die gleichzeitig auch alltäglich sind. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.

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FALTER-Rezension

Hallo, du kennst mich nicht, ich bin deine Halbschwester

Wie die Begegnung im Detail verlaufen ist, kann die Erzählerin im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren. Wie lang haben sie miteinander gesprochen? Welche Worte wurden gewechselt? Fiel sie der Fremden wirklich um den Hals? Wie haben die anderen Menschen im Raum darauf reagiert?

So viel steht fest: Vor ein paar Jahren, auf einer Lesereise im Dezember, legte ihr eine Frau ein Buch zum Signieren hin. Und sagte: "Wir haben übrigens denselben Vater." Mit dieser Szene beginnt die grandiose Autofiktion "Das Vorkommnis" von Julia Schoch (Jg. 1974). Die Begegnung sollte in ihr lang nachwirken, scheinbare Gewissheiten ins Wanken bringen und sie sogar bis an den Rand des Wahnsinns führen.

Das Buch kreist um ein Geheimnis, wie es sich in vielen Familien findet -gut gehütet, nur in vagen Andeutungen präsent. Dass es gelüftet wird, führt zunächst zu keinen großen Erschütterungen. Die Mutter wusste ohnehin davon. Es war passiert, kurz bevor sie den Vater kennenlernte - nur eine flüchtige Affäre, nicht mehr.

Auf die Erzählerin wirkt die Neuigkeit jedoch wie Gift, das sich langsam in ihr ausbreitet und sie dazu bringt, alles zu hinterfragen. Neben dem schon länger schwierigen Verhältnis zu ihrer großen Schwester vor allem die Beziehung zu ihrem Mann, die sie immer als große Liebesgeschichte gesehen hat. Wäre ihm so etwas nicht auch zuzutrauen?

Mit psychologischem Gespür und einer guten Dosis Selbstironie erkundet die in der DDR aufgewachsene Autorin die dunklen Seitenstraßen und schlecht einsehbaren Winkel, die sich neben der gepflegten Hauptallee einer Familiengeschichte auftun. In immer neuen Erinnerungsanläufen ergründet Schoch, wie genau man die anderen kennen und wie fremd man sich selbst werden kann.

"Das Vorkommnis" ist der Beginn einer auf drei Bände angelegten "Biographie einer Frau". Man würde gern sofort den nächste Teil dieser Trilogie lesen.

Sebastian Fasthuber in Falter 10/2022 vom 11.03.2022 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783423290210
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 16.02.2022
Umfang 192 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag dtv Verlagsgesellschaft
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