Der Augenblick der Fotografie

Essays
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Die Fotografie hat immer einen besonderen Stellenwert in John Bergers Werk gehabt. Dieser Band versammelt zum ersten Mal seine Aufsätze zur Fotografie, von den sechziger Jahren bis heute: eine kleine Kunstgeschichte der Sichtbarkeit. Ob er über das Werk großer Fotografen (August Sander, Paul Strand, Henri Cartier-Bresson u.a.) schreibt, ob er den politischen Gebrauch der Fotomontage analysiert oder das Foto des toten Che Guevara mit einem Gemälde Rembrandts vergleicht, er tut es mit den Augen des Malers und des Schriftstellers. Der Augenblick der Fotografie, der einem einzigartigen Moment Sinn verleiht, ermöglicht für Berger „eine andere Art zu erzählen“ und einen kritischen Blick auf die Gegenwart.

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FALTER-Rezension

Fotografie, Wahrnehmung und Hingabe

John Berger ist ein Sehender. Trotzdem wurde er Schriftsteller. Dazu nahm er einen Umweg über das Studium der Malerei. Seine Bücher „Sehen“ (1974) und „Das Leben der Bilder oder die Kunst des Sehens“ (1981) befassen sich explizit mit diesem Lebensthema. Seit 1974 lebt der 1926 in London geborene Autor, der mit seinem ersten Roman „G.“ (1972) den Booker Prize gewann, in einem Bergdorf in der Haute-Savoie in Frankreich. Sein schmales Œuvre, das seitdem entstand, beweist, dass man in der Einsamkeit besser nachzudenken und feiner wahrzunehmen vermag. Anlässlich seines 90. Geburtstags am 5. November sind nun unter dem Titel „Der Augenblick der Fotografie“ zum ersten Mal seine Aufsätze über die Fotografie erschienen, die zweite Leidenschaft Bergers.
Wie seine Vorbilder Walter Benjamin, Roland Barthes und Susan Sontag nähert sich Berger der Fotografie nicht als Kunstkritiker oder Kulturhistoriker, sondern als interessierter Laie. Er versucht den Zauber von Fotografien anhand von konkreten Beispielen begreifbar zu machen und wird nicht müde, auch das Wesen dieser jungen Kunst einzufangen zu versuchen, allen voran in „Erscheinungen“, dem längsten Essay des Bandes.
„Ich habe entschieden, dass es sich lohnt, das hier Gesehene festzuhalten“, lautet eine erste Definition, die er zunehmend verfeinert. Fotografien sind eine Spur von etwas Realem und haben mit Erinnerungen zu tun. „Fotografie ist ein Prozess, durch den die Wahrnehmung sich selbst reflektiert.“ Das Geheimnis der Fotografie besteht für ihn in ihrer Vieldeutigkeit, dem Schock der angehaltenen Zeit.
Auch beim Lesen seines Buchs möchte man die Zeit anhalten. Man schaut sich im Internet Fotografien der von ihm besungenen Fotografen an, von W. Eugen Smith und Henri Cartier-Bresson über Marketa Luskacova bis zu Ahlam Shibli. Man möchte langsamer lesen, um noch mehr sehen zu können von dem, was Berger mit Worten so treffend beschreibt. Denn für uns Leser ist es auf jeden Fall ein Glück, dass er in die schreibende Zunft gewechselt ist.

Kirstin Breitenfellner in Falter 47/2016 vom 25.11.2016 (S. 32)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446252837
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Umfang 272 Seiten
Genre Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
Format Taschenbuch
Verlag Hanser, Carl
Vorwort Geoff Dyer
Übersetzung Hans Jürgen Balmes
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