Auf Erden sind wir kurz grandios

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

"Ein grandioses Buch! Eine Reise in die Vergangenheit, in die Kindheit, nach Vietnam, in die Gewalt und die Liebe." Sasa Stanisic - Der Debütroman von Ocean Vuong
„Lass mich von vorn anfangen. Ma …“ Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Schizophrenie der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Vuong schreibt mit alles durchdringender Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen. Das kraftvollste Debüt der letzten Jahre, geschrieben in einer Sprache von grandioser Schönheit.

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FALTER-Rezension

Schmerz wird zu Poesie, die selber wehtut

Es gibt Bücher, die sind so heavy, dass sie einen zunächst einmal ziemlich schmähstad zurücklassen. Zumal, wenn das Erzählte auch noch autobiografisch verbürgt ist wie im Falle von Ocean Vuong, der 1988 in Saigon als Bub einer blutjungen, kriegstraumatisierten Mutter geboren wird und mit dieser, deren Schwester und beider schizophrener Mutter zwei Jahre später in das Land übersiedelt, das einst Tod und Napalm über die Seinen gebracht hatte. Er wächst in Hartford, Connecticut, auf und ist als Lifecoach seiner Mutter, die kein Wort Englisch spricht und ihn in erratischen Wutanfällen verdrischt, haltlos überfordert.

„Das ist meine Mom. Ich bin aus ihrem Arschloch gekommen und ich hab sie sehr lieb“, lautet eine Standardfloskel des Siebenjährigen, dessen vermeintliche Derbheit sich der strikten Tabuisierung des tatsächlichen Geburtsvorgangs verdankt. Abgesehen von diesem Satz und jener Episode im Supermarkt, in der die Mutter per Pantomime einen Ochsenschwanz zu erstehen versucht, bleibt „Auf Erden sind wir kurz grandios“ aus gut nachvollziehbaren Gründen humor- und ironiefrei.

Nachdem schon Ocean Vuongs Lyrik große Beachtung fand, wurde auch dessen Romandebüt für die existenzielle Tiefe und ästhetische Ambitioniertheit, mit der nicht nur die Familiengeschichte, sondern auch die leidenschaftliche Liebe des Ich-Erzählers zu dem drogenabhängigen Trevor abgehandelt wird, gepriesen und mit Preisen bedacht.

So beeindruckend die bedrückende Passion des Sohnes auch geschildert wird, so regt sich bei der Lektüre doch auch von Anfang an Missbehagen. Denn der Roman, der als Brief an die Mutter erzählt wird (was zwischenzeitlich aber auch wieder ein bisschen in Vergessenheit gerät), ist schon auch sehr anstrengend in seinem hochmögenden Pathos und der von der eigenen Kühnheit berauschten Selbstgefälligkeit, mit der sich Vuong „poetische“ Lizenzen erteilt und pseudoaphoristische Sentenzen sonder Zahl erlaubt, die ein gewissenhafter Lektor zumindest hätte eindämmen können.

Klaus Nüchtern in Falter 30/2019 vom 26.07.2019 (S. 28)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446263895
Erscheinungsdatum 22.07.2019
Umfang 272 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Hanser, Carl
Übersetzung Anne-Kristin Mittag
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