Der letzte Satz

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Gustav Mahler auf seiner letzten Reise – das ergreifende Porträt des Ausnahmekünstlers. Nach „Das Feld“ und „Ein ganzes Leben“ der neue Roman von Robert Seethaler.
An Deck eines Schiffes auf dem Weg von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler. Er ist berühmt, der größte Musiker der Welt, doch sein Körper schmerzt, hat immer schon geschmerzt. Während ihn der Schiffsjunge sanft, aber resolut umsorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er manchmal noch zu sehen meint. An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er längst verloren hat. Es ist seine letzte Reise.
"Der letzte Satz" ist das ergreifende Porträt eines Künstlers als müde gewordener Arbeiter, dem die Vergangenheit in Form glasklarer Momente der Schönheit und des Bedauerns entgegentritt.

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FALTER-Rezension

Seethaler-Roman: Weniges über Gustav Mahler

Gustav Mahler wurde in den letzten Jahrzehnten gründlich erforscht. Das gilt für Leben und Werk des Mannes, der im Hauptberuf Dirigent der Wiener Hofoper war und als „Ferienkomponist“, dem fürs Schaffen nur die Sommermonate blieben, ein überschaubares, jedoch bleibendes Werk hinterließ. Was noch? Genau, er war der erste Ehemann von Alma Mahler-Werfel, die er zugunsten der Arbeit vernachlässigte; rang Musikern kompromisslos Höchstleistungen ab; erlebte in Wien Triumphe und Enttäuschungen; ist ein Bindeglied zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert.

Das war Mahler in 550 Zeichen. Der neue Roman von Robert Seethaler weiß auf 126 Seiten nur wenig mehr über ihn zu erzählen. Der Wiener Autor, der mit „Der Trafikant“ einen internationalen Bestseller landete und seither ein Abonnement auf Verkaufserfolge hat, begleitet den Komponisten auf seiner letzten Schiffsreise nach Amerika. Mahler sitzt am Sonnendeck und sieht, in Erwartung des nahenden Endes, Stationen seines Lebens an sich vorbeiziehen.

Er hätte gern seine Ruhe, ein Schiffsjunge weicht jedoch nicht von seiner Seite. Während der Protagonist eine blasse, schemenhafte Gestalt bleibt, hätte der Bursche das Zeug zum Romanhelden. Der Epilog, in dem der Leser ihm nach Mahlers Tod noch einmal begegnet, zeigt, was aus „Der letzte Satz“ hätte werden können – eine lebendige Erzählung. Stattdessen arbeitet der Autor brav biografische Fixpunkte ab, auch die kurzen Begegnungen mit Freud und Rodin finden Erwähnung.

Aber was ist mit der Musik? Nicht nur inhaltlich bleibt sie außen vor. Seethalers Prosa entwickelt keinen Klang. Wohl um Kitsch und Pathos zu vermeiden, geht er übervorsichtig ans Werk. Auf Seite 118 schießt ihm ein, dass das zu wenig ist: „Ein Schriftsteller hätte das aufgegriffen, hätte die winzigen Spritzer sich wie zufällig auf den Notenzeilen zu einem brauchbaren Motiv anordnen lassen, zu einer wunderbaren Melodie, einem Aufbruch in einen neuen Satz oder so etwas.“ So aber ist es ein Sommerbuch geworden: Es plätschert dahin.

Sebastian Fasthuber in Falter 33/2020 vom 14.08.2020 (S. 28)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446267886
Erscheinungsdatum 03.08.2020
Umfang 128 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
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