Bonjour Liberté

Françoise Sagan und der Aufbruch in die Freiheit
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wie in „Oh, Simone!“ schreibt Julia Korbik in ihrem neuen Buch über eine weitere große Ikone der französischen Literatur: Françoise Sagan.
Françoise Sagan ist mehr als nur eine Schriftstellerin – sie ist ein Mythos. Mit gerade einmal 18 Jahren katapultiert sie der bahnbrechende Erfolg ihres Debütromans "Bonjour Tristesse" 1954 in die Öffentlichkeit, und sie wird zur Projektionsfläche, zur ewigen Kindfrau, die in schnellen Autos und mit jeder Menge Alkohol durch ihr Leben braust. Welchen Preis hat die Freiheit? Mit Hingabe und Esprit schreibt Julia Korbik über eine Schriftstellerin, die, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und zwischen zwei Wellen der Frauenbewegung, nach ihrem Platz in der Welt sucht. "Bonjour Liberté" verbindet Zeit- und individuelle Geschichte und zeigt, dass es sich lohnt, auf der eigenen Freiheit – als Frau – zu bestehen. Aber eben auch, dass dieses Vorausgehen Mut erfordert.

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FALTER-Rezension

Die schwerelose Freiheit der Françoise Sagan

Nach Simone de Beauvoir nimmt sich Julia Korbik die nächste französische Schriftstellerin vor: Françoise Sagan. „Bonjour Liberté“ charakterisiert nicht nur die Persönlichkeit der 1935 als Françoise Quoirez geborenen Sagan, sondern auch das soziale Milieu der gut situierten Parisienne. Aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie stammend, entwickelte sich das Nesthäkchen zur politisch Engagierten gegen den Algerienkrieg.

Spitzbübisch mimt Sagan eine Chlorallergie, um statt des Schwimm­unterrichts Martini im Café nebenan zu trinken. Sie schwänzt die Schule und lässt sich durch die Nächte treiben, spielt Boule und tanzt Boogie-Woogie oder Jitterbug. Mit einer Prise Weltfremdheit gibt Sagan hier – nonchalant, unbeschwert und hedonistisch – eine Art weiblichen James Dean: lässig und ein bisschen aufsässig, aber mit bürgerlichen Manieren.

Von Sartre lernt Sagan, dass der Mensch ist, wozu er sich macht: frei und handlungsfähig, um seine eigenen Worte und Werte zu finden. Das passiert bei ihr schon mit 18: Mit ihrem Debüt „Bonjour Tristesse“ landet sie 1954 als jüngste Autorin überhaupt auf der New York Times-Beststellerliste – trotz der damals engstirnigen, verhärmten Dominanz bejahrter Literaturkritiker, die sich von jungen Frauen sonst eher überfordert fühlten.

Françoise Sagan fiel auf, wenn sie mit ihrem knallroten Jaguar oder einem Gordini durch die Stadt brauste. Sagan war offen, aber nicht laut, keine exaltierte Person, aber mit einem Hang zum Exzess. In den Nebenrollen des Buchs treten andere Diven, von Juliette Greco bis Brigitte Bardot, auf. Letzterer begegnet Sagan bei der Gassi-Runde am Strand von Saint-Tropez. Da ist sie gerade einmal ein Vierteljahrhundert alt und hat so viel erlebt wie andere in einem langen Leben nicht.

Alles, was danach, bis zum Tod im 70. Lebensjahr, passiert, fasst Korbik knapp zusammen. So bewahrt sie Sagan ihre jugendliche Schwerelosigkeit. Die Lektüre verlockt zum Müßigang, zur süßen Freiheit des Nichtstuns. Zum Savoir-vivre. Das kann derzeit und gerade zum Sommerbeginn ja nicht schaden.

Juliane Fischer in Falter 26/2021 vom 02.07.2021 (S. 31)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446269446
Erscheinungsdatum 15.03.2021
Umfang 304 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Format Hardcover
Verlag Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
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