Morgen wird Sex wieder gut

Frauen und Begehren
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Guter Sex braucht mehr als Konsens! Warum „Nein heißt Nein“ nicht reicht, und wie wir eine selbstbestimmte Sexualität nach #Metoo schaffen. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen.“ Mithu Sanyal
Begehren ist politisch, und Sexualität ist Macht. Einverständnis und sexuelle Gewalt schließen sich nicht aus. Wir wissen nicht immer, was wir wollen. Und Intimität ist komplexer, als „Nein heißt Nein“ glauben lässt.
Katherine Angel nähert sich den heikelsten Themen der aktuellen Debatten über Sexualität, weibliches Begehren und Macht. Sie zeigt: Verletzlichkeit und unbewusste Wünsche und Ängste lassen sich auch durch Gesetze nicht aus der Welt schaffen. In klarer Sprache, mit Blick auf Philosophie, Geschichte und Sexualforschung lotet sie die Graubereiche der Intimität aus – verbunden mit einer Mahnung, die zugleich ein großes Versprechen ist: Erst wenn wir einander in unserer Verwundbarkeit wirklich ernst nehmen, wird Sex morgen wieder gut.

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FALTER-Rezension

"Schlechter Sex ist ein politisches Thema"

Wie kann Sex weniger wichtig werden, um uns mehr geben zu können?", fragt Katherine Angel - und hat bereits ihr zweites Buch zum Thema geschrieben. Gut so: Angel hat in Harvard und Cambridge studiert und Abschlüsse in der Geschichte der Psychiatrie und Sexualität sowie Medizingeschichte. Aktuell lehrt sie Creative and Critical Writing in London. Entsprechend kenntnisreich, klug und pointiert liest sich "Morgen wird Sex wieder gut". Wobei die Autorin das im Titel Verheißene selbst bezweifelt.

Denn Sex ist keine Ware, "nichts, was man gibt oder nimmt", sondern ein Prozess, permanentes Aushandeln, veränderlich je nach Kontext und Beteiligten. Schlechte Voraussetzungen für Gewissheiten! Statt von Mädchen und Frauen Selbsterkenntnis und -erklärung zu fordern, plädiert Angel daher an alle, "vielleicht" sagen zu lernen statt nur "ja" oder "nein" - und ein Vielleicht des Gegenübers als Einladung zu gemeinsamem Erkunden zu verstehen, nicht zur Überredung. Denn "herauszuarbeiten, was wir wollen, ist eine Lebensaufgabe [ ] Möglicherweise liegt das Glück gerade darin, dass wir niemals fertig damit werden."

Angel interessiert sich für Macht und Mitgefühl und definiert Sex als soziales und politisches Phänomen, nicht als biologisches. Konsens, Erregung, Begehren und Verletzlichkeit sind für sie zentrale Begriffe. Dass Begehren etwas anderes ist als Erregung, bildet eine Kernaussage und ein Urteil über (quantitative) Sexualforschung, die von weiblicher Lust spricht, wenn sie doch nur genitale Feuchtigkeit misst.
Es zählt zu den Qualitäten des Buches, dass Angel Entwicklungen und Diskurse aus der Wissenschaft, der Kultur und dem Feminismus darstellt, aber dabei nie Schwarzweißbilder zeichnet. Deutlich wird sie beim Thema Gewalt: "Die Verpflichtung liegt nicht bei den Frauen und darin, eine Sexualität zu haben, die Missbrauch nicht zulässt; sie liegt bei den anderen und darin, Frauen nicht zu missbrauchen."

Felice Gallé in Falter 32/2022 vom 12.08.2022 (S. 30)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446272613
Erscheinungsdatum 11.04.2022
Umfang 176 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Format Hardcover
Verlag Hanser, Carl
Übersetzung Zoë Beck, Annika Domainko
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