Der Sohn des Oligarchen

Über die globale Macht der Superreichen und den Niedergang einer Weltstadt
448 Seiten, Hardcover
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Themen Belletristik Thriller / Spannung Finanz- und Wirtschaftsthriller
ISBN 9783446283008
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 19.05.2026
Größe 21.8 x 15.3 cm
Verlag hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Übersetzung Hannes Meyer
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HerstellerangabenAnzeigen
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München
info@hanser.de
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Kurzbeschreibung des Verlags

Ein junger Hochstapler, sein mysteriöser Tod und die globalen Verstrickungen der Superreichen – nach »Imperium der Schmerzen« das neue Buch des preisgekrönten Journalisten Patrick Radden Keefe London, 2019: Als der 19-jährige Zac Brettler vom Balkon eines Luxushochhauses in den Tod stürzt, kommt eine dunkle Wahrheit ans Licht – er hatte sich als Sohn eines russischen Oligarchen ausgegeben und immer tiefer in die kriminellen Machenschaften zwielichtiger Superreicher verstrickt. Die Polizei zeigt wenig Interesse an der Aufklärung, denn in einer Stadt, die sich längst im Würgegriff der globalen Korruption befindet, scheinen gute Geschäfte mehr zu zählen als ein Menschenleben. Minutiös recherchiert und hervorragend erzählt, widmet sich Keefe dem schillerndsten Treffpunkt der internationalen High Society und offenbart, welcher Strudel aus Gewalt hinter ihrer glänzenden Fassade verborgen liegt.

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ISBN 9783446283008
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FALTER-Rezension

Auch die Polizei ist Teil der Londoner Welt aus Verbrechen ohne Sühne

Tessa Szyszkowitz in FALTER 28/2026 vom 08.07.2026 (S. 18)

In einer kalten Novembernacht stürzte sich der 19-jährige Zac Brettler vom Balkon einer Luxuswohnung unweit der Vauxhall-Brücke in die Themse. Ein Überwachungsvideo aus dem gegenüberliegenden Hauptquartier des britischen Geheimdienstes MI6 zeigt, dass der junge Mann allein war, als er sprang. Ein Selbstmord? Die verzweifelten Eltern finden nach seinem mysteriösen Tod in mühseliger Recherche heraus, dass sich ihr Kind als Sprössling eines erfundenen russischen Milliardärs ausgegeben hatte. Alarmglocken schrillen. Viel zu spät.
Das ist der Plot von "Der Sohn des Oligarchen". Ein Sachbuch, aber eines, das sich in der besten angloamerikanischen Tradition wie ein Politthriller liest. Der preisgekrönte US-Autor Patrick Radden Keefe hatte schon mit "Imperium der Schmerzen" eine Recherche abgeliefert, die tief unter die Haut ging. Ein ultimatives Porträt der Sackler-Familie, die sich als Philanthropen feiern ließen, aber mit der Erfindung des Medikaments OxyContin die tödliche Opioidkrise in den USA auslöste.

Jetzt hat Keefe, der seit 20 Jahren für den New Yorker schreibt, einen neuen Bestseller geschrieben. Er hat unzählige Stunden mit den Eltern verbracht, die weder den Tod des Sohnes verkraften können noch die Tatsache, dass die Polizei sich nicht für dessen Aufklärung zu interessieren scheint.

Dabei entstand das Stadtporträt einer Metropole, in der Einwanderer aus der ganzen Welt ihr Glück versuchen. Mit allen Mitteln. Keefes zweijährige Recherche über den Tod des Teenagers öffnet eine Tür in die Londoner Unterwelt mit glitzernden Nachtclubs, organisierter Kriminalität, schmierigen Geschäftsleuten und verschlagenen Polizeiinformanten - die Metropolitan Police selbst ist ein Teil dieser Welt aus Verbrechen ohne Sühne.

Zac Brettler stammte aus einer britischen, jüdischen Familie. Der Großvater ein legendärer Rabbiner der West London Synagogue, die Mutter hat für die Financial Times geschrieben. Der Vater arbeitet bei einem Finanzdienstleistungsunternehmen. Nichts in ihrer Biografie deutete darauf hin, dass ihr Sohn sich als Zac Ismailov ausgeben würde. Außer vielleicht, dass er in der Privatschule Mill Hill auf russische Schüler aus reichen Familien traf.

Der wendige Teenager Zac hoffte, mit Lug, Trug und heißer Luft ebenfalls reich werden zu können. Er trifft erstaunlich viele, bei denen es ebenso ist. Brettler freundet sich besonders mit einem an, dem windigen Geschäftsmann Akbar Shamji. Dieser nimmt den vermeintlichen Oligarchensohn unter seine Fittiche. Er lässt ihn mit seinem Hund spazieren gehen und stellt ihn im berüchtigten Nachtclub Annabel's seiner Clique vor.

Die Shamjis wiederum stammen ursprünglich aus Indien, wie viele Südasiaten sind sie über Uganda nach der Machtergreifung von Idi Amin 1972 in London gelandet. Als ehemalige Subjekte des britischen Empires hatten sie Anspruch auf britische Pässe. Ein Teil der Erfolgsgeschichte der Shamjis resultiert aus dem Talent, so zu tun, als hätte man den Status, den man anstrebt, schon erreicht.

Darauf fällt Zac Brettler herein. Und Akbar Shamji fällt auf Zacs Lügen herein. Irgendwann landet der Teenager in der Wohnung eines gewalttätigen Türstehers und Geldeintreibers. Was alle Protagonisten dieses Dramas vereint: ein leeres Bankkonto. Am Ende stürzt Zac in den Tod.

Keefes Buch legt die Licht-und Schattenseiten der britischen Metropole offen. Eine tragische Geschichte, die mehr über ihre Stadt erzählt, als es den Londonern lieb sein kann.

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