Mo & Moritz

224 Seiten, Taschenbuch, ab 14 Jahre
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ISBN 9783446285897
Erscheinungsdatum 27.01.2026
Genre Kinder- und Jugendbücher/Jugendbücher ab 12 Jahre
Verlag Hanser, Carl
Empf. Lesealter ab 14 Jahre
Sammlung Bücher über Liebe, Sex und Beziehungen
LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München
info@hanser.de
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Kurzbeschreibung des Verlags

Queere Romance mit Tiefgang: Zwei Jugendliche, die für ihre Liebe kämpfen und Vorurteile überwinden. Julya Rabinowichs neuer Jugendroman - Ausgezeichnet als »Jugendbuch des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

Mo stammt aus einer Familie mit muslimischen Wurzeln. Als er eine Friseurlehre in einem Wiener Nobelsalon beginnt, taucht er ein in eine glamouröse Welt. Eines Abends wird er hinter den Kulissen des Wiener Opernballs eingesetzt und verliebt sich – ausgerechnet in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Mo schwebt auf Wolke sieben – und bekommt gleichzeitig kalte Füße: Was, wenn seine Familie davon erfährt? Wird er jemals zu Moritz und seiner Liebe stehen können? Julya Rabinowich erzählt in Mo & Moritz eine Liebesgeschichte von heute, ganz nah dran an den Träumen und Hoffnungen Jugendlicher!

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ISBN 9783446285897
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FALTER-Rezension

„Ich will, dass es faire Chancen gibt“

Kirstin Breitenfellner in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 23)

Literatur wird ja wohl noch träumen dürfen. Julya Rabinowich, Autorin von vier erfolgreichen Jugendromanen, wagt ein Gedankenexperiment, das unter der Frage gestanden sein könnte: Ist es möglich, einen glaubwürdigen Roman über einen moslemischen und einen jüdischen Jugendlichen zu schreiben, die sich ineinander verlieben?

Es sei hier schon verraten: Rabinowich meistert diese schwierige Aufgabe mit Bravour. Und das liegt nicht nur daran, dass ihr fünfter Jugendroman „Mo & Moritz“ zum Schluss in einen Albtraum zu münden droht. Es ist auch der guten Portion Idealismus geschuldet, mit dem Rabinowich ausgestattet zu sein scheint. Und nicht zuletzt ist dafür die stupende Fähigkeit der Autorin verantwortlich, ambivalente Gefühle zu beschreiben und Stimmungen zu evozieren. Dadurch gelingt es ihr, keinen politischen Thesenroman, sondern ein mit prallem Leben gefülltes Stück Literatur vorzulegen.

Als der unsichere Mo den schelmisch wirkenden Moritz trifft, spürt er etwas „Wildes, Wagemutiges“ in sich. „Noch war dieses Wilde nicht allzu stark, aber er fühlte es wachsen. Eine Woche lang. Danach begann die Sehnsucht ein wenig abzustumpfen. Sie war nicht weg, aber er fühlte sie nicht so stark pochen wie eine frische Wunde, eher wie ein leicht entzündeter Fingernagel unter einem Pflaster.“

Aber zur Handlung: Mo ist aus einem nicht genannten Kriegsgebiet mit seiner Familie nach Wien geflüchtet und teilt sich das Zimmer mit Schwester und Bruder. Als er aufgrund einer (womöglich falschen) Beschuldigung aus der Schule fliegt, schanzt ihm seine Schwester Mar­yam eine Lehrstelle bei einem ­Frisör zu. Direkt neben der Staatsoper gelegen und von deren Publikum sowie Künstlerschaft frequentiert, lernt Mo dort eine neue Welt kennen.

Nicht nur weil er seinen Sinn für Schönheit schulen kann, sondern auch, weil der Inhaber, Herr Franz, alle Menschen gleich behandelt – egal, ob sie berühmt sind oder nicht.

Für Mo scheint Herr Franz eine besondere Zuneigung zu hegen, die Mo rettet, als sein Leben aus dem Ruder läuft. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Moritz, der Mo beim Wiener Opernball über den Weg läuft, wie sich später herausstellt, aus einer jüdischen Intellektuellenfamilie stammt. Sondern auch damit, dass Mos Bruder, der Homosexuelle und Juden gleichermaßen ablehnt, plötzlich verschwindet und der Gedanke aufkommt, dass er etwas mit dem Terrorverdacht zu tun haben könnte, aufgrund dessen das Konzert von Popstar Taylor Swift in Wien kurzfristig abgesagt werden muss.

Mos Vater liegt da gerade im Krankenhaus, um die von jenen Soldaten zertrümmerte Hand operieren zu lassen, die Mo und seinen Bruder für einen Bürgerkrieg zu rekrutieren versucht hatten. „Du siehst vollkommen beschissen aus“, sagt der Bruder im Streit zu Mo. „Wie so ein Scheiß-Schwuler.“ Und der Vater ist sich sicher: „Keiner meiner Söhne würde so eine Schande über die Familie bringen.“

Moritz’ Eltern sind da toleranter. Aber als sie erfahren, dass der Freund ihres Sohns Moslem ist, scheint auch hier eine Grenze erreicht. Erst recht, als die Wohnungstür der Familie mit Davidsternen und der Aufschrift „Wir kriegen dich“ beschmiert wird. Trotzdem haben Mo und Moritz mehr gemeinsam, als man zu Beginn denken würde: das Schweigen der Familie zur Vergangenheit und die Traurigkeit der Jugendlichen darüber.

Man ahnt: Die Gratwanderung, die Rabinowich absolvieren muss, um nicht dem Kolportage- und Kitschverdacht anheimzufallen, ist ­hochgefährlich. Aber es gelingt ihr ­auf traumwandlerische Weise, ihren Plot ­atmosphärisch dicht und ­psychologisch gut ­motiviert durchzuerzählen, ­Spannung und Humor inklusive.

Als Mo und Moritz den Laptop von Mos Bruder zu knacken versuchen, um an Beweise für die Anschlagspläne zu kommen, gerät ihre Beziehung an einen Tiefpunkt. Mo will seine Familie nicht verraten. Und hier endet bei Moritz das Verständnis. „Solche, die so drauf sind wie dein Bruder, bedrohen die Synagoge, in die meine Mutter geht! Und da willst du nichts tun?“

Zum Schluss muss Herr Franz als Deus ex Machina die Situation retten. „Weißt du, warum ich dich ausgewählt habe?“, fragt er Mo. „Weil ich will, dass es faire Chancen gibt in der Welt. Und weil ich in meinem kleinen Wirkungskreis ein bisschen dazu beitragen will.“

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