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| Themen | Belletristik Biografischer Roman / Autobiografischer Roman |
|---|---|
| ISBN | 9783446289505 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 15.09.2026 |
| Größe | 21 x 13.2 cm |
| Verlag | Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG |
| Übersetzung | Frank Heibert |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München info@hanser.de |
Richard Fords intime Biographie des Schreibens ist zugleich ein persönlicher Essay über die Frage, was Literatur zu politischer Literatur macht. Ein unbedarfter junger Mann mit Legasthenie liest sich im tiefsten Mississippi der 1960er-Jahre durch Dichter und Denker und beschließt zu schreiben. Wusste er, was er da tat? Und weiß er es heute, als einer der bedeutendsten Schriftsteller seines Landes? Mit dem glasklaren, unsentimentalen Blick, der sein Werk auszeichnet, betrachtet Richard Ford den eigenen Weg, besichtigt und hinterfragt sein Schreiben und stellt dabei fest, wie stark es immer schon von seinem politischen Bewusstsein geprägt war. Ein berührendes, erhellendes Selbstporträt des großen amerikanischen Schriftstellers, der es wie kein Zweiter versteht, die Conditio humana und die Lage der Welt auf den Punkt zu bringen.
| Themen | Belletristik Biografischer Roman / Autobiografischer Roman |
|---|---|
| ISBN | 9783446289505 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 15.09.2026 |
| Größe | 21 x 13.2 cm |
| Verlag | Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG |
| Übersetzung | Frank Heibert |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München info@hanser.de |
Sebastian Fasthuber in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 23)
Richard Ford wird, vor allem wegen der Romane rund um den sympathischen amerikanischen Jedermann Frank Bascombe, zu den bedeutendsten US-Autoren der Gegenwart gezählt.
In seinem Essay „In einfachen Worten“ schreibt er darüber, wie seine Laufbahn nach zwei Romanen, die bei der Kritik mittelgut wegkamen und kaum Leser fanden, beinahe geendet hätte, noch bevor sie richtig begann.
Nachdem seine Frau Kristina – ihr sind all seine Bücher gewidmet – zunächst für den Lebensunterhalt des Paares aufgekommen war, empfand er die Verantwortung, auch einmal Geld nachhause zu bringen. Mit seiner Literatur war ihm das nicht gelungen. Also heuerte er im Herbst 1981 als Sportreporter an „und startete in die besten zwei Jahre meines Lebens“, wie er diese Zeit heute erinnert.
Bei dieser Formulierung bleibt man unweigerlich hängen. Wie kann es sein, dass ein ambitionierter Schriftsteller in der Phase, in der er sich als Lohnschreiber verdingte, glücklicher war als in seinem eigentlichen Metier? Nun, Ford wähnte sich „im perfekten literarischen Nachleben“. Er wurde gut bezahlt, durfte seine Sporthelden treffen und in schicken Hotels schlafen. Dann ging die Zeitschrift, für die er schrieb, pleite.
Der Rest ist Literaturgeschichte: Ford verfasste den ersten Bascombe-Roman „Der Sportreporter“ (1986), der seinen anhaltenden Erfolg bei Kritik und Publikum begründete. „In einfachen Worten“ ist weniger Memoir als schriftstellerische Selbstreflexion. Der deutsche Titel führt in die Irre, denn der Autor mutet uns auch längere, komplexe Sätze und Gedankengänge zu. Im Original heißt das Buch „How I Got On“ (etwa: „Wie ich vorangekommen bin“), und das trifft es weit besser.
Ford beginnt mit seinem Aufwachsen in Mississippi, und wie der Rassismus in den Südstaaten ihn in jungen Jahren dazu gebracht hat, Politik für etwas beinahe Anstößiges zu halten, das in seinen Romanen keinen Platz hat. Sie handeln von den individuellen Erfahrungen, die die Figuren in ihrer jeweiligen Lebenswelt machen.
Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer war er zu Gast in Deutschland und wurde bei einer Veranstaltung gefragt, ob seine Bücher auch politisch zu lesen seien. Darüber hatte er sich zuvor nie groß Gedanken gemacht, aber die Frage ließ ihm keine Ruhe. War „Der Sportreporter“ am Ende gar ein politischer Roman?
Der Essay bietet faszinierende Einblicke nicht so sehr ins Handwerk eines Schriftstellers. Es geht um die Voraussetzungen des Schreibens und um die vielfältigen Gedanken, die hinter einem Roman stehen – zumindest wenn es ein guter Roman sein soll, der den Lesern neue Einsichten und überraschende Sätze beschert.
Ford schreibt, „wir alle wissen aus Erfahrung, dass wir auf den Schultern von Riesen stehen, wenn auch zuweilen wacklig“. Man möchte ergänzen, dass er heute zu den Großen zählt. Wer es mit dem Schreiben ernst meint, sollte dieses Buch lesen. Es ist eine fordernde Lektüre, aber auch eine schöne Ermutigung.
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