Bescheidenheit - für eine neue Ökonomie

120 Seiten, Hardcover
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Themen Wirtschaftswissenschaft, Finanzen, Betriebswirtschaft und Management Wirtschaftswissenschaft Sachbuch
ISBN 9783446434868
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 25.02.2013
Größe 180 x 121 mm
Verlag Carl Hanser Verlag
Übersetzung Markus Sedlaczek
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HerstellerangabenAnzeigen
info@hanser.de
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Kurzbeschreibung des Verlags

Mit seinem Buch "Die Ökonomie von Gut und Böse" machte Tomas Sedlacek Furore - in Deutschland, aber auch international. In seinem neuen Buch liest der "Kobold unter den farblosen Ökonomen" seiner Zunft die Leviten: Zusammen mit dem Mathematiker David Orrell kritisiert er den blinden Glauben vieler Ökonomen an mathematische Modelle, die offensichtlich nichts taugen und uns ins Verderben geführt haben: Statt mehr Sicherheit zu bringen, haben sie unsere Welt riskanter gemacht. Nun werden wir erdrückt von Schulden - und daran werden auch die immer hektischer aufgespannten Rettungsschirme nichts ändern. Sedlacek fordert etwas Unzeitgemäßes und gerade deshalb sehr Aktuelles: mehr Bescheidenheit.

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ISBN 9783446434868
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Erscheinungsdatum 25.02.2013
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FALTER-Rezension

Zahlenfixiertheit und Geisterbeschwörung

Josef Gepp in FALTER 11/2013 vom 13.03.2013 (S. 31)

Ökonomie: TomᚠSedláček und David Orell stellen die menschliche Rationalität in Wirtschaftsdingen infrage

Die Ökonomie von Gut und Böse" des Tschechen TomᚠSedláček sprengte 2009 alle Verkaufserwartungen, heimste zahlreiche Preise ein und hat in dramatisierter Fassung sogar das Tschechische Nationaltheaters erobert.
Sedláček stellte die großen Zukunftsfragen und gab wortgewaltig und mit philosophischer Tiefe Antworten. Sein neues Buch trägt den schlichten Titel "Bescheidenheit" und die ambitionierte Unterzeile "Für eine neue Ökonomie".
Es wirkt ein wenig unausgegoren, als hätte Sedláček noch schnell ein Buch nachgeschossen, solange er in aller Munde ist, und besteht aus einem Gespräch mit dem kanadischen Mathematiker David Orrell, ursprünglich fürs Radio aufgezeichnet. Orrell befasst sich mit Modelltheorien in Ökonomie und Meteorologie.
Die Fundamentalkritiken an der Wirtschaftswelt, wie man sie in letzter Zeit häufig liest, halten sich nicht mit feineren Justierungen auf, etwa mit der Streitfrage, ob eher Sparmaßnahmen oder Investitionen aus der derzeitigen Krise helfen könnten. Auch "Bescheidenheit" stellt sich in die Tradition vieler Bücher der letzten Jahre, die meinten: An unserem Wirtschaftssystem muss sich grundsätzlich etwas ändern.
Die Frage ist nur: Was? Auf die Antwort darauf wartet man 117 Seiten lang umsonst. Das Buch stellt Befunde auf, ohne Lösungsvorschläge anzubieten. Diese sind interessant, eloquent formuliert und kurzweilig. Die Autoren ergründen, welche Systemmängel zu den Kreditblasen, Wachstums­einbrüchen und Schuldenbergen geführt haben. Schuld seien der Rationalismus und die Zahlenfixiertheit der Gegenwart.
Letztlich glichen diese auch nur einem Glauben, der nicht näher an der Wahrheit sei als ein religiöser Ritus, der sich Sicherheit verschaffen will, indem er einen Gott beschwört. Die modernen Zahlenspielereien würden sich aber vom Ritus unterscheiden, indem sie vorgaukeln, die Zukunft zu kennen. Dies sei der Hintergrund zum Aufstieg jener Börsen- und Derivatgeschäfte, die unser Wirtschaftssystem fast kollabieren ließen. Der Glaube an die menschliche Ratio sei gefährlich irrational, meinen Sedláček und Orrell. Stattdessen müsse die "Ungewissheit eingestanden und begriffen werden".
Der Titel ist also nicht, wie man glauben könnte, als materielle Einschränkung in Konsumdingen zu verstehen, er meint eher eine Demut im Kopf. Denn selbst die raffinierteste Statistik kann nicht in die Zukunft blicken. Oft ist sie ungefähr so valide wie eine Geisterbeschwörung. Wie dem Kult um die Rationalität ein Ende gemacht werden könnte und, vor allem, was auf ihn folgen könnte – darauf gibt es keine Antwort.

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