Das große Herder Bilderlexikon

Die ganze Welt in mehr als 600 Bildern
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Kurzbeschreibung des Verlags:


Spannendes Wissen und faszinierende Welten auf doppelseitigen Panoramabildern lassen Kinder die Welt selbst entdecken. Das große Herder Bilderlexikon mit seinem einzigartigen themenorientierten Konzept vermittelt Weltwissen ausgehend vom Alltag der Kinder, fördert Sprachfähigkeit und lädt mit seinen mehr als 600 Bildern zum Schmökern und Träumen ein. Die Neuausgabe des Klassikers – aktualisiert und überarbeitet – von Kindern geliebt, von Eltern geschätzt, von Pädagogen empfohlen.

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FALTER-Rezension

Hoch leben die schönsten Kindersachbücher!

Passen perfekt zum Schulbeginn: Wissensbücher, die nicht nur aufklären, sondern die Fantasie anregen

Blättern, anschauen, sehen und verstehen: Kindersachbücher sind ein rasant wachsender Markt. Immer spektakulärer, immer bunter werden die Bildbände mit aufklärerischem Anspruch. Es gibt kein Thema, zu dem sich nicht ein Büchlein findet. In Zeiten computerunterstützter Grafiken und Zeichnungen sind auch kunstvoll von Hand gezeichnete Bücher wieder in Mode gekommen. Der Falter hat aus den Neuerscheinungen dieses Herbstes die schönsten und interessantesten Kindersachbücher ausgewählt und dazu ein paar empfehlenswerte Sachbuch-Klassiker der letzten Jahre gestellt.

Der Mond ist kein Käse!
Wie sieht der Mond für Mäuse aus? Natürlich wie ein Käse! Manchmal weiß wie Camembert oder gelb wie ein Gouda, dann wieder rot wie ein Cheddar. Die kleine Maus lässt sich nicht beirren. Der Mond ist ein Stein, glaubt sie. Und sie will dorthin, als erste Maus der Welt. Zu ihrer Betrübnis findet sie heraus, dass er weiter weg ist als vermutet und in einem eisigen, luftleeren Weltall kreist, aber sie lässt sich nicht entmutigen.
Der Bilderbuchkünstler Torben Kuhlmann ließ seine niedliche Maus in berückend schönen, aufwendigen Bildern schon auf den Spuren des Luftfahrtpioniers Charles Lindbergh wandeln („Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“, 2014), nun ist Neil Arm­strong an der Reihe, dessen Geschichte allerdings nicht nacherzählt, sondern in einen Mäusehorizont verfrachtet wird. Ein Abenteuer mit Lerneffekt, dem man mit dem schnöden Wort Edutainment kaum gerecht wird.

Hypothesen und Experimente
Professor Astrokatz ist ein blauer Kater, dessen Neugier keine ­Grenzen kennt. In dem 2014 erschienenen Band „Professor Astrokatz. Universum ohne Grenzen“ unternahm er eine Reise durch das Universum. Im neuen Band über „Physik ohne Grenzen“ bleibt er zumeist auf der Erde. Er beschäftigt sich mit praktischen Problemen – „Wie halten sich Flugzeuge in der Luft?“ oder „Warum kann ich nicht bis zum Dach dieses Hauses hochspringen?“ –, aber auch mit theoretischen: „Woraus ist die Welt gemacht?“ oder „Warum sind die Dinge exakt so angeordnet und nicht anders?“.
In kleinen Wissensbissen, untermauert von fröhlichen, flächigen Illus, liefert dieses Bilderbuch auch ein Verständnis dafür, wie man an Fragen beiderlei Art herangeht: mit Experimenten und Hypothesen. Dabei wird dann etwa bei Sonne oder Regen mit dem Wasserschlauch gespritzt, um zu sehen, wie ein Regenbogen entsteht. Wunderschön und lehrreich.

Seinen Augen nicht trauen
Auf einem Bild bewegen sich kleine Blätter im Wind, ein anderes stürzt in sich zusammen, und auf einem dritten wandern Punkte herum. Man streicht über das Papier, das ruhig vor einem liegt. Man traut seinen Augen nicht – und lernt dabei eine Menge über dieselben.
Clive Gifford hat nicht nur eine Menge bekannter und wenig ­bekannter optischer Täuschungen in Form von Illustrationen und Fotografien versammelt, er erklärt anhand dieser auch, wie unser Gehirn, unser Nervensystem und natürlich unser Auge funktionieren. Was sind Nachbilder? Wie entstehen Farbillusionen? Wie kann man unser Auge mit Perspektiven foppen? Und warum sieht man auf manchen Bildern zwei, wie den berühmten Hasen, der auch eine Ente sein kann? Bei jedem Bild gerät eine kleine Selbstverständlichkeit aus den Fugen. Und man begreift – vielleicht zum ersten Mal –, dass das, was man sieht, nicht identisch mit der realen Welt ist.

Null bedeutet nichts, oder?
Abstraktes Denken ist dem Menschen nicht in die Wiege gelegt. Es entwickelt sich aus der konkreten Erfahrung. Henriette Boerendans führt Kinder ab drei Jahren mit farbigen Holzschnitten anhand der Nachwuchsgröße von Tieren durch die Zahlenreihe von eins bis zehn und darüber hinaus.
Der Elefant hat ein Baby, das aber zwei Jahre ausgetragen wird, ein Tiger auch schon einmal fünf, so viele, wie man selbst Zehen und Finger besitzt. Das Schildkrötenbaby ist kleiner als ein Lego-Stein, kann aber älter als Oma und Opa werden. Acht Arme und drei Herzen hat der Tintenfisch, aber er kann 50 Eier legen. Das Seepferdchen 100 – und sie wachsen in Papas Bauch. Und der Dodo? Von seinen Eiern blieb keins übrig. Er ist ausgestorben. „Null bedeutet eigentlich, dass etwas, was du suchst, nicht da ist.“ Dass Null eine wunderbare Zahl ist, die die anderen Zahlen „vermehren“ kann, können die Kleinen ja später noch lernen.

Das klassische Bilderlexikon
Es gibt sie noch, die klassischen ­Kindersachbücher mit dem „Ich erklär dir alles über die Welt“-Anspruch, aber sie kommen als Neuauflage daher. „Das große Herder Bilderlexikon“ ist so ein Wälzer. 224 Seiten, zumeist doppelseitige Panoramen, erzählen von so ziemlich allem, was man wissen will. Von der Urzeit, den Tieren, die damals lebten, über die Welt der Gefährte, der Flugzeuge, der Fahrräder und Schiffe, über Pflanzen und Tiere in den verschiedenen Klimazonen der Welt bis hin zu Speisen, Kleidern, Berufen und der Raumfahrt. Viel Text gibt es nicht, sondern nur kleine Erklärungen, mit Ziffern markiert; ganz so, als stünde man vor einem Georama in einem Museum. Weltwissen in 600 Bildern, das funktioniert tatsächlich.
Vor einem Jahr wurde dieser Kinderbuchklassiker neu überarbeitet und ergänzt. Das Vorgängerwerk endete noch vor der Erfindung des Internets und der Mobiltelefone und die Berufe waren noch sehr klassisch im Mann/Frau-Schema eingeteilt.
Der enzyklopädische Anspruch des „Großen Herder Bilderlexikons“ hat fast etwas Beruhigendes. Er ist die Antithese zu den vielen kleinen monothematischen Sachbüchern, die es für Kinder ja auch gibt – ausgestattet mit Folien zum Drüberlegen oder diversen Attraktionen wie 3-D-Effekt, Tonwiedergabe oder einer Art Taschenlampe. Hier kann man schmökern und Dinge entdecken, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie einen interessieren und überraschen würden. In modernen Worten: Es ist die Antwort für alle, die wollen, dass ihre Kinder raus aus der Blase ihres momentanen Interesses (seien es Indianer, Dinosaurier oder Hexen) kommen.

Mit dem Zeichenstift auf Urlaub
Im November dieses Jahres wäre ­Miroslav Sasek 100 Jahre alt geworden. In Prag geboren, als Architekt ausgebildet, emigrierte der Kinderbuchautor nach der kommunistischen Machtübernahme zuerst nach München, wo er für den westlichen Aufklärungssender Radio Free Europa arbeitete, und lebte dann in Paris, wo er auch starb.
Der Kunstmann-Verlag würdigt den Zeichner mit einer Sonderausgabe voll mit ausgewählten Seiten seiner Städte- und Länderbücher. Über einen Zeitraum von 15 Jahren bereiste ­Sasek die Welt und porträtierte die Orte, die er besuchte, mit sicherem Gespür für Details und den Blick aufs große Ganze.
Zugegeben, für Kinder, die mit moderner, an das Fernsehen und Internet angelehnter Kinderbuchoptik vertraut sind, mögen Saseks wunderschöne Illustrationen vielleicht ungewohnt wirken und die dazugestellten Erklärungen etwas altmodisch. Sie stammen schließlich aus einer Zeit, als das Reisen noch etwas für wenige war und kein Massenphänomen. Und sie zeigen eine Welt, in der Städte noch nicht durch die Globalisierung vereinheitlicht waren und die gleichen Einkaufsketten die Stadtzentren prägten und ihre Bewohner in nahezu gleichen Moden herumliefen.
Gerade deshalb ist Saseks Blick auf das Alltagsleben in Paris, London, San Francisco und Hongkong berührend und aufschlussreich. Der Hot-Dog-Verkäufer stand damals eben nur in New York und die getrockneten Nahrungsmittel bekam man nur am Markt in Hongkong.
Mit diesem Buch unternimmt man nicht nur eine Reise um die Welt, sondern gleichzeitig auch eine Zeitreise. Ältere Kinder und natürlich Erwachsene haben sicherlich eine Freude damit. Schade nur, dass Wien keine Station ist. Dafür wird München gewürdigt.

Ganz tief hinein
Wohin fließt das Regenwasser, nachdem es in den Kanal geronnen ist? Was passiert, wenn ich auf der Toilette die Spülung drücke, mit meinem Lulu? Und wenn ich tief in die Erde bohre, wird sie dann flüssig? Kinder im Vorschul- und Schulalter lieben Fragen wie diese, die sie in für sie unbekannte Welten entführen. Das, was unter uns ist: Wasser und Erde.
Das polnische Künstlerpaar Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński hatten mit „Alle Welt. Das Landkartenbuch“ vor zwei Jahren schon ein wunderschönes Erklärbuch vorgelegt, voller witziger Details und kluger Erklärungen. Es wurde in viele Sprachen übersetzt und ist preisgekrönt, schon heute ein moderner Kindersachbuchklassiker. Mit dem Wendebuch „Unter der Erde – Tief im Wasser“ haben sie erneut ein Kindersachbuch gezeichnet und geschrieben, dass den Wissensdurst und die Fantasie gleichermaßen befriedigt.
Auf der „Erde“-Seite werden Würmer und Wimmeltiere hergezeigt, Höhlenbewohner und das Reich des Maulwurfs. Eine andere Doppelseite zeigt, wie tief die stärksten Bäume wurzeln. Auf der „Wasser“-Seite lernt man Rekordtaucher kennen, kann sich die ersten Unterwasserboote anschauen und Bohrinseln mit ihren Bohrröhren bestaunen. So unterschiedliche Dinge wie Goldminen in Südafrika, Vulkanausbrüche, Riesenasseln, Gespensterfische und drei Meter lange Regenwürmer sind dabei zu entdecken.

Vom Wunder des Lebens
Dieser niederländische, mehrfach preis­gekrönte Bestseller aus dem Jahr 2013 ist ein weiterer moderner Klassiker des Genres neues, aufwendig illustriertes Kindersachbuch. Mit witzigen Illustrationen und einer direkten, unprätentiösen, fast saloppen Sprache erzählt „Evolution“ in kurzen Kapiteln vom Wunder des Lebens. Komplexe Inhalte werden verständlich, auch für Eltern, die sich nicht mehr an den Biologieunterricht erinnern - oder Sachen lernten, die inzwischen überholt sind.
Warum ist das Pantoffeltierchen ein Musterbeispiel für Evolution? Was ist eine DNA und warum hören wir in Krimis immer von ihr? Wer war Darwin und warum hat er so lange gebraucht, bis er sein erstes Buch geschrieben hat? Wer glaubt heute an seine Lehren, und wer nicht?

Schräge Häuser
Ein Haus, das aus Sandsäcken gebaut wurde? Eines, das wie eine Hobbit-Behausung aussieht? Und eines in einer Röhre, noch dazu in Österreich? Mit „Treppe Fenster Klo“ gelang den polnischen Kinderbuchkünstlern Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński vor vier Jahren ein zeitloser Klassiker, der nicht nur im Regal von Architektenpärchen seinen Platz gefunden hat. Es zeigt ungewöhnliche Einfamilienhäuser auf der ganzen Welt, erklärt, wer sie gebaut hat, wie sie funktionieren, eingerichtet sind und wo sie stehen.
Kinder, die ja selber die besten Architekten sind, in der Sankiste, vor der Lego-Kiste oder ganz einfach im Wald, kippen nicht nur auf die originellen Profi-Bauwerke rein, sie sind auch sofort fasziniert von der Tatsache, dass es sie wirklich gibt. „Können wir da einmal hin und uns das anschauen?“, heißt es dann sofort.

Kirstin Breitenfellner in Falter 37/2016 vom 16.09.2016 (S. 46)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783451713316
Ausgabe 2. Auflage
Erscheinungsdatum 08.09.2015
Umfang 224 Seiten
Genre Kinder- und Jugendbücher/Sachbücher, Sachbilderbücher/Religion, Philosophie, Psychologie
Format Hardcover
Verlag kizz in Herder

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