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Kurzbeschreibung des Verlags
Caroline Darian erzählt in diesem tagebuchartigen Bericht, wie die Familie den Pelicot-Prozess erlebt hat. Dass ihr Vater Dominique Pelicot sich nicht dazu äußert, ob er auch sie missbraucht hat. Sein Schweigen trifft sie ebenso hart wie das ihrer Mutter.
Am 19. Dezember 2024 endete der größte Vergewaltigungsprozess unseres Jahrhunderts, der Pelicot-Prozess: ein Meilenstein im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen. In ihrem zweiten Buch beleuchtet Caroline Darian, Tochter des Opfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, klar und mutig die erheblichen Lücken im Ermittlungsverfahren. Auch sie selbst ist davon betroffen: Ihr Vater hat sie betäubt, fotografiert und vermutlich missbraucht. Caroline setzt ihren Kampf gegen die sogenannte chemische Unterwerfung fort, damit all die Opfer ohne Beweise oder Erinnerungen nicht vergessen werden. Sie hat Wege geebnet, um die Gesetzeslage in Frankreich zu verändern. Ihr unerschütterlicher Einsatz ist unbezahlbar und schenkt uns Hoffnung und Mut.
Gisèle Pelicot blieb bei weitem nicht das einzige Opfer ihres Mannes Dominique (siehe Rezension links). Auch von der gemeinsamen Tochter Caroline Darian tauchten Fotos auf: Auf einem davon ist sie halbnackt. Wie ihre Mutter trägt sie darauf Unterwäsche, die sie noch nie gesehen hat, und kann sich an nichts erinnern. Sie ist überzeugt, dass sie "betäubt wurde, um von meinem Vater missbraucht zu werden". Er bestreitet das. Anders als bei ihrer Mutter existieren dafür auch keine Beweise, doch Darian findet, es werde auch nicht genug getan, um diese zu finden. In ihrem Buch schreibt sie daher: "Ich betrachte mich in diesem Prozess als die große Vergessene."
Auch von ihrer Mutter fühlt sich Darian alleingelassen, da diese sich vor Gericht zurückhaltend zum Fall ihrer Tochter äußerte. In ihrem eigenen Buch erklärt Gisèle Pelicot dazu, sie wolle einfach nicht an Missbrauch glauben, solange es keine Beweise gebe. Immerhin halten Mutter und Tochter Kontakt.
Darian richtet ihr Buch stark an die Justiz und die Politik. Wie ihre Mutter berichtet sie von weiteren Straftaten, derer Dominique Pelicot inzwischen überführt wurde: Schon 1999 versuchte er, bei einer Wohnungsbesichtigung eine damals 20-jährige Immobilienmaklerin zu betäuben und zu vergewaltigen - sie entkam. Mehr noch, war schon 1990 eine junge Maklerin auf ganz ähnliche Weise attackiert und sogar getötet worden -doch hier ging die Spermaprobe verloren. Ob solcher Versäumnisse zeigt sich Darian "fassungslos".
Die 47-Jährige ist auch überzeugt, dass die sogenannte "chemische Unterwerfung" viel häufiger vorkommt als gedacht, und das auch im häuslichen Bereich. Sie ist Mitbegründerin des Vereins M'Endors Pas ("Betäub mich nicht"), der darüber aufklärt. An ihrer Seite hat sie die Abgeordnete Sandrine Josso, der der Senator Joel Guerriau in seiner Wohnung ein Betäubungsmittel ins Getränk gemischt hat. Vor wenigen Wochen wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Darian will "für alle Opfer weiterkämpfen".