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| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Gesellschaft und Kultur, allgemein Soziale und ethische Themen |
|---|---|
| ISBN | 9783492065733 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.05.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.6 cm |
| Verlag | Piper |
| Sammlung | Unsere Bestseller |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Piper Verlag GmbH Georgenstraße 4 | DE-80799 München info@piper.de |
Unsere Welt belohnt die Lauten statt die Nachdenklichen, die Selbstdarsteller statt die Innenmenschen. Juliane Marie Schreiber zeigt mit Witz und Widerstand, warum das kein Zufall ist, sondern System hat. Warum extrovertiertes Auftreten oft mehr zählt als Substanz – obwohl gerade in sich gekehrte Menschen starke Fähigkeiten für eine ungewisse Zukunft verkörpern: Autonomie, Kreativität und Resilienz. Doch dafür darf man sich nicht am Zeitgeist oder den Erwartungen anderer orientieren. Dieses Buch ist eine Einladung zur Rückkehr nach innen – und ein explosives Plädoyer für eine neue Kultur des Denkens: Tiefe statt Tempo.
| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Gesellschaft und Kultur, allgemein Soziale und ethische Themen |
|---|---|
| ISBN | 9783492065733 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.05.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.6 cm |
| Verlag | Piper |
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Kirstin Breitenfellner in FALTER 31/2026 vom 29.07.2026 (S. 28)
In einer Welt der Selbstvermarktung, Dauerbelastung und neuen Rücksichtslosigkeit wird Ruhe zum seltenen Gut und Rückzug oft negativ bewertet. Anders gesagt: Den Extrovertierten gehört heute die Welt, während Introvertierte als verschlossen, arrogant und sogar abnormal gelten. Diese Vorurteile möchte die Politologin und Publizistin Juliane Marie Schreiber mit ihrem Buch "Wir sind Dynamit. Ein Manifest für Introvertierte in einer Welt der Selbstdarstellung" ausräumen.
Schreibers Grundthese lautet: "Wir leben in einer Zeit, die den schnellen Effekt belohnt. Doch die aktuellen Konflikte und Spaltungen fordern das Gegenteil: Zuhören, Einfühlen und komplexes Nachdenken." Introvertierte oder Innenmenschen, wie Schreiber sie lieber nennt, sind für sie existenziell für Demokratien, denn sie widersetzen sich der Macht der Konformität. Sie bevorzugen Tiefe statt Tempo, Autonomie statt Status, Reflexion und Diplomatie statt Sturheit und Machtansprüche.
Introversion bedeutet für Schreiber kein Defizit, sondern eine "grundlegende Form der Weltbegegnung", die wie viele Eigenschaften auf einem Spektrum liegt. Unter Kunstschaffenden und Forschenden sind Introvertierte stark vertreten. Schreiber erwähnt Marie Curie, Paul Cézanne, Agatha Christie, Alfred Nobel oder Nikola Tesla. Steve Silberman hat diesen Menschen, heute gerne "Nerds" genannt, mit "Geniale Störung"(2016) eine bahnbrechende Monografie gewidmet.
Ihr ernstes Thema geht Schreiber unterhaltsam an, mit flottem Stil, Gedichten in der Nachfolge von Dante, vollmundigen Forderungen und einer guten Portion Sarkasmus. Anders als Susan Cains "Still. Die Kraft der Introvertierten" von 2012 will sie nicht primär einen Schlüssel dafür geben, wie Innenmenschen mit ihren Problemen besser umgehen können, sondern legt mit ihrem Manifest ein Plädoyer an die Lauten vor, die Leisen mehr zu respektieren und weniger zu benachteiligen. Und eröffnet damit eine notwendige Debatte.
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