Die Sprengung

Der Nord‑Stream‑Anschlag, die Jagd nach den Tätern und Deutschlands Verrat an der Ukraine | Ein Tatsachenthriller vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs
288 Seiten, Hardcover
€ 22,70
-
+
Lieferung in 2-5 Werktagen

Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir legen Ihr Produkt in den Warenkorb.

Mehr Informationen
ISBN 9783492075091
Erscheinungsdatum 02.04.2026
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Verlag Piper
LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4 | DE-80799 München
info@piper.de
Unsere Prinzipien
  • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
  • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
  • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
  • ✔ hohe Sicherheit durch SSL-Verschlüsselung (RSA 4096 bit)
  • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
  • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post
Kurzbeschreibung des Verlags


Am 8. September 2022 sticht von Rügen aus eine in die Jahre gekommene Segeljacht in die Ostsee. An Bord: fünf Männer, eine Frau und schweres Tauchgerät. Zweieinhalb Wochen später detonieren Sprengladungen an drei von vier Strängen der Nord-Stream-Pipelines. Die Druckwellen registrieren Seismografen in ganz Skandinavien. Die Bilder der Methangasblasen an der Meeresoberfläche gehen um die Welt.


Oliver Schröm und Ulrich Thiele rekonstruieren den Anschlag aus über hundert vertraulichen Gesprächen mit Ermittlern, Geheimdienstmitarbeitern, Ministern und früheren Regierungschefs, diesseits und jenseits des Atlantiks. Gestützt auf Ermittlungsakten, interne Dokumente, Chatverläufe und persönliche Aufzeichnungen entsteht ein umfassendes Bild der größten Sabotageaktion seit dem Zweiten Weltkrieg. Investigativer Journalismus, der sich liest wie ein Spionage-Thriller.


Das Buch führt an Bord der Jacht Andromeda und in die CIA-Zentrale in Langley, in diplomatische Hinterzimmer und einen abhörsicheren Raum des Bundestags, in TV-Studios und an geheime Orte in der Ukraine. Immer wieder mittendrin: der damalige Kanzler Olaf Scholz und sein Strippenzieher Wolfgang Schmidt, die ihre eigene Agenda verfolgen und ihre Beziehungen zu einflussreichen Journalisten spielen lassen.


Im Kern steht eine Frage, die bis heute nicht beantwortet ist: Was waren die wahren Motive für Scholz‘ hinhaltendes Agieren in der Ukraine-Politik, das die Beziehungen zum angegriffenen Land und zu wichtigen Verbündeten bis heute belastet?


Eine packend erzählte Geschichte, die noch nicht zu Ende ist.


 



Was Sie in diesem Buch erfahren:


  • Wie ein kleines ukrainisches Kommando die Operation plante und von einer Segeljacht aus in 80 Metern Tiefe durchführte
  • Was westliche Geheimdienste im Vorfeld wussten und warum niemand eingriff
  • Welche Rolle das Kanzleramt spielte: die internen Abwägungen, das Durchsickern von geheimen Informationen und die Folgen für die deutsch-ukrainischen Beziehungen

  •   


     


    Mehr Informationen
    ISBN 9783492075091
    Erscheinungsdatum 02.04.2026
    Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
    Verlag Piper
    LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
    HerstellerangabenAnzeigen
    Piper Verlag GmbH
    Georgenstraße 4 | DE-80799 München
    info@piper.de
    Unsere Prinzipien
    • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
    • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
    • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
    • ✔ hohe Sicherheit durch SSL-Verschlüsselung (RSA 4096 bit)
    • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
    • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post
    FALTER-Rezension

    Was wusste Selenskyj über die Nord-Stream-Sabotage?

    Tessa Szyszkowitz in FALTER 17/2026 vom 22.04.2026 (S. 22)

    17 Milliarden Euro hat der Bau von Nord Stream 1 und 2 gekostet. Die Rohre sind die längsten Unterwasserpipelines der Welt, sie führen tief unter der Meeresoberfläche auf dem Ostseeboden von Russland nach Deutschland -in Umgehung der Ukraine. Und sie sollten jährlich bis zu 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Westeuropa bringen.
    Am 26. September 2022 explodierten die Pipelines. Beide Stränge von Nord Stream 1, die bereits operativ waren, und einer von Nord Stream 2 liefern kein Gas mehr. Die gigantischen Geysire mitten im Meer führten nicht nur zur größten jemals von Menschen verursachten Freisetzung von Treibhausgas in die Atmosphäre. Sie ließen auch Spekulationen darüber explodieren, wer hinter der Sabotage steckte.

    "Die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines ist der größte Sabotageakt der modernen Geschichte", schreibt Bojan Pancevski in "Die Nord-Stream-Sprengung", das soeben auf Englisch und auf Deutsch gleichzeitig erschienen ist. Der aus Mazedonien stammende Journalist ist seit über einem Jahrzehnt als Korrespondent in der Ukraine tätig, er überrascht mit ausgesprochen engen Beziehungen zu ukrainischen Militärs und Geheimdienstagenten.

    Sie haben ihm tiefe Einblicke in die "Operation Diameter" gegeben. Wie die Idee bei einem Besäufnis in Kyjiw im April 2022 entstand, wer sie vorbereitete, wer informiert wurde: Pancevskis Buch ist eine Mischung aus politischer Intrige, Agententhriller und Abenteuerroman.

    Um die Kontakte zu schützen, nennt Pancevski keine Namen. Das Autorenduo Oliver Schröm und Ulrich Thiele dagegen schon. In ihrem Buch "Die Sprengung - Der Nord-Stream-Anschlag, die Jagd nach den Tätern und Deutschlands Verrat an der Ukraine" ist dabei wie bei Pancevski klar, dass eine Gruppe von Ukrainern die Sache ausgeheckt hat: "Die Pipeline sieht sie als ein legitimes Angriffsziel im Krieg, zumal Russland selbst Energieinfrastruktur innerhalb der Ukraine angreift." Die Saboteure Wassil Burba, bis 2020 Leiter des Militärnachrichtendienstes GUR, und die Geheimdienstagenten Roman Cherwinsky und Serhii Kuznetsov wollten sich oben absichern und kontaktieren Walerij Saluschnyj. Er war bis 2023 Armeechef. Heute ist er Botschafter in Großbritannien.

    Saluschnyj, heute als potenzieller Nachfolger von Wolodymyr Selenskyj im Gespräch, segnete die Sache ab. Selenskyj selbst wusste von nichts, schreiben Schröm und Thiele. Pancevski scheint das für unwahrscheinlich zu halten. "Selenskyj, der in der ersten Kriegsphase in einem Atombunker aus Sowjetzeiten arbeitete, der sich tief unter seinem offiziellen Amtssitz befand, war zu Beginn nicht eingeweiht", schreibt er. Aber: "Saluschnyj unterrichtete als braver Soldat den Präsidenten, ,um sich das ordnungsgemäß absegnen zu lassen und seinen eigenen Arsch zu retten', wie es ein ehemaliger enger Berater des Armeechefs formulierte." Selenskyj hat stets jedes Wissen über die Sabotage von sich gewiesen.

    Am 19. September 2022 jedenfalls stechen die Saboteure auf der Jacht Andromeda in eine stürmische, graue Ostsee. An einer Boje 80 Meter über den Pipelines springen die Taucher ins Wasser. Sie befestigen Bomben an den beiden Strängen von Nord Stream 1 und an Strang A von Nord Stream 2. Bei einer zweiten Tauchaktion befestigen sie eine zweite Bombe auf Strang A statt Strang B von Nord Stream 2. Die Zeitzünder sind auf den 26. September eingestellt. Sie explodieren zeitgerecht.

    Die diplomatischen Schockwellen breiten sich sofort aus. Und die Gerüchteküche brodelt wie die Geysire in der trüben Ostsee. Der polnische Politiker Radek Sikorski postet: "Thank you, USA!" Er löscht den Tweet bald wieder, politisch ist er heikel und inhaltlich vielleicht falsch.

    Wenn die Recherchen stimmen, dann ist es fast unglaublich, wie selbstgebastelt die "Operation Diameter" geplant und durchgeführt wurde. Haben die Ukrainer wirklich ohne Hilfe des CIA gehandelt? Zweifel bleiben.

    Und nicht alle schauen in die USA. Der polnische Premier Mateusz Mazowiecki macht Russland verantwortlich. Auch Kyjiw bezichtigt Moskau. Westliche Sicherheitsdienste melden, russische Schiffe seien zur selben Zeit in der Nähe gewesen.

    Da kommt es Moskau gelegen, dass Seymour Hersh, ehemals hoch geschätzter investigativer US-Journalist, die Schuld an der Sabotage dem Geheimdienst CIA gibt. Hersh aber hat in seinem Artikel schlampig gearbeitet, Fehler gemacht und setzt sich dem Vorwurf aus, sich vom Kreml instrumentalisieren zu lassen.

    Oliver Schröm und Ulrich Thiele nehmen in ihrem Buch dafür den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz und seinen Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt in die Zange. Scholz hatte den Bau von Nord Stream erst unterstützt, dann unter dem Eindruck der Vollinvasion Russlands in die Ukraine zugedreht. Die Autoren werfen Schmidt vor, er sei von den Plänen einer Sabotage vorab informiert worden und sei mit dem Wissen manipulativ umgegangen.

    Man könnte die Geschichte auch als Zwickmühle erzählen: Wie sollte die deutsche Regierung ihrer Öffentlichkeit weitere Finanzhilfen und Waffenlieferungen an die Ukraine schmackhaft machen, wenn gleichzeitig Ukrainer die deutsche Wirtschaft durch Sprengung einer Pipeline beschädigten?

    Die Sabotage am Meeresboden hat nicht nur ökonomischen Schaden angerichtet. Die politische Sprengkraft zeigt sich auch an den Ermittlungen der deutschen Polizei, wie Pancevski im zweiten Teil des Buches darstellt. Weder die Ukraine noch Polen wollen den Deutschen helfen, die Sprengung aufzuklären. Von Russland und den USA ist unter den derzeitigen Regierungen auch eher Desinformation zu erwarten.

    Deutschland ermittelt noch immer. Bisher ist der ukrainische Militäroffizier Serhii Kuznetsov der Einzige, der in einem deutschen Gefängnis auf einen Prozess wartet. Die anderen sind in Freiheit. Für die einen sind sie Straftäter. Für die anderen patriotische Helden.

    In dieser Rezension ebenfalls besprochen:

    weiterlesen