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| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Politik und Staat Politische Ideologien und Bewegungen |
|---|---|
| ISBN | 9783498009885 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 14.08.2026 |
| Größe | 19.5 x 12 cm |
| Verlag | Rowohlt |
| Übersetzung | Stephan Gebauer |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Rowohlt Verlag GmbH Kirchenallee 19 | DE-20099 Hamburg produktsicherheit@rowohlt.de |
In seinem neuen Buch stellt der niederländische Historiker und Bestseller-Autor Rutger Bregman die große Frage nach dem Sinn des Lebens. Er beobachtet einen tiefgreifenden moralischen Verfall innerhalb der westlichen Eliten, vergleicht den aktuellen Zustand der USA mit dem Zerfall des Römischen Reiches. Dagegen möchte er aufbegehren und für die Demokratie kämpfen. Bregman verbindet eine politische Diagnose mit autobiografischen Reflexionen. In einem dringlichen Appell plädiert er für einen radikalen Humanismus, für eine Revolution der Anständigen – und er skizziert eine Utopie: Er wünscht sich den Staat als mutigen Investor, fordert fundamentale Steuergerechtigkeit und eine Ökonomie, die menschliche Zuwendung als Segen statt als Kostenfaktor begreift.
Ein kraftvolles, bewegendes Buch mit einem positiven Blick auf die Menschheit .
| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften Politik und Staat Politische Ideologien und Bewegungen |
|---|---|
| ISBN | 9783498009885 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 14.08.2026 |
| Größe | 19.5 x 12 cm |
| Verlag | Rowohlt |
| Übersetzung | Stephan Gebauer |
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Robert Misik in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 32)
Ich bin Optimist durch und durch, aus Temperament und aus Prinzip“, bemerkte Victor Adler einmal, der Begründer der österreichischen Arbeiterbewegung. „Aus Prinzip, weil ich glaube, bemerkt zu haben, dass nur der Optimismus … was zuwege bringt. Der Pessimismus ist seiner Natur nach impotent.“ Antonio Gramsci sprach in einer berühmten Wendung vom „Pessimismus des Verstandes“ und dem „Optimismus des Willens“, also dem kalten Realismus angesichts bedrückender Umstände, die aber ohne Optimismus nicht zu ändern seien. Der britische Marxist unserer Tage, Terry Eagleton, schrieb vor einigen Jahren ein ganzes Buch mit dem Titel „Hoffnungsvoll, aber nicht optimistisch“, denn Optimismus sei eine – mitunter unrealistische – Erwartung an die Zukunft, die Hoffnung aber eine Haltung zur Zukunft. „Um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben“, notierte Walter Benjamin auf seine mitunter etwas spitzfindige Weise, über die dann Generationen grübeln durften.
Eine Welt, die in Negativismus versinkt, spielt jenen in die Hände, die Erregung, Empörung und den Hader bewirtschaften – und macht die Rechtsextremen und Faschisten stark. Und dort, wo diese schier unaufhaltsam wachsen, werden die Hoffnung und der Optimismus erst recht abgetötet. So nährt sich der Negativismus aus sich selbst. Rutger Bregman, 38, will mit „Rückkehr der Hoffnung“ diese Spirale und diese Feedbackschleifen durchbrechen. Der niederländische Historiker und Bestsellerautor ist gewissermaßen der Spezialist für die zarten Pflanzen der Zuversicht. Nach seinen „Utopien für Realisten“ und seinem Starkmachen für eine optimistische Anthropologie („Im Grunde gut“ sei er, der Mensch), nun also „Die Rückkehr der Hoffnung“.
In vier Lektionen will er die Leserinnen und Leser dazu motivieren, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Diese vier Abschnitte folgen vier Lectures, die der Autor auf Einladung der BBC gehalten hat. Als guter Sohn eines Pastors, bemerkt er schon eingangs ironisch, wisse er natürlich, wie eine gute Predigt aufzubauen ist. Zunächst gelte es, die Notlage zu schildern, danach die Rettung zu beschwören und zuletzt für die Errettung zu danken.
So geht es auch in diesem kleinen Pamphlet nicht ohne in starken Strichen konturierten Negativismus: Es ist „die Zeit der Monster“. Wenn wir Geschichtsbücher lesen, die den Verfall von Imperien in die Dekadenz und den Untergang beschreiben, spüren wir eine beunruhigende Vertrautheit. Es ist ja nicht nur so, dass die ökonomischen Aussichten deutlich trüber sind als in früheren Epochen, Gewalt und Kriege um sich greifen, die liberalen Demokratien ins Wanken geraten und uns langsam das Ausmaß der Klimakatastrophe dämmert, die sich kaum mehr abwenden lässt; unsere Gesellschaften verfaulen „von innen heraus“.
Die besten Talente einer Generation arbeiten für die Finanzindustrie, die austüftelt, wie man die Reichen reicher machen und die anderen aufs Kreuz legen kann, oder sie machen Bullshit-Jobs in der Werbung oder verschwenden ihre Fähigkeiten bei der Programmierung von Apps und beim Gedanken, „wie man die Leute dazu bringen kann, Werbung anzuklicken“. Währenddessen können wir uns unser Pronomen aussuchen, aber die Wohnung nicht mehr bezahlen, und nehmen es hin, wenn Faschisten wie Trump regieren, bewaffnete Truppen auf den Straßen patrouillieren und „Menschen in Autos zerren“.
Hinterfragt eure Privilegien nicht, sondern nutzt sie – ruft Bregman. „Wir sollten Macht einsetzen, um Gutes zu tun.“
Falls das Ihre Hoffnung jetzt noch nicht wirklich sättigend genährt hat, so hat Bregman doch noch mehr im Köcher. Wann immer die Geschichte auf eine fortschrittliche Spur geriet, waren es Männer und Frauen, die oft gar keinen anderen Grund hatten als eine moralische Ambition. Sei es bei der Abschaffung der Sklaverei, bei weitreichenden sozialen und demokratischen Revolutionen. Und: Optimismus wäre auch in diesen früheren Zeiten weltfremd gewesen, denn nichts sprach dafür, dass diese „Utopien“ verwirklicht würden – bis sie verwirklicht wurden.
Eine „Verschwörung der Anständigen“ ruft Bregman herbei. „Wir brauchen politische Denkfabriken […]. Vor allem brauchen wir Beharrlichkeit.“ Und Aussteiger aus den „Zerstörungsfabriken“ des Silicon Valley, die ihre Talente und ihren Reichtum für das Gute einsetzen. „Viele der klügsten Köpfe in Stanford beteiligen sich an der Errichtung eines riesigen Molochs, einer Maschine, die unsere Aufmerksamkeit in Geiselhaft nimmt, unsere Konzentration aufzehrt, unsere Zeit stiehlt und uns stetig aushöhlt.“ Ihnen ruft er zu: Kehret um!
Dabei klingt er ein wenig wie die Propheten alttestamentarischer Art, die die Verkommenheit anprangerten, eine Umkehr forderten, ein moralisches Leben anmahnten. Weltfremd? Irreal? Gutgläubig? Nun ja, antwortet Bregman: Was Menschen oft das Wichtigste ist, ist Anerkennung. Die Aussicht auf Anerkennung kann auch die Privilegierten locken.
Was er ersehnt, ist eine große Allianz von Menschen, die unterschiedlich ticken, aber dann doch an einem Strang ziehen. Wir haben ja alles, um eine Welt von sozialer Sicherheit und Reichtum in vielfältigster Hinsicht zu erschaffen, sagt er: Wir setzen diese Ressourcen nur falsch ein und geben die Macht in die Hände von Schurken – denen wir dann viel zu oft auch noch zujubeln.
Der Zyniker, der ein wenig in uns allen steckt, mag Bregmans Klagsgesänge und feurigen Predigten womöglich für naiv halten. Aber die Zyniker, die immer erklären, warum etwas nicht funktioniert, sind bekanntlich die größten Feinde der Hoffnung.
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