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| Reihe | edition suhrkamp |
|---|---|
| ISBN | 9783518128695 |
| Erscheinungsdatum | 24.03.2026 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft |
| Verlag | Suhrkamp |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Die von Elon Musk ins Leben gerufene Abteilung für Regierungseffizienz, DOGE, war nur die Spitze des Eisbergs. In den letzten Jahren hat das Silicon Valley die Macht in den USA übernommen. Meta, Palantir & Co. bestimmen jetzt, wer reguliert, ja, wer regiert. Günstlinge der Tech-Milliardäre durchsetzen den Verwaltungsapparat. Energiepolitik wird fast nur noch für die Kryptobranche und KI-Startups gemacht. Und die anti-woke Agenda der Titanen münzt Trump eins zu eins in Dekrete um.
In Investorenmeetings und in Hörsälen, in Science-Fiction-Büchern, Fortpflanzungskliniken und in Sadomaso-Kellern spürt Adrian Daub dem nach, was für diese Konzerne, was für ihre Lenker, Dominanz bedeutet. Sie haben die Herrschaft an sich gerissen. Aber verstehen sie überhaupt, was herrschen ist?
| Reihe | edition suhrkamp |
|---|---|
| ISBN | 9783518128695 |
| Erscheinungsdatum | 24.03.2026 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft |
| Verlag | Suhrkamp |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |

Barbaba Tóth in FALTER 15/2026 vom 08.04.2026 (S. 19)
Der Deutsche Adrian Daub, Jahrgang 1980, ist seit 2013 Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Stanford University. Jener Uni, die zum Silicon Valley gehört. Er lehrt dort deutsche Literatur, aber gleichzeitig betätigt er sich auch als eine Art wissenschaftlicher Korrespondent aus dem Epizentrum der Tech-Herrschaft. 2020 veröffentlichte er einen Essayband mit dem Titel "Was das Valley denken nennt". Die Elon Musks und Peter Thiels dieser Welt wären gerne Genies, aber im Grunde sind sie nur erfolgreiche Nerds, die sich philosophisch aufpludern, so sein Fazit.
Jetzt hat Daub nachgelegt. "Was das Valley herrschen nennt" heißt sein Nachfolgewerk, der Fokus liegt diesmal auf den Mechanismen der Tech-Industrie. Dem Zusammenspiel von Venture Capital Fonds, Family Offices, Start-ups und der immer gleichen Erzählung, man säße auf dem nächsten großen Ding. "Die Erwartung andauernder Gewinne, unendlicher Potenzierung, eine Erwartung, die anderswo schnell (und korrekt) als Indiz für fehlende Seriosität gelten kann, sind hier seit Jahrzehnten Geschäftsprinzip", kritisiert er. "Silicon Valley verdankt seinen Erfolg nicht der Tatsache, dass es eine Ausnahme ist, sondern der Wahrnehmung, dass es eine darstellt." Eigenmarketing ist alles.
Die Pandemie traf das Valley hart, weil Kalifornien strengere Maßnahmen verordnete als anderswo. Es schlug die Stunde der Gewerkschaften, das ewige Abhängen am Campus war vorbei, stattdessen regierte das Homeoffice. Daub analysiert das als tief kränkenden Wendepunkt für die superreichen CEOs, waren sie doch "im Grunde genommen nur noch Unternehmer-Cosplayer" mit zu viel Tagesfreizeit, die ihren Karrierehöhepunkt schon mit Ende zwanzig hatten und jetzt Teil des Trump'schen Establishments geworden sind.
Am Ende sind sie nichts anderes als narzisstische, alternde Männer, die Angst haben vor dem Bedeutungsverlust. Und sie sind laut Daub vor allem eines: provinziell.

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