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| ISBN | 9783518427606 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 13.09.2017 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Suhrkamp |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem
Complete Manual of Suicide
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| ISBN | 9783518427606 |
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| Erscheinungsdatum | 13.09.2017 |
| Genre | Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945) |
| Verlag | Suhrkamp |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |

Julia Kospach in FALTER 41/2017 vom 11.10.2017 (S. 7)
Vom eingebildeten Ehebruch seiner Frau zutiefst gekränkt, folgt Gilbert Silvester, Unidozent und „Bartforscher im Rahmen eines Drittmittelprojekts“, einem abstrusen Impuls und nimmt den nächstbesten Flug nach Japan.
Gilbert ist ganz beleidigte Leberwurst und „dieses Japan mit seiner aufreibend langatmigen, äußerst kleinteiligen, ja niederschmetternd manierierten Teekultur“ ist durchaus kein Land nach seinem Geschmack.
Eine gutmütige Selbstgerechtigkeit schützt Gilbert vor Depression, mehr noch: Schnell findet er eine neue Mission. Er will es den alten Wandermönchen gleichtun, sich auf eine reinigende Reise zu berühmten Naturpilgerstätten begeben, immer die klassischen Reisebeschreibungen des japanischen Dichters Basho in Händen. Sein Ziel: wie Basho das Mondlicht über den berühmten Kieferninseln an der nordjapanischen Küste sehen. Seine Devise: „Konsequente Fußmärsche. Einfachste Quartiere. (…) Eine Haltung der Souveränität und Bedürfnislosigkeit.“
Das ist die herrlich skurrile Versuchsanordnung in Marion Poschmanns neuem Roman „Die Kieferninseln“. Poschmann, Jahrgang 1969, ist als Lyrikerin gleichermaßen erfolgreich wie als Romanautorin und gilt als eins der wesentlichen Aushängeschilder der deutschsprachigen Natur-Schriftstellerei. Der 2017 erstmals ausgeschriebene „Deutsche Preis für Nature Writing“ ging an sie.
„Die Kieferninseln“, mit dem sie auch auf der Longlist für den „Deutschen Buchpreis 2017“ stand, ist ein raffiniertes, äußerst leichtfüßiges und ungemein humorvolles Projekt der gegen den Strich gebürsteten Naturversenkung. Denn Gilbert Silvester, Poschmanns Haiku-dichtender Held, wird in seinem Vorhaben vielfach behindert.
Die schönsten japanischen Naturmonumente stehen längst auf Verkehrsinseln, alles zugebaut und einbetoniert, der Fuji bleibt im Nieselnebel verborgen, und ein lebensmüder, junger Japaner als Zufalls-Reisegefährte, welcher mithilfe eines seltsamen Handbuchs nach der besten Selbstmord-Locations sucht, erzwingt weitere Abweichungen vom Reiseplan. Eine gemeinsam mit diesem in einem beliebten Selbstmörderwald verbrachte Nacht beleidigt Gilberts geschmackssicheres ästhetisches Urteil endgültig. Die Szenen dort gehören zu den vielen komischen Höhepunkten von Poschmanns klugem, verspieltem Kurzroman.

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