
Sebastian Fasthuber in FALTER 13/2026 vom 25.03.2026 (S. 28)
Der Albtraum des Journalisten: Das Aufnahmegerät versagt den Dienst. Bevor er seinen betagten Mentor trifft, um ihn für eine Zeitschrift zu interviewen, fällt dem Ich-Erzähler das Handy ins Wasser. Ohne zu wissen, warum er so verfährt, täuscht er den Gesprächspartner, tut so, als würde das Gerät aufnehmen. Später rekonstruiert er das Interview aus dem Gedächtnis.
Vieles in dem kurzen, doch extrem assoziationsreichen Roman bleibt vage. Das ist typisch für Ben Lerner, der als neuer Wunderwuzzi der US-Literatur gilt. Die Anspielungen in "Transkription" reichen von Franz Kafka bis Alexander Kluge, an dem sich die Figur des Mentors orientiert. Über weite Strecken folgt das Buch der Logik von Träumen. Immer wieder gelingen Lerner Sätze von glasklarer Schönheit. Bei allem Kunstwollen liest sich das recht kurzweilig.


