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| Themen | Belletristik Biografischer Roman / Autobiografischer Roman |
|---|---|
| ISBN | 9783518433300 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 02.09.2026 |
| Größe | 21 x 13.3 cm |
| Verlag | Suhrkamp |
| Übersetzung | Eva Bonné |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
M ist Schauspielerin, eine globale Ikone und existiert längst öffentlich in unendlich vielen Bildern – in Rollen, Szenen, den Erinnerungen anderer. Das eigene Leben hingegen bleibt ihr die fremdeste Rolle. Zwischen ihr und der Erzählerin entspinnt sich ein faszinierendes Gespräch: über Sichtbarkeit und Rückzug, über die Zumutungen fremder Blicke und die Arbeit am Selbst. Während M sich als Material im Werk anderer begreift, misstraut die Erzählerin dem Film als Flucht in andere Leben. Aber zugleich sind sie beide damit beschäftigt, sich eine Identität zu entwerfen – aus Fragmenten, Projektionen, Verlusten. Mit jeweils dramatischen Folgen.
Wer oder was spricht da eigentlich, wenn wir sprechen? Und wie sehr verkörpern wir immer schon eine Fiktion, spielen eine Rolle? Das Leben der M ist ein staunenswertes literarisches Vexierspiel über Selbstentwürfe und die Frage, was unser Leben erzählbar macht.
| Themen | Belletristik Biografischer Roman / Autobiografischer Roman |
|---|---|
| ISBN | 9783518433300 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 02.09.2026 |
| Größe | 21 x 13.3 cm |
| Verlag | Suhrkamp |
| Übersetzung | Eva Bonné |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Jörg Magenau in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 23)
Bekannt wurde Rachel Cusk mit der „Outline“-Romantrilogie über ihr Leben als geschiedene Frau, Mutter und Schriftstellerin. Für sie ist es als Schriftstellerin zwingend – so verriet sie einmal in einem Interview –, „mich auf eine autobiografische Form zurückzuziehen, die sich den erfundenen, gefälschten Repräsentationen der Wirklichkeit verweigert“. Auch ihre Essays handeln von Familie, Ehe, Trennung.
In „Das Leben der M“ bringt sie die Elemente „Autobiografie“ und „erfundene Repräsentation der Wirklichkeit“ in eine neue, überraschende Anordnung. Die namenlose Icherzählerin hat als Schriftstellerin einiges mit Cusk zu tun. Doch die Memoiren, die sie sich zu schreiben vornimmt, sind nicht ihre eigenen, sondern die der Schauspielerin M., die ihrerseits meint, sie möge diese Autobiografie doch einfach erfinden.
Der Roman präsentiert also das erfundene Leben einer Berühmtheit, die überall erkannt wird und ständig eine Rolle spielt – auch als sie selbst. Wer ist man inmitten all der Selbstentwürfe, Fremddeutungen, Lebenslügen, Rollenwechsel? Das ist Cusks zentrale Frage.
Die beiden Frauen kennen und duzen sich. Doch M. ist – nach der Anfangsbegegnung – die Fiktion einer Icherzählerin, die ihre eigenen Konturen verwischt. Selbst ihre geschlechtliche Identität lässt sie im Unklaren, wenn sie von dem „Menschen, mit dem ich zusammenlebte“ spricht und in ein überpersönliches „Wir“ verfällt. Es endet damit, dass M., die mit der Autobiografie unzufrieden ist, fragt: „Bist du ein Mann oder eine Frau?“
Cusk spielt mit dieser Unschärfe. Allerdings ist der Blick auf Männer, auf männliche Körper und ihre Machtinszenierung dezidiert weiblich. Unbestimmt bleibt auch der Handlungsort. Die Großstadt, in der M. lebt und die vom erzählenden Wir durchstreift wird, könnte Paris oder London sein.
„Das Leben der M“ bietet keine lineare Handlung oder dramatische Entwicklung, ja nicht einmal Psychologie. Stattdessen gibt es einzelne Szenen als Momentaufnahmen der Prominentenexistenz: M. als Kinderstar in ihrem ersten Film. M. im Hotelzimmer. M. bei der Probe im Theater. M. am Flughafen. M. bei einer Konferenz oder als Talkgast eines literarischen Salons. Dabei geht es gar nicht so sehr um sie, sondern um die Analyse der jeweiligen Situationen.
Cusk ist eine brillante Analytikerin mit ethnologischem Interesse, das sich immer wieder dezidiert auf Leiblichkeit richtet und, mit M., auf das Verhältnis zum eigenen, älter werdenden Körper. Der ingenieurhafte Blick erinnert in seiner dezidiert technischen Erfassung von Gefühlen an Alexander Kluge. Die Wir-Form der Zwischenkapitel, in denen die Erzählinstanz bei sich bleibt, erinnert dagegen in ihrer stilistischen Verknappung und mit Sätzen, die häufig nur aus Subjekt, Objekt und Prädikat bestehen, an Agota Kristof.
Dieser Roman ist ein gelungenes literarisches Experiment, auch wenn Cusks Prosa sehr streng und statisch wirkt. Wer etwas zum Wegschmökern sucht, sollte die Finger davon lassen.
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