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| ISBN | 9783518586822 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 09.03.2016 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft |
| Verlag | Suhrkamp |
| Herausgegeben von | Jürgen Kaube |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Jede Organisation, und sei sie noch so behäbig, erfährt eine gewisse Erschütterung durch die Nachricht, dass ein neuer Chef oder eine neue Chefin ins Haus steht. Flurgespräche häufen sich, mit Wissensvorsprüngen wird gepunktet, Ungewissheit liegt in der Luft. Aber auch nach vollzogenem Wechsel gibt es Probleme, etwa wenn der, der »von oben« überwachen soll, »von unten« angelernt werden muss. Kurzum: Die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen ist kompliziert.
Niklas Luhmann hat sie unter die soziologische Lupe genommen und zeigt, wodurch sie strapaziert wird: durch Kommunikationsschwierigkeiten und Selbstdarstellungsinteressen, Rollenfindungsprobleme und Wertvorstellungsdissonanzen. Der Schatten des Vorgängers kann lang, der Einfluss innerbetrieblicher Cliquen schwer zu durchbrechen sein. Und über allem schwebt die Frage: Wer hat die Macht? Es ist, soviel ist sicher, nicht per se der Chef – vorausgesetzt, so Luhmann, die Untergebenen beherrschen die Kunst, ihren Vorgesetzten zu lenken. »Unterwachung« ist sein Stichwort und Takt das wichtigste Mittel zum Zweck. Aber Vorsicht: Wer es darin zur Meisterschaft bringt, der wird nicht selten – der neue Chef.
| ISBN | 9783518586822 |
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| Erscheinungsdatum | 09.03.2016 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft |
| Verlag | Suhrkamp |
| Herausgegeben von | Jürgen Kaube |
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Florian Baranyi in FALTER 21/2016 vom 25.05.2016 (S. 31)
Der neue Chef ist ein Problem. Gut, dass uns Niklas Luhmann, der Obersystemtheoretiker, die verschiedenen Konstellationen zwischen neuem Vorgesetzten und alter Organisation erklärt. Kommt der neue Chef beispielsweise von außen, steht er einer für ihn unstrukturierten Gesamtsituation gegenüber. Dafür ist dann jede Neuerung sein Verdienst. So etwas ist für die mächtigen Cliquen im Betrieb unter Umständen ärgerlich. Zur Sicherheit zeigt der Soziologe aber auch gleich, wie man den neuen Boss beeinflussen kann. „Unterwachung oder die Kunst, Vorgesetzte zu lenken“ nennt das Luhmann.
Noch nie war Organisationsanalyse so aktuell. Dabei handelt es sich um Nachlassüberbleibsel aus den 1960ern. Wegen seiner Nützlichkeit für das Verständnis jüngster Umwälzungen sei dieses Büchlein jedem SPÖ-Funktionär empfohlen. Und jedem Leser mit Chef und ohne Angst vor abstrakter Terminologie ebenso.

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