
Alfred Pfoser in FALTER 8/2026 vom 18.02.2026 (S. 30)
Der Essay "Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen" von Norbert Elias ist 1982 erstmals erschienen, nun hat der Suhrkamp Verlag ihn neu aufgelegt: Diesmal mit einem Vorwort von Didier Eribon, ebenfalls Soziologe, der in "Die Arbeiterin" über das Altern und Sterben seiner Mutter sinnierte.
Elias konfrontiert uns mit einer aufrüttelnden Botschaft: Kümmert euch weniger um die körperlichen Baustellen der Alten, tut mehr, um ihre Einsamkeit und Vereinzelung im letzten Stadium des Lebens zu lindern. Die technische Vervollkommnung der Medizin hat zwar das Leben drastisch verlängert, aber der Umgang unserer Gesellschaft mit der letzten Phase, dem Sterben, ist brutal, denn er besteht in Mechanismen der Aussonderung. Wir wollen damit wenig zu tun haben, denn der Anblick des Sterbens wirkt peinlich.


