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| Themen | Informatik und Informationstechnologie Informatik Künstliche Intelligenz (KI) Generative künstliche Intelligenz / generative KI |
|---|---|
| ISBN | 9783518588567 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 20.08.2026 |
| Größe | 22 x 14.6 cm |
| Verlag | Suhrkamp |
| Übersetzung | Andreas Wirthensohn |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Suhrkamp Verlag GmbH Torstr. 44 | DE-10119 Berlin info@suhrkamp.de |
Von den banalsten Anwendungen im Internet bis zu den gravierendsten in Kriegen: Künstliche Intelligenz ist aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Bisweilen erzeugt ihre Allgegenwart sogar das Gefühl, einer überwältigenden Technologie ohnmächtig ausgeliefert zu sein. KI als Schicksal? Nein, sagt der Ökonom Maximilian Kasy und zeigt in seinem augenöffnenden, ganz zugänglich geschriebenen Buch, dass künstliche Intelligenz weder undurchschaubar noch unkontrollierbar ist. Denn unser Leben mit KI wird nicht von Technik bestimmt, sondern von Menschen.
Um dies zu verdeutlichen, legt Kasy zunächst die Grundprinzipien dar, nach denen KI funktioniert. Dabei stellt sich heraus, dass sie weit weniger kompliziert ist als gerne behauptet. Sie ist jedoch heimtückisch, weil sie Ergebnisse nach den Wünschen ihrer Eigentümer zu steuern vermag. Fatal wäre es daher, wenn eine der folgenreichsten Technologien der Menschheit im Besitz von wenigen wäre, denen es primär um Profite und den Ausbau ihrer Macht geht. Das ist im Augenblick aber der Fall, und so ist es höchste Zeit, die Mittel der Prädiktion – Daten, Rechenleistung, Fachwissen, Energie – unter öffentliche demokratische Kontrolle zu bringen. Wenn es uns gelingt, die Ziele der KI am Gemeinwohl auszurichten, könnte unser aller Leben mit ihr ein gutes werden.
| Themen | Informatik und Informationstechnologie Informatik Künstliche Intelligenz (KI) Generative künstliche Intelligenz / generative KI |
|---|---|
| ISBN | 9783518588567 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 20.08.2026 |
| Größe | 22 x 14.6 cm |
| Verlag | Suhrkamp |
| Übersetzung | Andreas Wirthensohn |
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Robert Misik in FALTER 42/2026 vom 14.10.2026 (S. 18)
Die Diskurse um künstliche Intelligenz umgibt ein Gruseln, eine Angstlust. Aus der "simplen" KI, die mit einer unermesslichen Zahl an Daten und Texten aufgrund von Wahrscheinlichkeitsvoraussagen neue Dokumente erstellt, Bücher schreibt, die besten Therapien vorschlägt, Anwaltsschriftsätze herstellt, abendfüllende Spielfilme generiert, könnte eine "Superintelligenz" entstehen, wird gesagt. Womöglich rottet sie dann die Menschen aus, macht sich selbstständig, "bricht aus" aus ihrer digitalen Umgebung. Kann die Maschine sich gegen den wenden, der sie erschaffen hat - den Menschen nämlich?
Dystopien wie diese speisen sich aus Mustern kultureller Erzählungen, etwa der Frankenstein-Geschichte, vom Monster, von Menschenhand geschaffen, das sich gegen seinen Schöpfer stellt. Die KI-Diskurse sind zudem von der Eigenschaft geprägt, dass selbst der interessierteste Laie die Geheimnisse der Informatik nicht verstehen kann. Das ist eines der großen Probleme komplexer Wissensgesellschaften, das, was man "epistemische Abhängigkeit" nennt. Die Ingenieure erzählen uns etwas, noch dazu in einer Fachsprache, die wir kaum verstehen können -und zugleich sind wir genötigt, ihnen zu glauben.
Maximilian Kasy, einer der aufstrebendsten österreichischen Mathematiker und Ökonomen, der nach Stationen in Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Wirtschaftsprofessor in Oxford gelandet ist, hilft uns ganz ordentlich aus dieser Patsche mit seinem Buch "Die Mittel der Prädiktion"(zugegeben, im englischen Original klingt "The Means of Prediction" eindeutig besser in einem marxologisch geschulten Ohr).
Die Forschung und Entwicklung künstlicher Intelligenz wird von den Tech-Giganten vorangetrieben, die die ärgsten Monopole der Weltgeschichte entwickelt haben und ihre politische Macht benutzen, um sich jeder vernünftigen Regulierung zu widersetzen.
KI-Tools haben diverse negative Eigenschaften, so verdoppeln sie rassistische Voreingenommenheit, können soziale Ungleichheiten verstärken, Sprachmodelle sind darauf trainiert, uns recht zu geben, also uns eher nicht auf abwegige Gedanken zu bringen; sie sind mächtige Instrumente eines "Überwachungskapitalismus"(Shoshana Zuboff). KI-basierte Kriegsführung eskaliert schneller zu Vernichtungskriegen. Künstliche Intelligenz bedroht auch Akademikerjobs, sofern diese irgendwie routinisiert sind. Der Stromverbrauch der Datenzentren ist jetzt schon doppelt so hoch wie der von Ländern wie Deutschland.
Die großen Tech-Giganten führen auf den Social-Media-Plattformen vor, dass sie nicht davor zurückschrecken, Menschen mit Hilfe der Algorithmen in Depressionen und in Polarisierung und Wut zu treiben, wenn sie das einfach länger auf ihren Plattformen hält. Und die Oligarchen stehlen dabei Gemeinschaftsgüter, etwa das gesamte Wissen der Menschheit.
Dabei hat die KI natürlich unendliche Potenziale, uns reicher, unser Leben besser, unsere Jobs spannender zu machen. Aber wie immer, so macht Kasy deutlich, hängt das davon ab, ob man gesellschaftliche Kontrolle zurückgewinnt, die Algorithmen reguliert und die materiellen und immateriellen Gewinne gerecht verteilt.
"Technologie ist menschengemacht; sie ist keine Naturgewalt, mit deren Folgen wir einfach leben müssen." Eine "demokratische Kontrolle der Prädiktionsmittel" müsse das Ziel sein, so der progressive Starökonom.
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