Kindesaussetzung und Moral in der Antike

Jüdische und christliche Kritik am Nichtaufziehen und Töten neugeborener Kinder
404 Seiten, Hardcover
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Reihe Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte
Themen Philosophie und Religion Religion und Glaube Christentum
ISBN 9783525563984
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 09.12.2009
Größe 24.7 x 17 cm
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
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Brill Deutschland GmbH
Robert-Bosch-Breite 10 | DE-37079 Göttingen
productsafety@degruyterbrill.com
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Kurzbeschreibung des Verlags

Die Aussetzung neugeborener Kinder, für moderne Moral fraglos unmenschlich und grausam, kam in den antiken Gesellschaften rund ums Mittelmeer vor. Daraus kann allerdings nicht der Schluss gezogen werden, Kindesaussetzung sei in der Zeit der Antike ein ganz alltägliches Phänomen gewesen. Zum einen lässt sich über deren Häufigkeit aus der Distanz von mehr als zweitausend Jahren nichts Sicheres sagen. Zum anderen gab es eine namhafte Zahl an Texten antiker Schriftsteller, in denen Kritik an der Kindesaussetzung geübt wird. Die entsprechenden Quellen sind in der vorliegenden Studie erstmals gesammelt und vergleichend analysiert. Sie zeigen ein klares Bild: Antike Menschen empfanden eine Kindesaussetzung als der Natur widersprechend und als gottlos. Eltern, die derartiges erwogen, wurden als gefühllose, rohe Menschen bezeichnet. Im Bereich des Religiösen gab es Maßnahmen wie der Ausschluss vom Heiligtum für eine bestimmte Zeit oder das Bezahlen einer Geldstrafe. Und wenn es auch bis ins 4. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung kein explizit gesetzliches Verbot der Kindesaussetzung gab, so waren etwa die frühen Christen sicher, dass ein solches Tun dereinst am Ende der Tage bestraft würde. Die antike Kritik an der Kindesaussetzung ist Zeugnis für eine breite Ablehnung derselben in den antiken Gemeinschaften verschiedener Zeiten und Orte. Sie zeigt aber auch, dass Kindesaussetzung keine Praxis sog. primitiver Völker war, sondern dass dahinter meist konkrete Nöte wie Armut oder uneheliche Geburt standen.

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