flüchtig
Roman

von Hubert Achleitner

€ 23,70
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Verlag: Zsolnay, Paul
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Erscheinungsdatum: 25.05.2020


Rezension aus FALTER 22/2020

Hubert von Goiserns Romandebüt: Es fährt ein Volvo nach Irgendwo

Maria, 55, ist weg. Ganz plötzlich und ohne Abschiedsbrief. Zurück bleibt ihr 60-jähriger Gatte Herwig. Seinen Volvo hat sie mitgenommen, das gemeinsame Konto ausgeräumt. Die beiden -sie Bankangestellte, er Lehrer - sind seit Jahrzehnten ein Paar; ihre Liebe ist zur Zweckgemeinschaft geworden, von der sich Herwig durch die Affäre mit einer jungen Kollegin ablenkt.

Ohne Ziel fährt Maria Richtung Süden. Die Reiseleitung übernehmen der Zufall und die Autostopperin Lisa, die als Erzählerin durch "Flüchtig" führt, Hubert von Goiserns unter seinem bürgerlichen Namen Achleitner veröffentlichten ersten Roman. Vom Leben und der Liebe handelt er, vom Schicksal, von Enttäuschungen und dem Mut zum Risiko, von Spiritualität, Reiselust und ein bisschen auch von historischen Ereignissen, Politik und Musik. Die nicht lineare Erzählstruktur ist interessant, die Geschichte schön.

An der handwerklichen Umsetzung krankt "Flüchtig" aber. So hemmt Achleitners Lust an Ausschmückung und Abschweifung den Erzählfluss. Spielt etwa ein junger Mann Playstation, muss gleich auch Formel-1-Nerdwissen mitgeliefert werden. Leider neigt der Neo-Romancier auch zu verschwurbelter Sprache, die einfachen Sachverhalten durch umständliche Formulierungen mehr Bedeutung verleihen möchte. Anstatt "Maria wurde ungeplant schwanger" schreibt er: "Sie wollten an den fruchtbaren Tagen besonders vorsichtig sein. Doch Marias Körper hielt sich nicht an Regeln. Befreit von den regelmäßigen hormonellen Morgengaben, setzte das Ei nicht dann zum Sprung an, wenn es das hätte tun sollen, sondern nach eigenem Gutdünken, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis es klingelte."

"Flüchtig" ist ein passables Debüt. Durch ein beherzteres Lektorat wäre allerdings mehr drin gewesen.

Gerhard Stöger in FALTER 22/2020 vom 29.05.2020 (S. 26)


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