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| ISBN | 9783552059801 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 25.05.2020 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft |
| Verlag | Zsolnay, Paul |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München info@hanser.de |
„Das große Welttheater ist ein Ort, an dem die Welt sich neu erfinden kann.“ Philipp Bloms Analyse der gegenwärtigen Umbrüche
Wir leben in der besten aller Welten: Nie zuvor gab es so lange Frieden bei uns, nie waren wir so reich, so sicher. Diese Geschichten erzählen wir uns selbst. Was aber, wenn sie nicht der Wirklichkeit entsprechen? Wenn die Demokratien bröckeln, der Hass zwischen den sozialen Gruppen wächst, das Wirtschaftswachstum stagniert, die Gefahr einer Klimakatastrophe steigt? In seinem großen Essay zeigt Philipp Blom, wie es möglich ist, dass der Westen nicht trotz, sondern wegen Frieden und Wohlstand in einer Krise steckt. Nichts in unserer Vergangenheit hat uns darauf vorbereitet. Die Zeichen stehen auf Sturm, und der Kampf um die Zukunft wird auch ein Kampf der Geschichten sein, vor aller Augen, auf der Bühne des Welttheaters.
| ISBN | 9783552059801 |
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| Erscheinungsdatum | 25.05.2020 |
| Genre | Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft |
| Verlag | Zsolnay, Paul |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 | DE-81679 München info@hanser.de |

Gerlinde Pölsler in FALTER 26/2020 vom 24.06.2020 (S. 18)
Beherrscher der Welt? Na ja
Auch „Das große Welttheater“, das neue Buch des Philosophen und Historikers Philipp Blom, kreist um die Kraft von Ideen und Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Blom vergleicht die drohende Klimakatastrophe mit dem Beginn der Kleinen Eiszeit, der er ein früheres Buch gewidmet hat: Als sich Europa im 16. Jahrhundert um mehr als zwei Grad abkühlte, wussten die Menschen sich erst nicht anders zu helfen als mit alten Erklärungen. Sie sahen die Missernten, Hungersnöte und Epidemien als Strafen Gottes und warfen unzählige Menschen, vor allem Frauen, auf den Scheiterhaufen. Erst nach und nach lernten sie sich anzupassen: Sie schafften es, mehr Früchte aus dem Boden zu holen, verstärkten den Handel – und entdeckten die Wissenschaft.
Gegenwärtig, schreibt Blom, sei „die eskalierende Ausbeutung und Verpestung der Welt das Äquivalent zu den Hexenverbrennungen des 17. Jahrhunderts: Es ist der hilflose Aktivismus einer Zivilisation, die keine Alternative sieht“. Das eitle Bild von uns selbst als Krone der Schöpfung, dem die Erde untertan sei, sei offensichtlich nicht länger zu halten. Dennoch zeigten wir verzweifelt auf vergangene Erfolge, täten dasselbe wie bisher, ja noch mehr davon – vor lauter Ratlosigkeit, was an die Stelle der alten Ideen treten soll. Wir wissen nicht, welches Stück im großen Welttheater gespielt werden soll und wer die Akteure sein sollen.
Blom schrieb das Buch noch vor der Covid-19-Krise. Diese, so hat er seither in Interviews erklärt, habe dem Mythos der Alternativlosigkeit endgültig den Garaus gemacht.
Der Essay, eine Auftragsarbeit der Salzburger Festspiele zu deren 100. Geburtstag, ist eine Art Zeitdiagnose aus der Vogelperspektive. Er besticht weniger durch überraschende Erkenntnisse als durch eindringliche, poetische und zugespitzte Formulierungen. „So könnte Homo sapiens aus einer aufgeklärten Perspektive aussehen: ein Primat, der gelernt hat, sich selbst zu überschätzen, der sich selbst unendlich wichtig ist, aber nichts und niemand anderem.“ Das sitzt. gp
Philipp Blom: Das große Welttheater.

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