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| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
|---|---|
| Umfang | 144 Seiten |
| Genre | Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews |
| Verlag | Zsolnay, Paul |
| EAN | 9783552076211 |
| Sammlung | Signiert! Besser lesen mit dem FALTER - Die Bücher zum Podcast Folge 151- |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-7 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Falter Verlagsges.m.b.H Marc-Aurel-Straße 9 | AT-1011 Wien produktsicherheit@falter.at |
Nach »Über Leben und Tod« widmet sich Florian Klenk der Serienmörderin Elfriede Blauensteiner – ein intensiver Monolog auf Basis der Aussageprotokolle Elfriede Blauensteiner, bekannt als »schwarze Witwe«, wurde Anfang 1996 verhaftet und später wegen mehrfachen Mordes an Pflegefällen und Partnern verurteilt. Hier spricht sie in einer dokumentarischen Selbstaufzeichnung. Was man hier liest, ist kein Roman, kein Krimi, sondern ein aufgeschriebenes Leben. Hier wird ausgesagt. Aus Protokollen, Gutachten, Auskünften entsteht ein Monolog, der uns zwingt, unsere Vorstellungen von Schuld, Gerechtigkeit und Empathie neu zu justieren. Natürlich geht es darin um Schuld, aber nicht im juristischen Sinn. Ja, diese Frau hat Menschen ermordet. Aber wer mit sieben Jahren weiß, dass die eigene Mutter den Tod des Kindes mehr ersehnt als seine Gesundung, der entwickelt keinen Sinn für Moral. Es gibt Bücher, die lassen sich nicht weglegen. Nicht, weil sie unterhaltsam sind, sondern gerade, weil sie kaum erträglich sind. »Ausreden« ist ein solches Buch.
| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
|---|---|
| Umfang | 144 Seiten |
| Genre | Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews |
| Verlag | Zsolnay, Paul |
| EAN | 9783552076211 |
| Sammlung | Signiert! Besser lesen mit dem FALTER - Die Bücher zum Podcast Folge 151- |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-7 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Falter Verlagsges.m.b.H Marc-Aurel-Straße 9 | AT-1011 Wien produktsicherheit@falter.at |
Florian Klenk in Falter 1-3/2026 vom 2026-01-14 (S. 35)
Möchtest Du wissen, was alles in meinem Zimmer ist?" In einem alten Jagdschloss in Niederösterreich sitzt eine Frau und schreibt Briefe. Einmal mit der Hand, einmal mit einer Schreibmaschine. Die Adressatin: ihre Enkelin, ein kleines Mädchen. Die Anrede: zärtlich, umständlich, ein bisschen verschlagen.
Dann zählt sie auf: ein Fenster, ein Bett, drei Türen, eine davon absperrbar, eine Stellage mit Pflanzen, eine Pinnwand mit Familienfotos. Sie schreibt: "Schön, gell?"
Der Text klingt wie ein Urlaubsgruß aus dem Salzkammergut. Ist er aber nicht. Die Frau heißt Elfriede Blauensteiner, ihr Zimmer ist eine Zelle in der Justizanstalt Schwarzau in Niederösterreich.
Blauensteiner ist damals 69 Jahre alt. Sie sitzt im Gefängnis, weil sie Menschen ermordet hat. Jetzt hat sie ihre innere Ruhe gefunden, sie blickt auf die "vielen Nadelbäume" und "Singvögel" und schwärmt davon, "endlich ganz alleine" zu sein. Und "das ist schön".
Ihr letzter Brief ist datiert mit April 2000 und endet mit einem Versprechen: "Noch ein paar Jahre, Deine Großmutter kommt wieder. Ich weiß, ich werde 100 Jahre oder mehr."
Drei Jahre später ist sie tot. Elfriede Blauensteiner stirbt am 16. November 2003 an den Folgen eines Hirntumors.
Blauensteiner verriet ihren vier Enkelinnen in all ihren Briefen nie, warum sie eingesperrt wurde: Weil sie gebrechliche Menschen gequält, vergiftet, ermordet und bestohlen hat. Mindestens drei, vermutlich aber noch viel mehr Opfer mussten sterben. Zweimal verurteilte sie ein Geschworenengericht zu lebenslanger Haft. Einmal im Jahr 1997, einmal im Jahr 2000.
Der erste Prozess war ein nationales und internationales Spektakel, er wurde von den Medien monatelang mit Sonderserien begleitet und später in Filmen und Operetten inszeniert. Im Zentrum stand die Brutalität der "Gift-Witwe", ihre vermeintlich diabolische Erscheinung.
Was aber kaum thematisiert wurde, war der Umstand, wie diese Frau zur Mörderin werden konnte.
Wie war sie aufgewachsen? Wie wurde sie sozialisiert? Wie hat sie ihr eigenes Kind erzogen? Und wieso konnte sie jahrelang bei der Pflege von Menschen morden, ohne dass es irgendwem aufgefallen wäre.
Das waren die großen gesellschaftspolitischen Fragen, die man im Prozess gegen Elfriede Blauensteiner hätte stellen können, ja müssen. Die meisten Medien begnügten sich vor drei Jahrzehnten aber damit, vom "Hexenprozess" zu berichten, von der "Teufels-Oma".
"Viele Bussis an alle. Großmutter", so endet ihr letztes Schreiben. Eine der vier Enkelinnen von Elfriede Blauensteiner hat mir die Briefe gezeigt, archiviert wie Zeugnisse in einer Klarsichtfolie. Oma Blauensteiner hat Pumuckl-Comics und Teddybären-Sticker auf ihr letztes Schreiben gepickt.
Die Enkelin, eine ihrer Schwestern und deren Mutter Monika -Blauensteiners Tochter -sitzen mir nun an einem Sommertag im Jahr 2025 bei Knabbergebäck und Kaffee in einer freundlichen Wiener Altbauwohnung gegenüber. Ich erfahre, dass diese Frau ihre eigene Tochter marterte und ihre Enkelkinder das Fürchten lehrte.
So wie sie selbst seinerzeit gequält wurde. Und so wie ihr das Fürchten gelehrt worden war. Diese Wiener Dame, die einst im Kamelhaarmantel wie eine Diva in Spielcasinos stolzierte, um am nächsten Tag Tauben im Park zu vergiften - aber auch hilflos gemachte Männer.
Blauensteiners Tochter und deren Töchter bilden eine aufgeschlossene, dem Leben zugewandte und reflektierte Familie, der Vater ist erst vor kurzem gestorben. Sie verkörpern, wie ich erfahren werde, den Gegenentwurf zu jener Gesellschaft, in der ihre Großmutter sozialisiert worden war.
Ich habe die Nachkommen gefragt, ob sie mir für ein Gespräch zur Verfügung stünden. Glücklicherweise stimmten die Hinterbliebenen einem Austausch zu, der sich offen und differenziert gestaltete. Es war eine für mich ungewöhnliche Kontaktaufnahme, denn eigentlich haben mich Gespräche mit Angehörigen von Tätern nie interessiert.
Prozesse wie jener gegen Elfriede Blauensteiner weckten meine journalistische Neugier nicht. Mord und Totschlag - und seien sie auch noch so "raffi niert", wie das damals in den Zeitungen hieß - waren Stoff für den Boulevard, voyeuristisch, unpolitisch, gesellschaftlich letztlich irrelevant.
Doch dann, bei einem Besuch in der Ordination des befreundeten Wiener Gerichtsmediziners Christian Reiter -er hatte die Opfer Blauensteiners begutachtet, wir hatten einen Podcast über sie gestaltet -, stieß ich auf einen besonderen Akt. Ich konnte nicht aufhören, darin zu lesen.
Es waren Transkripte von Gesprächen, die die Gerichtspsychiaterin Sigrun Roßmanith in der Justizanstalt Josefstadt mit Blauensteiner im Jahr 2000 geführt und akribisch verschriftet hatte. Nicht nur der Inhalt zog mich in den Bann, es war auch die Sprache, die Roßmanith archivierte. Sie hatte Blauensteiners Redeweise wortwörtlich protokolliert, nicht summarisch, wie das damals üblich war.
Da sprach kein "Weibsteufel", sondern eine Frau, die ein Jahrhundert in sich trug. Die Protokolle waren ein Bekenntnis, ein innerer Monolog und zugleich lauter Ausreden.
Diese Protokolle erzählten nicht nur von einer geschundenen Frau, die zur Mörderin wurde. Sie erzählten auch von Österreich und von Wien. Vom Elend während der Zwischenkriegszeit und wie es die Menschen brutalisierte. Von einer durch Kriege verrohten Gesellschaft, in der die Schwachen die noch Schwächeren quälten. Und dieses Quälen setzte sich fort.
Roßmanith, damals 48 Jahre alt, war eine der wenigen Frauen in der von älteren Herren dominierten Justizszene, die überhaupt Verbrecherinnen explorieren durften. Sie hörte hin, wo andere nichts wissen wollten. Und sie dokumentierte, was keiner aufschrieb.
Sie arbeitete so akribisch, dass sie sich sogar eine Rüge des Richters einfing, wie sie mir erzählte.
Ich habe Sigrun Roßmanith für dieses Buch in ihrer Wiener Wohnung besucht. Die Tonbänder hat sie leider längst entsorgt, erzählte sie mir. Aber an die Gespräche erinnert sie sich noch heute. "Blauensteiner erzählte sachlich von ihrer Kindheit", sagt sie. "Kein Selbstmitleid. Keine Pose. Sie hat Armut und Gewalt erlebt. Und sie musste früh funktionieren. Sie hat, wie sie sagte, die Familie oft genug mitversorgt." Und dann war da noch etwas, das Roßmanith besonders auffi el: "Die Verschränkung von Nähren, Füttern, Pflegen - und Töten." Zwei Männer und eine Frau soll Blauensteiner getötet haben. Vermutlich war die Zahl ihrer Opfer weit höher.
Das Essen und das "Vollstopfen" beschäftigten Blauensteiner auch noch im Gefängnis, sodass sie es ihren Enkelinnen mitteilte. Sie wiege "schon 80 Kilo", klagt sie in einem Brief und zählt die ihr in der Haft gereichten Nahrungsmittel wie eine Ernährungsberaterin auf: Einmal im Monat kämen ein Paket mit Zucker und Tee und ein großes Glas Nutella. "Montags eine Orange, mittwochs eine Birne und eine Banane, donnerstags drei Äpfel." Frühstück: Striezel mit Butter. Zu Mittag Pizza. Abends Wurstsalat und Mannerschnitten. "Es ist genug für eine Woche." Sie schlinge alles in sich hinein.
Arbeit? Bewegung? Keine. "Nicht weil ich faul bin, nein, sicher nicht", schreibt sie. Stattdessen: Chorprobe -"Memory","Streets of London", "Wahre Freundschaft soll nicht wanken". Das Singen liebe sie. Nur das Englische falle ihr schwer.
Je tiefer ich in diese Briefe, Protokolle, Einvernahmen versinke, desto klarer wird mir: Elfriede Blauensteiner war keine Bestie, die "plötzlich durchdrehte". Sie handelte nicht im Burnout, wie andere Pflegerinnen, die dem Stress der Pflegearbeit nicht gewachsen waren. Sie war auch das Produkt eines kalten Jahrhunderts. Sie, die als Kind Opfer war -schwach, hungrig, gedemütigt -, ermächtigte sich und machte sich die Schwachen untertan. Nicht wegen einer psychischen Erkrankung. Sondern aus sadistischer Gier. Und diese Gier, so sehr sie uns abstößt, war wohl auch eine Spätfolge jener frühen Jahre voller Entbehrung und Angst.
Noch eine Fußnote entdecke ich in Blauensteiners Geschichte, vielleicht ist sie Zufall: Ihr Komplize, ein Wiener Rechtsanwalt, der damals ein gefälschtes Testament für sie aufsetzte, marschiert heute mit Neonazis, darunter der berüchtigte Gottfried Küssel, durch Wien. Verteidigt wurde der Anwalt seinerzeit vom ehemaligen FPÖ-Justizminister Harald Ofner. Und auch Blauensteiner wurde kurz von einem prominenten Mann verteidigt: Walter Rosenkranz, gegenwärtig Nationalratspräsident der Republik, ein Vertreter der FPÖ auch er. Damals war er Mitarbeiter in der Kanzlei ihres Strafverteidigers Rudolf Mayer.
Blauensteiners Nachkommen - ihre Tochter und zwei der vier Enkelinnen - haben einem Gespräch unter der Voraussetzung der Anonymität zugestimmt. Sie haben vieles verdrängt, sagen sie. Mutter Monika hat sogar das Grab der Mutter aufgelassen, die Kisten mit Fotos hätte das letzte Hochwasser in die Donau gespült. Die Nachkommen sagen, sie trugen lange die Scham in sich. Sie hätten Angst gehabt, dass sie ein "Mördergen" in sich tragen.
Die von mir mitgebrachten Protokolle, Blauensteiners Geständnisse, wollen sie nicht mehr lesen. Auch die Zeitungsberichte blättern wir nur flüchtig durch. Dabei zeigen sie sehr eindringlich, wie die Boulevardmedien damals publizistische Sippenhaft übten.
Besonders ein Artikel hat sich unauslöschlich in das Gedächtnis der Nachkommen eingebrannt: Er erschien am 14. Jänner 1996, vor genau 30 Jahren, und schleppte die Enkelkinder Blauensteiners -damals allesamt Schülerinnen - auf den medialen Scheiterhaufen ihrer Großmutter. Eine der Enkelinnen sagt, dieser Text verfolge sie bis heute.
Verfasst wurde der Beitrag von einer damals äußerst populären, gefühlsbetonten Reporterin der Kronen Zeitung, die sich wie eine Stalkerin an die Familie heranpirschte.
Sie klopfte an die Tür der von ihr so bezeichneten "Prachthütte", ein Haus, das, so hieß es weiter, auch in Schöner Wohnen Platz hätte finden können. Die Mutter war nicht zuhause. Drei Mädchen - damals 13,14 und 15 Jahre alt -öffnen die Tür, wie die sieben Geißlein im Märchen.
Die jüngste Tochter, acht Jahre alt, war nicht daheim. "Drei muntere Mädchen öffnen uns die Tür", erzählte die Reporterin ihren Lesern, "nein, der Papa ist noch nicht da", eröffneten ihr die arglosen Kinder. Ob denn den Eltern was zugestoßen sei? Die Reporterin fragte sich: "Soll ich den Kindern sagen, dass ihre Oma als mutmaßliche Massenmörderin verhaftet wurde?"
Sie tat es, und sie hängte den Kindern eine Mitverantwortung, ja ein Mitwissertum um, subtil, aber doch verständlich für jeden. Und dann outete sie die Familie.
Die Kinder würden in einer -damals namentlich genannten -Schule unterrichtet, der Vater besitze ein namentlich genanntes Geschäft in Wien. Die Kinder redeten natürlich "wild durcheinander von der Oma Blauensteiner". Nein, sie wussten auch, "was für eine feine, elegante Frau sie sei, immer mit Pelzen und Schmuck, wie viel Geld sie gehabt habe, wie viele Geschenke sie ihnen gemacht hat".
Niemand, auch die Kinder nicht, hätte sich gewundert, woher das Geld kam? Nicht explizit, zwischen den Zeilen aber sehr wohl, äußerte die Reporterin einen schweren Verdacht: Sowohl Blauensteiners Tochter als auch ihre Kinder hätten von den Morden wissen müssen oder zumindest wissen können. Sie hätten sie dann doch verhindern können, oder?
"Aus Scham wird jetzt endlich Wut", sagt eine Enkelin, während wir gemeinsam in den Seiten blättern. Die Schlagzeilen der Kronen Zeitung erzählten damals eine einfältige Geschichte: "Wiener Weibsteufel in Haft","Der Weibsteufel hatte Helfer!","Das Geständnis des Weibsteufels","Ehemann sechs Jahre mit Gift gefüttert","Schon fünf Opfer eingestanden","Riesiger Schatz der Gift-Witwe" und so weiter.
Auf den Fotos wird Blauensteiner als Wiener Vorstadtschönheit der Neunziger präsentiert: elegant gekleidet, der Kamelhaarmantel aus dem Hause Adlmüller, hohe Lederstiefel, das Haar toupiert und blondiert.
Das einzige Lebewesen, das ihr je unter der Hand gestorben sei, so zitieren die Berichterstatter damals Blauensteiner, sei ihr Kanarienvogel gewesen. Er sei "beim Baden ertrunken".
Doch der "Burli", der damals starb, war kein Vogel, sondern Alois Pichler, ein "Postbeamter im Ruhestand", der per Inserat in der Lokalpresse ("Witwer vom Staatsdienst im Ruhestand, alleinstehend, römisch-katholisch, 75, 1,65, Neues Haus in herrlicher Lage nahe Göttweig, Wachau. Führerschein erwünscht.") nach einer Frau suchte, die ihm Gesellschaft leistete, ihn pflegte, fütterte und auch sonst verwöhnte.
Er nannte sie liebevoll "Mäderl", sie verachtete ihn und nannte ihn "Burli". Sein kleines Haus, das sie als "Anwesen" bezeichnete, sei zwar wunderschön gewesen, erklärte sie später, doch der "kleinwüchsige Pichler" habe mit seinen "hervortretenden Basedow-Augen" und "den Folgen seiner Kinderlähmung" erschreckend gewirkt.
Er habe Sex verlangt, den sie jedoch zurückwies. Als sie erfuhr, dass Pichler per Inserat auch andere Frauen kontaktierte und damit ihr Platz als potenzielle Erbin in Gefahr geriet, schmiedete sie ihren Plan.
Sie schwächte ihn mit Euglucon, einem Blutzuckersenker, den sie ihrer Ärztin abgeschwindelt hatte. Das geschmacksneutrale Pulver rührte sie ins Grießkoch und in den Milchkaffee. Anschließend wickelte sie ihn, unterzuckert und geschwächt, wie er nun war, in eiskalte Tücher, die sie in der Gefriertruhe einlagerte, und schob sein Bett ans offene Fenster, damit er sich erkältete.
Nachts ließ sie ihn, benommen und verwirrt, über den Boden kriechen - so lange, bis seine Knie und Ellbogen aufgeschürft und blutig waren. Pichler, so erzählte es Blauensteiner später, blutete sogar aus dem Mund. Schließlich hievte sie den Unterkühlten in die Badewanne, um Blut und Kot von seinem Körper zu waschen. Sie duschte ihn mit warmem Wasser, schrubbte seinen Kopf, solange bis sein Kreislauf versagte, er in sich zusammensackte und starb.
Ihr Anwalt, Harald S., unterstützte sie dabei -in der Erwartung, später die Hälfte des Hauses zu kassieren. Er fälschte das Testament des "Burli" und setzte Blauensteiner als Alleinerbin ein. Am 12. Jänner 1996 gestand Blauensteiner eine Serie an Morden.
In nüchternem Ton, "nach reiflicher Überlegung meiner Lage". Sie habe Alois Pichler "in zwei Angriffen insgesamt fünfzig Tabletten Euglucon verabreicht. Die Absicht war, ihn gesundheitlich so weit zu schädigen, dass er ins Krankenhaus kommt und völlig auf meine Pflege angewiesen ist".
Es wird nicht der einzige Mord bleiben, den sie gesteht.
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