In Putins Kopf

Logik und Willkür eines Autokraten
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Kurzbeschreibung des Verlags:



Wer die Gefahr durch Putin besser einschätzen will, sollte dieses Buch lesen.


Putins Angriffskrieg auf die Ukraine hat alle überrascht. Dabei waren seine Ziele schon viel länger erkennbar. Zum Neujahrsempfang 2014 schenkte Putin seinen 5000 wichtigsten Beamten drei vielsagende philosophische Werke. Der französische Philosoph Michel Eltchaninoff entwickelt daraus eine hellsichtige Analyse von Putins Denken. Mit einer kruden Mischung aus Logik und Willkür und auf der Grundlage eines rückwärtsgewandten Weltbilds soll ein eurasisches Großreich unter russischer Hegemonie entstehen.
»Eltchaninoff beschreibt präzise die Wandlung Putins vom pseudoliberalen Pragmatiker zum zynischen Kriegsherrn und Propagandisten einer neuen großrussischen imperialen Idee.«
Die literarische Welt

»Eine intellektuelle Biographie dieses Profis der Maskierung.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die kleine Studie erklärt gut, in welchem geistigen Kräftefeld sich der russische Präsident bewegt. Natürlich ist Putin kein Intellektueller; er liest Bücher mit bewaffnetem Auge und nimmt sich je nach Weltlage die philosophischen Brocken, die er braucht.« Die Zeit

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FALTER-Rezension

Wladimir Putins Philosophen

An Büchern, die den Anspruch erheben, Wladimir Putin zu entschlüsseln, herrscht momentan kein Mangel -meist bleiben sie die Einlösung ihres Versprechens allerdings schuldig. Eine angenehme Ausnahme macht da (trotz des eher boulevardesken Titels) "In Putins Kopf" von Michel Eltchaninoff.
Der Chefredakteur des französischen Philosophie Magazine beschreibt darin, von welchen Denkern sich der Kreml-Chef inspirieren lässt und wie er sein politisches Handeln an deren Ideen ausrichtet. Es sind hierzulande weitgehend unbekannte Philosophen wie der christliche Existenzialist Nikolai Berdjajew (1874-1948), der Religionsphilosoph Wladimir Solowjow (1853-1900, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Chefpropagandisten des russischen Staats-TVs) oder Iwan Iljin (1883-1954). Letzterer, ein glühender Antikommunist und Nazi-Sympathisant, träumte im Schweizer Exil von einem faschistischen Putsch in der UdSSR und warnte vor einem vereinten Europa, das Russland zerschlagen und sich Regionen wie das Baltikum, den Kaukasus und die Ukraine einverleiben wolle.

Dass Putin diese Zwangsvorstellung vollinhaltlich übernommen hat, ist mehr als bloß Vermutung: 2014 verdonnerte er alle höheren Beamten und Politiker seines Landes zur Lektüre eines Sammelbandes mit Iljins Essays. Titel: "Unsere Aufgaben". In Reden nimmt Putin immer wieder Bezug auf seinen erklärten Lieblingsautor, für den er bereits 2009 auf eigene Kosten einen Grabstein hat errichten lassen.

Iljin ist aber nur einer von vielen Denkern, die Eltchaninoff zitiert. Dabei beschränkt er sich nicht darauf, anhand konkreter Beispiele ihren Einfluss auf Putin zu belegen - er schildert auch, wie dieser ihre Philosophie manipulativ instrumentalisiert. Dass das Buch bereits 2016 erschienen ist und nur hastig um ein aktuelles Kapitel ergänzt wurde, tut seiner Relevanz keinen Abbruch: Es führt vielmehr vor Augen, dass man viel von dem, was am 24. Februar losbrach, längst hätte voraussehen können.

Martin Staudinger in Falter 32/2022 vom 12.08.2022 (S. 22)

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Produktdetails
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ISBN 9783608501827
Ausgabe 3. Druckauflage, 2022
Erscheinungsdatum 01.04.2022
Umfang 224 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Format Taschenbuch
Verlag Tropen
Übersetzung Till Bardoux
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