Das Archiv der Träume

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:


»Willkommen im Haus von Machado. Treten Sie ein in den verbotenen Raum. Genießen Sie den Augenblick, wenn der Boden unter Ihren Füßen wegbricht.« Parul Sehgal, The New York Times
Das Archiv der Träume ist Carmen Maria Machados ganz persönliche Geschichte und literarische Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungen. Aber auch eine Geschichte des Heranwachsens und des sexuellen Erwachens im ländlichen Amerika.
Endlich scheint in den USA etwas in Bewegung zu geraten: Die gleichgeschlechtliche Ehe rückt in greifbare Nähe und Carmen Maria Machado stürzt sich in ihre erste große Beziehung zu einer Frau, die sich sehr bald als toxisch herausstellt. Kann man darüber schreiben, was wirklich passiert ist, und wenn ja, wie? Machado hat ihre Form gefunden. Mit jedem Kapitel durchschreitet sie ein anderes literarisches Topos: Gespensterhaus, Erotika, Bildungsroman. So entsteht ein Kaleidoskop, das sich genauso mit ihrer religiös geprägten Jugend wie den Stereotypen queerer Beziehungen oder popkulturellen Bezügen auseinandersetzt. Machado gelingt es, sich auf einzigartige Weise, voll Witz, Spielfreude und Lust am Ausprobieren, der harschen Realität von Gewalt in einer queeren Beziehung zu stellen. Am Ende steht ein fesselndes Buch, das die Grenzen autofiktionalen Erzählens sprengt und einmal mehr beweist, dass Machado eine der talentiertesten jungen literarischen Stimmen der USA ist.

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FALTER-Rezension

Wehe, du schreibst einmal darüber

Die US-Autorin Carmen Maria Machado (Jg. 1986) zählt zur Speerspitze der queeren Literatur. Ihre Texte richten den Blick auf den weiblichen Körper in einer von Männern geprägten Gesellschaft, dabei sind sie zugleich sinnlich, fantasievoll und hochreflektiert.

Der literarische Anspruch spiegelt sich in der Rezeption: Machados Erstling, der Erzählband "Ihr Körper und andere Teilhaber", war für den prestigeträchtigen National Book Award sowie 28 (!) weitere Preise nominiert, immerhin zehn davon gewann er. Ihr Romandebüt "Das Archiv der Träume" (Originaltitel: "In the Dream House") nimmt ein Thema ins Visier, das von Literatur wie auch Film bislang wenig behandelt wurde: Missbrauch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Es handelt sich um eine Autofiktion, erzählt wird Machados eigene Leidensgeschichte. Nach einer kurzen religiösen Phase in der Jugend und halbherzigen Versuchen mit jungen Männern geht sie relativ spät ihre erste Beziehung mit einer Frau ein. Beide sind angehende Schriftstellerinnen.

Nach einer traumhaft schönen ersten Zeit und großartigem Sex beginnt Carmens zierliche, blonde Freundin sie zu überwachen, zu manipulieren und wüstest zu beschimpfen. "Ich verbiete dir, jemals darüber zu schreiben", sagt sie eines Tages. Letztlich sollte sich Machado nicht daran halten - ein persönlicher Triumph.

"Das Archiv der Träume" geht jedoch weit über eine biografische Aufarbeitung hinaus. Das Buch ist eine hochgradig artifizielle Konstruktion. Die Autorin beleuchtet die toxische Beziehung in jedem der kurzen Kapitel aus einer anderen Perspektive, sie spielt literarische Formen vom Bildungsroman bis zur Gespensterhausgeschichte durch und unternimmt dazwischen gut dosierte Ausflüge in Literaturgeschichte und Erzähltheorie. Diese Exkurse stören überhaupt nicht, vielmehr bereichern sie das Buch sogar und lenken auch ein wenig davon ab, wenn im Kapitel davor wieder etwas Arges passiert ist.

Ein schauderhaft schönes Buch, samt amerikanischem Happyend als Draufgabe.

Sebastian Fasthuber in Falter 46/2021 vom 19.11.2021 (S. 36)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783608504507
Ausgabe 1. Aufl. 2021
Erscheinungsdatum 20.10.2021
Umfang 336 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Tropen
Übersetzung Anna-Nina Kroll
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