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| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre |
|---|---|
| ISBN | 9783630877921 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Größe | 20.6 x 13.1 cm |
| Verlag | Luchterhand |
| Sammlung | Romane für den Sommer |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Neumarkter Straße 28 | DE-81673 München produktsicherheit@penguinrandomhouse.de |
Das neue Buch des Schweizer Buchpreisträgers: eine Erkundungsreise ins unbekannte Land des Alters Der Mikrobiologe Paul Bálint feiert mit ehemaligen Kollegen in Paris seinen 80. Geburtstag. Er wird geehrt und spürt zugleich, dass die Feier auch ein Abschied ist. Er befindet sich, so sein Freund Steinberg, an der Schwelle zwischen dem „jungen Alter“ und dem „alten Alter“ – einer Phase, in der nichts mehr selbstverständlich ist und sich die Vergänglichkeit in allen Dingen bemerkbar macht. Doch statt sich nur mit dem Verlust zu beschäftigen, will Bálint die neue Lebensphase erkunden wie ein unbekanntes Land: Was bedeutet das Alter für den Körper, die Erinnerung, das Gefühl für das Selbst und die Zeit, für das Verhältnis zu den Mitmenschen, den lebenden wie den toten? Je mehr er sich mit dem Alter beschäftigt, desto deutlicher zeigt sich ihm ein Leben voller neuer Möglichkeiten. Es bietet ihm zudem die große Freiheit, sich ohne Rücksicht auf Konventionen und wissenschaftliche Regeln einen eigenen Reim auf die heutige Welt und ihre Veränderung zu machen.
| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre |
|---|---|
| ISBN | 9783630877921 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Größe | 20.6 x 13.1 cm |
| Verlag | Luchterhand |
| Sammlung | Romane für den Sommer |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Neumarkter Straße 28 | DE-81673 München produktsicherheit@penguinrandomhouse.de |

Sebastian Fasthuber in FALTER 22/2026 vom 27.05.2026 (S. 30)
Alle wollen alt werden, aber niemand will es sein. Alt -das sind höchstens die anderen.
Existenzdrittel durch. In Berlin zappeln bei nachmittäglichen Open-Air-Technopartys mittlerweile auch Ü60-Raver. Im Tourismus und in anderen Branchen sind die zahlungskräftigen Best Ager längst eine heftig umworbene Zielgruppe.
Wie man jung bleibt bzw. den Alterungsprozess möglichst lang hinausschieben oder gar stoppen kann, dazu gibt es unzählige Ratgeber. Ehrliche Bücher über das Älterwerden sind dagegen Mangelware.
Das Alter kann aber doch ein schöner Lebensabschnitt werden. Oder? Mit dieser vorsichtig optimistischen These im Gepäck hat die deutsche Musikerin und Autorin Christiane Rösinger, die zuletzt immer wieder als Bühnenpartnerin von Stefanie Sargnagel in Wien zu erleben war, ihre Nachforschungen zum Thema begonnen. Als Resultat liegt nun ein so kurzweiliges wie kluges Buch vor.
Der Titel "The Joy of Ageing" spielt auf den 1970er-Jahre-Bestseller "The Joy of Sex" an, der seinerseits an den US-Kochbuchklassiker "The Joy of Cooking" angelehnt war. Außerdem dachte Rösinger, Jahrgang 1961, an Susan Sontags Essay "The Double Standard of Ageing". Die US-Feministin kritisierte 1973, dass das Altern ungerecht verteilt sei. Für Frauen gehe es mit einer gesellschaftlichen Abwertung und Unsichtbarmachung einher.
Rösinger konstatiert: Das ist leider bis heute so. Anstatt daraufhin eine feministische Kampfschrift zu verfassen, ist sie es freilich pragmatisch angegangen. Sie hat sich neugierig unter ihren Freundinnen umgehört, wie diese mit dem Älterwerden klarkommen -und damit, dass sich am Dating-Markt fast nur noch grummelige Opas für sie interessieren.
Da ist Leslie, die nicht ohne Männer kann. Sie schlägt sich als "tapfere Beziehungsfrau" durch, wobei ihre Stimme immer noch wie bei einem Teenager ins unangenehm Piepsige kippt, wenn ihr aktueller Schwarm in der Nähe ist. "Die Stadtflüchtige" dagegen hat sich vor den Zumutungen der Männerwelt und der Großstadt zurückgezogen. Und "Die Hundefrau" lebt praktisch isoliert: "Ein Hund gibt, wie ein Kind, endlich die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen zu Hause zu bleiben. Es ist ein Aufgeben auf ganzer Linie."
In dieser Kapitulation erkennt Rösinger ein Potenzial. Nach dem Motto: Wer nichts mehr muss (und keinen Männern mehr gefallen will), ist endlich frei. "Und alt macht frei", schließt sie ihren Rundgang, der ein Potpourri aus Beobachtungen, Gesprächen, Recherchen und nicht zuletzt Selbsterlebtem enthält.
Am stärksten ist das Buch im zweiten Teil, wo die Autorin die schnoddrige Sprache etwas zurückfährt und sehr persönlich wird. Sie erzählt, wie sie vor mehr als 20 Jahren -mit nicht einmal 45 -zwei Schlaganfälle erlitt, und vom langen Weg zurück durch diverse Rehas.
Zum Glück sind ihr kaum Einschränkungen geblieben. Dafür hat Rösinger frühzeitig ihren Sinn fürs Altern geschärft. Am 25. und 26. September liest sie im Rabenhof aus ihrem Buch.
Den Übergang ins junge Alter, also wenn man die 60 überschreitet, hat Christian Haller, Jahrgang 1943, schon lange hinter sich. Der Schweizer Autor und Biologe taucht in seiner Novelle "Einfallende Dämmerung" in das sogenannte alte Alter ein. Das gibt es wirklich: Die Wissenschaft bezeichnet damit jenen Lebensabschnitt, der über 80 beginnt.
Zu seinem runden Geburtstag reist Paul Bálint wieder einmal nach Paris. Den Großteil seines Lebens hatte er als Mikrobiologe der Forschung verschrieben. Nun richtet ihm eine langjährige Kollegin und gute Freundin ein Festessen zum 80er aus. Es wird ein großartiger Abend. Und trotzdem stimmt er Bálint melancholisch: Er weiß, dass er eigentlich nicht mehr Teil der Wissenschaftscommunity und überhaupt allein ist.
"Einfallende Dämmerung" hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Bálint betritt bei seiner Rückkehr in die Schweizer Wohnung die "Kammer des alten Alters" neugierig und furchtlos, wie es sich für einen Wissenschaftler gehört. Er beginnt, seinen eintönig gewordenen Alltag zu untersuchen. Was er beobachtet, mag Zartbesaitete, die sich vor dem Alter fürchten, zwar trübsinnig stimmen. Es ist aber auch scharfsinnig.
"Es erscheine ihm", vertraut sich Bálint einem befreundeten Psychologen an, "als würden die gewohnten Geschehnisse nicht mehr kräftig genug sein, um bis zu der Wahrnehmungsschicht durchzudringen, die unsere Umgebung zu einer dichten, selbstverständlichen Wirklichkeit verbindet." Und: "Ich erlebe meinen Alltag oftmals als ein farbloses Abbild."
Ein paar Farbkleckse bringt die Bekanntschaft mit einer Studentin, mit der er sich gern zu Gesprächen trifft.
Das schmale Buch ist nicht zuletzt so lesenswert, weil der Text derart verdichtet ist. Christian Haller hat eine Sprache gefunden, um vom hohen Alter zu erzählen. Sie ist schnörkellos und prägnant, braucht kein schmückendes Beiwerk mehr.
Dieser Stil will nicht beeindrucken. Paradoxerweise erzielt er genau dieses Resultat.
In dieser Rezension ebenfalls besprochen:

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