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| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre |
|---|---|
| ISBN | 9783701313464 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 17.09.2026 |
| Größe | 21 x 14.2 cm |
| Verlag | Otto Müller Verlag GmbH |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Otto Müller Verlag Ernest-Thun-Straße 11 | AT-5020 Salzburg info@omvs.at |
In Jules Nächten rauscht es: im Babyphon, das den Schlaf ihres Kindes überwacht, vom Bach her, der unablässig am Haus vorbeifließt - und in ihrem Kopf, wo Fragen, Zweifel und Sorgen kreisen, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen: Was heißt es, Mutter zu sein in einer Gegenwart, die alles verlangt und wenig trägt? Jule und Elias haben ein Kind, das sich anders entwickelt als die meisten. Während das Umfeld ausweicht oder wegschaut, wächst in Jule eine leise Gewissheit, für die lange die Worte fehlen. Selbst innerhalb der Familie wird es zunehmend schwierig, eine gemeinsame Sprache zu finden - mit dem Kind, das nicht sprechen lernt, aber auch zwischen Elias und Jule. Elias ist da und doch entzieht er sich, gestützt von Strukturen, die ihn entlasten und Jule überfordern. Eine Diagnose gibt Jules Suche endlich eine Richtung. In digitalen Räumen findet sie, was im Alltag fehlt: Austausch, Resonanz, ein vorsichtiges Gefühl von Zugehörigkeit, und immer wieder die Erfahrung, nicht allein zu sein. Nachts nur das Rauschen ist ein intensiver Roman über die Widersprüche moderner Elternschaft und über Mutterschaft als Ort tiefer Verbundenheit und zugleich von Schuldgefühlen und Einsamkeit. Er erzählt von gesellschaftlichen Erwartungen, ungleich verteilter Verantwortung und strukturellen Hürden, die Familien formen. Eine Prosa von großer Nähe, die nicht beschwichtigt, sondern sichtbar macht. Intimes Porträt moderner Mutterschaft: von der Zerrissenheit zwischen Liebe, Überforderung und dem Wunsch, verstanden zu werden. Eine Familie auf der Suche nach Sprache: für ein Kind, das nicht spricht – und füreinander, wo Worte zunehmend fehlen. Eine leise, eindringliche und körperlich spürbare Erzählung über Elternschaft jenseits von Idealbildern.
| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre |
|---|---|
| ISBN | 9783701313464 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 17.09.2026 |
| Größe | 21 x 14.2 cm |
| Verlag | Otto Müller Verlag GmbH |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Otto Müller Verlag Ernest-Thun-Straße 11 | AT-5020 Salzburg info@omvs.at |
in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 12)
Jule ist einsam geworden. Die junge Mutter lebt mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind in einem Haus, an dem ein Bach vorbeifließt. Doch es ist nicht die Abgeschiedenheit des Wohnorts, die ihr zu schaffen macht, es ist vielmehr eine innere Einsamkeit, die sie quält.
Sie bemerkt mit wachsender Angst, dass ihr Kind sich anders entwickelt als die meisten Gleichaltrigen: Sitzen, Stehen, Gehen, Essen, Sprechen, Interagieren, alles fällt ihm schwer. „Es reagierte nicht auf die üblichen Reize, lernte so langsam und bescheiden, dass Jule nichts davon bemerkte“, schreibt die Salzburger Schriftstellerin Luka Leben in ihrem Debütroman „Nachts nur das Rauschen“.
„Heute weiß Jule, dass schon das Halten des Kopfes, das Atmen und Schlucken, gar das Saugen und Verdauen zu viel verlangt waren. Kinder wie ihres schaffen es meist nicht ohne Sonde, ohne Flasche und Therapie.“
Der Autorin ist mit diesem Roman ein Text voller Zärtlichkeit und Innigkeit geglückt. Schritt für Schritt begleitet sie Jule und ihre Familie – wobei der Mann den Namen Elias trägt, das Kind aber durchgehend nur „das Kind“ genannt wird –, wie sie sich in einer Situation zurechtfinden müssen, die sie alle in eine existenzielle Krise stürzt.
Während Elias sich immer weiter von Frau und Kind entfernt, sich in Podcasts flüchtet und Jule vorwirft, das Kind nicht „in den Griff zu bekommen“, kämpft Jule, Tag für Tag. Die Angst wächst mit der Ungewissheit. Was fehlt ihrem Kind, was hat sie falsch gemacht, vielleicht schon in der Schwangerschaft? Was, wenn sie niemals erfährt, welche Erkrankung es hat? Jule läuft von einer Untersuchung zur nächsten, eignet sich Fachvokabular an, sammelt Unterlagen. Selten kommt sie in dieser Zeit mit Menschen zusammen, bei denen sie Verständnis und Unterstützung findet.
Das ändert sich nach der Diagnose. Nach dem ersten Schock sucht Jule in Online-Foren nach Eltern in ähnlichen Situationen und findet mit ihrem Kind schließlich zum ersten Mal ein bisschen Ruhe in einem Reha-Zentrum.
Luka Leben beschreibt Schmerz und Erschöpfung sowie Liebe und Nähe, die auch ohne gesprochene Sprache und ohne herkömmliche Reaktionen entstehen können. Und dann gibt es auch diese Momente: „Als das Kind mit eineinhalb Jahren beim Zubettgehen seine flache Hand an ihren Arm legte, sich nach vorne beugte und sie auf das nackte Schlüsselbein küsste, glaubte Jule, sie träume.“
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