Soviel man weiss

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Kurzbeschreibung des Verlags:

„Wir überwachen zurück!“: Mit nächtlichen Überfällen versucht sich eine autonome Gruppe gegen die Allgegenwart von Kontrolle zu wehren. Noch sind sie nur mit Spraydosen bewaffnet, aber wieweit darf ziviler Widerstand gehen? Mirjam hat da so ihre Zweifel. Dann ist da noch Agnes, die der Untreue ihres Lebensgefährten mit einer App auf die Schliche kommen will, der Flüchtling Illir Zerai, den nach seiner Arbeit für den albanischen Geheimdienst nun der Verfolgungswahn plagt, und der Student Marek, der sich auf einer Party in eine Unbekannte verliebt. Sie alle wohnen im selben Mietshaus – und wie alle Nachbarn brauchen und misstrauen, bespitzeln und helfen sie einander. Doch irgendwann ist es an der Zeit, keine Angst mehr zu haben.

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FALTER-Rezension

Die Alt-Punkerin und der ewige Flüchtling

In der stillsten Stunde zwischen Nacht und Tag, wenn es sogar in der Stadt ruhig ist, schwärmen sie aus. Die Gesichter mit Masken bedeckt, lebt die Gruppe ihren Widerstand aus. "Wir überwachen zurück", sprayen sie auf den Boden vor einer Überwachungskamera. Aber sind das nicht Kindereien? Bräuchte es nicht Radikaleres, um dem System wehzutun? Der bunte anarchische Haufen will sich einen Nazi-Gastronomen vorknöpfen. Derweil bewegen die Bewohner eines Mietshauses in Favoriten ihre eigenen Probleme. Die Jungärztin Agnes verdächtigt ihren Freund der Untreue und versucht, ihm mit unkonventionellen Mitteln auf die Schliche zu kommen. Der verpeilte Anthropologiestudent Marek glaubt in einer Zufallsbegegnung ein Zeichen zu erkennen. Und Illir, der vor 40 Jahren aus Albanien geflohen ist, wird immer noch von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht.

Der österreichische Autor Florian Gantner legt mit "Soviel man weiß" einen bemerkenswerten Roman vor. Er greift wichtige Themen unserer Zeit auf, ohne zeitgeistig zu sein. Es geht um Überwachung und Bespitzelung, Vertrauen und Paranoia, um die Macht von Algorithmen, und wie sich diese vielleicht austricksen lassen. Die Fülle an Figuren ist zunächst zwar verwirrend -es gibt auch noch einen sehr bürgerlichen Revoluzzer, einen Tänzer aus Schlaflosigkeit und eine 40-jährige Alt-Punkerin. Anfangs sind sie nur vage gezeichnet. Im Laufe der Handlung gewinnen sie jedoch an Konturen, Farben, Ecken und Kanten. Nicht zuletzt ihre Widersprüche machen sie lebendig und liebenswert.

Mit dem Buch "O.M."(2018), einem wilden, halluzinatorischen Trip durch die Weltliteratur, bewies der Autor zuletzt schon sein Talent. "Soviel man weiß" hat er völlig anders angelegt. Der Ton ist bewusst lässig und nahe an der Alltagssprache. Dadurch wirkt dieser Roman, obwohl er sehr reflektiert ist und mit viel Sorgfalt konstruiert wurde, fast mühelos. Klugheit und Unterhaltung gehen in der Literatur nur selten so gut zusammen.

Sebastian Fasthuber in Falter 39/2021 vom 01.10.2021 (S. 32)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783701717484
Erscheinungsdatum 21.09.2021
Umfang 256 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Hardcover
Verlag Residenz
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