Opfermythen in Zentraleuropa

€ 36
Lieferung in 3-10 Tagen
-
+
Kurzbeschreibung des Verlags:

Postheroische Gesellschaften setzen nicht mehr ihren Helden Denkmäler, sondern ihren Opfern. Gleichzeitig interpretieren sie den Begriff Opfer nicht mehr religiös, er bezeichnet passives Erleiden und weniger einen bewussten Akt von Aufopferung und Hingabe. Was bedeutet diese Wendung des Motivs für zentraleuropäische Kulturen? Wodurch wird das Opfer-Motiv kulturell zugleich besonders attraktiv und gefährlich?
Die tatsächlich zu Opfern gewordenen Menschen prägen fast nie jene Mythen, die vordergründig von Opfer-Erfahrung erzählen. Opfermythen sind vielmehr Projektionsflächen: Sie entstehen, wo eine Gesellschaft die Erinnerung an eine Verlusterfahrung verallgemeinert. Durch die Identifikation mit der Figur des Opfers machen sich vorgeblich Machtlose zu denen, die zurecht Forderungen stellen. Im Extremfall eignen sich Gründungsmythen die Opferrolle an, deuten traumatische Erfahrung um und nehmen dem individuellen Opfer damit seine Geschichte. Wenn sich solche Opfermythen erst einmal im kollektiven Gedächtnis festgesetzt haben, sind sie kritischen Deutungen gegenüber äußerst resistent.

weiterlesen
Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783706911092
Erscheinungsdatum 10.02.2021
Umfang 292 Seiten
Genre Geschichte/Kulturgeschichte
Format Hardcover
Verlag Praesens Verlag
Herausgegeben von Lászlo Levente Balogh, Christoph Leitgeb
Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:
Jens Arndt
€ 26,80
Förderverein Weltkulturerbe Hellerau e.V.
€ 49,40
Johannes Bosch, Jakob Fesenbeckh, Katja Patzel-Mattern
€ 20,50
Marcus Hernig
€ 24,70
Städtische Sammlungen Kamenz
€ 5,20
Johannes Bornmann
€ 67,90
Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Friedegund Freitag
€ 36,00
Hans-Jörg Czech, Stiftung Historische Museen Hamburg, Bettina Probst, Mu...
€ 49,40