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| Themen | Geschichte und Archäologie Geschichte Besondere Ereignisse und Themen Sozial- und Kulturgeschichte |
|---|---|
| ISBN | 9783707609233 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 16.10.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Czernin |
| Vorwort | Dirk Stermann |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Czernin Verlags GmbH Kupkagasse 4/3 | AT-1080 Wien office@czernin-verlag.com |
Mit seinen kulturhistorischen Streifzügen eröffnet Peter Payer neue Perspektiven auf Wien. Er unternimmt Fahrten mit der Stadtseilbahn, besucht Hotels oder das legendäre Cabaret Renz, erkundet Naturdenkmäler und Eisfabriken sowie die Schützengräben im Prater. Neben biografischen Essays über den Historiker Raul Hilberg, den Filmregisseur Joseph Delmont und den Universalkünstler Friedensreich Hundertwasser nimmt uns der Autor diesmal mit auf Reisen nach Gmunden, ins Wiener Becken und ins Rax-Schneeberg-Gebiet.
| Themen | Geschichte und Archäologie Geschichte Besondere Ereignisse und Themen Sozial- und Kulturgeschichte |
|---|---|
| ISBN | 9783707609233 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 16.10.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Czernin |
| Vorwort | Dirk Stermann |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Czernin Verlags GmbH Kupkagasse 4/3 | AT-1080 Wien office@czernin-verlag.com |

Alfred Pfoser in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 41)
Viermal hat er bereits seine vergnüglichen Storys in Sammelbänden zusammengetragen, jetzt folgt ein fünfter mit neuen Geschichten. Peter Payer, seit Mitte der 1990er-Jahre als Historiker, Stadtforscher und Museumskurator tätig, will uns abermals in der Wahrnehmung des Stadtraums aufwecken, indem er uns 26 Lesehappen von sechs bis zehn Seiten anbietet. Gut so!
Auch das aktuelle Werk macht uns bewusst, dass wir Ignoranten sind, die für unsere Umgebung keine Augen haben, blind für tausend Dinge, die uns so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie schlicht übersehen: zum Beispiel die selten gewordenen Rollläden, die einst Furore machten, den riesigen Baum auf dem Luegerplatz, der dem Denkmal des antisemitischen Bürgermeisters die Schau stiehlt, oder die nur mehr in Rudimenten vorhandene Prachtarchitektur am Franz-Josefs-Kai.
Für den Autor gibt es keinen Ort, kein Haus, keine Straße, keine kleinen und großen Objekte, kein Stück Natur, über die sich nicht Geschichten und Geschichte erzählen ließen. Natürlich muss er eine Auswahl treffen und kann in der Kürze nicht in die Tiefe gehen. Dies tat er aber in umfangreichen Studien, die auch in Buchform vorliegen: etwa über den Gestank von Wien, die Abfallwirtschaft, die Bedürfnisanstalten, die Würfeluhren oder den Donaukanal.
Etliche Feuilletons im neuen Buch berichten über den Fortschritt, der sich im Triumph der Technik zeigte. Ein Lesestück lässt die Geschichte der Wiener Luxushotels vom „National“ (1848) bis zum „Intercontinental“ (1964) auferstehen, die mit ihren Innovationen (Bad, Lift, Telefon, Garage) und ihrem Komfort den Anbruch eines neuen Zeitalters vorführten.
Auch mit der Müllabfuhr lässt sich trefflich eine Geschichte des Fortschritts erzählen: Wenig bekannt ist, dass das Rote Wien in der Zwischenkriegszeit in Europa nicht nur wegen der Fürsorge-, Bildungs- und Wohnpolitik gerühmt wurde, sondern auch für seine Müllentsorgung. Diese wurde kommunalisiert und motorisiert. Wien führte das Coloniakübel-System ein, an Beleuchtungsmasten und Verkehrszeichen wurden flächendeckend Abfallkörbe montiert, am Rande der Stadt Mülldeponien entwickelt und erste Versuche mit Müllverbrennungsanlagen gestartet – allesamt Maßnahmen, die Wien als Vorzeigestadt der Hygiene ausweisen sollten. Die heute immer wieder gerühmte MA 48 hatte einen organisatorisch bestens aufgestellten Vorläufer.
Zur Geschichte gehören auch Verluste. So erinnert Payer an schon länger zurückliegende Betriebssperren wie die des legendären Nachtlokals „Renz“ in der Wiener Zirkusgasse (bis 2003), von dessen Glanzzeit heute nur mehr verschmutzte Fensterscheiben und ein devastierter Innenraum übrig sind. Noch weiter zurück geht es im Blick auf das stattliche Gebäude im historistisch-secessionistischen Stil an der Ecke Löwengasse/Paracelsusgasse, in dem einst mit Modesalons, einer Galerie und einem Verlagshaus Pariser Flair in Wien einziehen sollte. Seine Geschichte endete 1938 mit der „Arisierung“.
Payers Buch lässt sich auch als Aufruf lesen, in den rasend schnellen Auf- und Umbrüchen genauer hinzuschauen, denn, wie Nestroy lehrte: „Ja, die Zeit ändert viel.“ Im Blick auf die Zukunft verweist Payer auf Lehrer aus der Vergangenheit, etwa auf Friedrich Hundertwasser. Unermüdlich arbeitete dieser dem Verlust von Grünflächen entgegen: „Her mit der Baumpflicht für Städte!“ Heute kommt seinem Wirken, einst oft belächelt, so viel Aktualität zu.
Eigentlich lässt der Titel „Rund um Wien“ ja vermuten, dass es in diesem Buch um die Umgebung der Hauptstadt ginge. Ja, es gibt darin auch Ausflüge an den Traunsee oder entlang der Wiener Hochquellenwasserleitung an die Rax. Im Wesentlichen aber bleibt Payer seinem großen Thema treu: der Wiener Kulturgeschichte. „Vertrauensvoller als Peter Payer scheint mir da niemand zu sein“, so Dirk Stermann im Vorwort.

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