Ein Date mit deinem Gehirn

Wer die Hirnwelten versteht, braucht KI nicht zu fürchten
248 Seiten, Hardcover
€ 24,00
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ISBN 9783708808857
Erscheinungsdatum 16.03.2026
Genre Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft
Verlag Kneipp Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
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Kurzbeschreibung des Verlags



Gehirnforscher Damir del Monte
legt sein erstes Buch vor – und macht Schluss mit grauer Theorie: Er stellt das
Gehirn als Resonanzkörper
vor – empfindsam, plastisch, zutiefst menschlich. Mit
erzählerischer Wucht
und
wissenschaftlicher Präzision
führt er durch Evolution, Emotion und Bewusstsein.

Denn mehr denn je lohnt es sich zu fragen, was den Menschen eigentlich ausmacht.
Künstliche Intelligenz
beeindruckt mit Geschwindigkeit und Rechenkraft, aber sie kennt weder Bewusstsein noch Bedürfnis, weder Schmerz noch Scham. Sie hat kein Ich, keine Bindung, keine Geschichte. Das
menschliche Gehirn
aber fühlt mit, es ringt um Bedeutung.
Und gerade weil wir Maschinen erschaffen, die immer menschenähnlicher wirken, sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass sie – bei aller herausragenden Kompetenz – nur einen kleinen Teil unserer Fähigkeiten ersetzen werden.


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ISBN 9783708808857
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FALTER-Rezension

Gehirnforschung: Eine Reise in die Innenwelt

Andreas Kremla in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 32)

Hintergrundmusik, zum Beispiel, hören wir erst bewusst, wenn eine unerwartete Note kommt. Das Gehirn sei nämlich „ein Vorhersageorgan“, meint Damir del Monte: „Es erzeugt auf Grundlage vergangener Erfahrungen innere Modelle, um Zukünftiges zu antizipieren.“ Erst wenn die Realität von der Vorhersage abweicht, werden „energetisch teure Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsprozesse aktiviert“. Dissonanzen bringen uns dazu, unser Welterklärungsmodell zu aktualisieren. Damit erklärt der Hirnforscher neue Erkenntnisse seiner Disziplin: Das sogenannte Predictive Coding beschreibt, wie das Gehirn ständig Hypothesen generiert und an aktuellen Sinneseindrücken prüft.

Das ist nur eine Station einer Reise, die von unserem beobachtbaren Verhalten in die dahinterliegende Welt der neuronalen Steuerung führt. Oft geht es auch noch weiter in darunterliegende Sphären unserer Herkunftsgeschichte: Welchen evolutionären Vorteil hat es gebracht, dieses oder jenes Verhalten zu verstärken, welcher Hirnteil hat sich dabei entwickelt? Auch rätselhafte gesellschaftliche Zusammenhänge lassen sich da erklären; zum Beispiel, wie sich die Bedeutung männlicher Körperkraft änderte, sobald wir sesshaft wurden. Die Macht, die Siedlung zu beschützen und zu kontrollieren, wurde zu Grundpfeilern einer patriarchalen Gesellschaftsordnung.

„Unser Gehirn ist nicht nur ein Denkorgan, sondern vor allem auch ein soziales Organ“, streicht der Autor hervor. Motivation für Dienste an der Gemeinschaft und unsere sozialen Beziehungen nehmen viel Raum ein – sowohl im Hirn als auch im Buch. Genau darin sieht er auch den Weg zu einem guten Leben mit der künstlichen Intelligenz: „Rückbesinnung auf das, was uns im Lichte unserer Werte als Menschen auszeichnet: die Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Empathie, zur ethischen Verantwortung.“ Diese genuin menschlichen Eigenschaften wären es auch, die uns vor berechtigten Befürchtungen schützen. Die Gefahr der KI sieht Del Monte nämlich vor allem darin, dass sie durch ihre immer höhere Komplexität unser Leben verkompliziert statt vereinfacht – und uns die Kontrolle darüber immer schwerer macht. Gegenüber den sehr präzisen Erklärungen unserer natürlichen sozialen Fähigkeiten bleibt für die künstliche Intelligenz jedoch wenig Platz.

Der gelernte Psychologe und Mediziner Damir del Monte hat sich einen Namen als Wissenschaftsvermittler gemacht. Er lehrt und forscht an der Paracelsus Universität Salzburg mit den Schwerpunkten Neuroanatomie und Neurobiologie der Psychotherapie, nebst Lehraufträgen an weiteren Universitäten tritt er auch als Key Note Speaker für Fach- wie interessiertes Laienpublikum auf. Für die Vermittlung neurologischer Inhalte hat er die Encephalon GmbH gegründet, die nebst Erklärvideos und E-Learnings auch 3D-Modelle des Gehirns anbietet. Der Psychotherapie-Großmeister Gunther Schmidt hat ihn zu „Deutschlands Hirnerklärer Nr. 1“ geadelt, ein Orden, der auch stolz am Cover des Buches prangt.

Auch witzige Befunde im Laufe der Tour gehören zur Wissenschaftsvermittlung. Etwa wenn es um unterschiedliche Hodengrößen bei Primaten geht: Die „Treue des Weibchens“ gebe den Ausschlag. Denn wer, wie Schimpansenmännchen, fürchten muss, in der recht promisken Horde den Nachwuchs eines Konkurrenten großzuziehen, den habe die Evolution dann lieber mit ein paar Keimdrüsen mehr ausgestattet. Und das Menschenmännchen? Liegt im unteren Mittelfeld – dank eher treuer Partnerinnen. Was diese „durchaus delikate Angelegenheit“ nun mit dem Gehirn zu tun hat, bleibt offen. Ebenso wie die Sache mit den anderen Geschlechtern: „Die Fortpflanzung mittels Verschmelzung zweier Geschlechter“ bezeichnet del Monte als Erfolgsmodell der Evolution und meint „zu den vielfältigen Geschlechtsidentitäten, die heute verkündet werden […]: Die Evolution verfolgt keine politische Agenda.“

An manchen Stellen entsteht das Gefühl, das einen auf einer geführten Rundreise beschleicht, wenn man sich fragt: Müssen wir das jetzt auch noch anschauen – und ist wirklich alles so, wie er’s erzählt? Wie viele Fragen der Hirnforschung noch offen sind, wird hier kaum erwähnt. Diese Highlight-Tour stellt die Erfolge der Forschung plastisch und gut lesbar dar, nicht deren ungelöste Rätsel.

Am Ende hat man jedenfalls auf einem unterhaltsamen Parcours gut verstanden, wie unsere Umwelten die kognitive Innenwelt formten, um sie zum Schaltzentrum eines sozialen Miteinanders zu machen.

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