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| Themen | Ratgeber Familie und Gesundheit Ratgeber zu persönlichen, sozialen und gesundheitlichen Themen Ratgeber zu Tod und Trauer |
|---|---|
| ISBN | 9783708808918 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 24.09.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Kneipp Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
Über Tod und Trauer zu sprechen fällt vielen schwer – aus Unsicherheit, Angst oder Überforderung. Für Trauernde bedeutet das: Neben dem Verlust erleben sie oft auch Einsamkeit und Sprachlosigkeit.
»50 Fragen an die Trauer« setzt genau hier an. Das Buch versammelt verständliche, fundierte Antworten auf zentrale Fragen, die Trauernde selbst ebenso bewegen wie Menschen, die sie begleiten. Es greift auch besondere Situationen auf, etwa das Trauern von Kindern und Jugendlichen. Mit ihrem großen Erfahrungsschatz und vielen praktischen Impulsen helfen Sylvia Brathuhn und Rainer Simader, Erlebtes einzuordnen,Worte zu finden und den Alltag im Verlust besser zu verstehen.Ein Buch, das Gespräche möglich macht, und dafür sorgt, dass Trauernde sich gesehen, gehört und gehalten fühlen.
| Themen | Ratgeber Familie und Gesundheit Ratgeber zu persönlichen, sozialen und gesundheitlichen Themen Ratgeber zu Tod und Trauer |
|---|---|
| ISBN | 9783708808918 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 24.09.2026 |
| Größe | 21.5 x 13.5 cm |
| Verlag | Kneipp Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
Andreas Kremla in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 44)
Man wacht morgens auf – und keiner sagt ,Guten Morgen‘ […] Man kommt abends nach Hause und ist allein.“ In Gesprächen mit trauernden Menschen falle oft auf, dass sie nicht in der Ich-Form sprechen, sondern mit „man“ verallgemeinern. Vielleicht, um ein wenig Abstand zu gewinnen zu einer Erfahrung, die sich noch schwer als eine des eigenen Ichs sehen lässt. Solche minutiösen Beobachtungen sind es, die das Buch ausmachen, das zwei erfahrene Unterstützer auf dem Weg aus der Trauer zurück ins Leben geschrieben haben.
Sylvia Brathuhn hat Pädagogik und Philosophie studiert und arbeitet als Trauerbegleiterin, Trainerin und Supervisorin; sie hat schon mehrfach zu Trauer und Krisen publiziert. Rainer Simader leitet nach Jahren als Physiotherapeut in der Sterbebegleitung seit 2019 die Ressorts Bildung und Diversität bei Hospiz Österreich. Gemeinsam geben sie die Zeitschrift Leidfaden. Fachmagazin für Krisen, Leid, Trauer heraus.
50 Fragen, die sich den beiden bei ihrer Arbeit stellen, haben sie hier zusammengetragen: solche, die dem existenziellen Schmerz entspringen wie „Warum hält die Welt nicht an, warum machen alle weiter, als sei nichts geschehen?“ oder „Wird es jemals wieder gut?“. Später schlägt oft das Gewissen zu: „Gestern habe ich gelacht und mich unbeschwert gefühlt. Muss ich mich deshalb schuldig fühlen?“ Aber auch ganz pragmatische Fragen im Trauerprozess finden sich im Buch wieder: „Kann Künstliche Intelligenz mich in meiner Trauer unterstützen?“ oder „Darf ich vor (m)einem Kind weinen?“ Und nicht zuletzt gibt es Hinweise und Ansprechstellen für professionelle Hilfe, in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Auf alle Fragen gibt das Autorenduo einfühlsame Antworten. Zeitweise zitieren sie auch Studien, etwa dazu, dass Trauer besonders belastet, wenn sie im Umfeld zu wenig anerkannt wird.
Vor allem stehen ihre Wegweiser aber auf dem Fundament ihrer offensichtlich ebenso breiten wie tiefen Erfahrungen – inklusive Dutzender Fallbeispiele. Wir treffen Elvira, die ihren erwachsenen Sohn verloren hat und nun versucht, weiter zu funktionieren, obwohl in ihr „alles stehen geblieben“ ist. „Das Leben meiner Mutter in Säcken“ kann Irmgard nicht ertragen, als sie Kleider der Verstorbenen entsorgt. Der zehnjährige Jonas darf auch wütend darauf sein, dass sein Vater ihn verlassen hat. Und Erik findet gemeinsam mit den Freunden seines verstorbenen Sohnes eine kreative Lösung, wie er dessen Zimmer weiterverwenden kann, ohne sein Andenken aufzugeben.
Brathuhn und Simader wenden sich explizit an Menschen, die nach einem Verlust Hilfe im Umgang mit ihrer Trauer suchen – ein Ratgeber also. Oder? Als Sachbuchrezensent erlebt man immer wieder, dass ein Werk, das antritt, Wissenschaft zu vermitteln, im Laufe des Lesens immer ratgeberischer wird, die Autoren immer mehr Persönliches erzählen oder mit „Tipps“ ins Leben der Lesenden eindringen.
Hier geschieht das Gegenteil: Wo klar draufsteht, dass es um Ratschläge für eine spezifische Lebenssituation geht, ist plötzlich viel mehr drin. Ohne es zu intendieren, betreiben die Autor:innen selbst Forschung – nicht im Sinne quantitativer Untersuchungen an großen Stichproben, sondern im Sinne klarer Fragestellungen, die sie aus ihren zahlreichen Fallbeispielen empirisch beantworten. Durch die Präzision der Fragen und die breite Erfahrungsbasis, auf der die Antworten stehen, könnten die Ergebnisse zumindest teilweise als verallgemeinerbar gelten – und somit als explorative Forschung anhand von Fallstudien.
In der sanften, mit reichlich Erfahrung unterfütterten Welt der beiden Trauerbegleiter scheinen nicht nur Menschen gut aufgehoben, die nach einem Verlust den Weg zurück in die Welt der Lebenden finden wollen. Auch wer wissen will, wie Trauer funktioniert und was sie alles mit sich bringt, findet hier zu diesem oft verschämt behandelten Thema präzise, schlüssige Antworten.
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