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Kurzbeschreibung des Verlags
Wolfgang Kos erzählt das 20. Jahrhundert in 99 besonderen Liedern. Der historische Scheinwerfer richtet sich auf Zeitstimmungen, Lebensbedingungen und Moden ebenso wie auf kollektive Sehnsüchte, Ängste und neue Ideen, die
mittels Songs unter die Leute kamen. In den Songs spiegeln sich Armut und Wohlstand, Konsum träume und Weltschmerz, gesellschaftliche oder Generationskonflikte.
Songs „wirken“, weil sie emotionale Identifikation bieten und unmittelbarer als andere Kulturmedien ihre Zeit und ihre Welt auf den Punkt bringen.
Auch wenn überlebensgroße Songs aus Rock und Pop im Zentrum stehen, wird ein weites Spektrum aufgespannt: Von den frivolen Schlagern der Roaring
Twenties zu Musical und dem „American Songbook“, von Widerstandsliedern bis zu übermütigen Tanzsongs der neuen Zielgruppe Teenager. Ein opulenter Wegweiser zu permanent wechselnden Welten und Zeiten.
Vor seiner Zeit als Direktor des Wien Museums prägten popkulturelle Phänomene das Berufsleben des Historikers und Journalisten Wolfgang Kos. Aber eigentlich hing bei ihm das eine mit dem anderen immer zusammen. Der „Musicbox“-Mitbegründer war stets Museumsmensch, seine langlebigste Radiosendung hieß nicht umsonst „Popmuseum“.
Mit dem vorliegenden großformatigen Band versucht er nun „Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts“ zu erzählen. Im Grunde funktioniert „99 Songs“ wie ein Museum der Popkultur, durch das man sich lesend bewegt. Kos greift dafür zeittypische und besonders einflussreiche Exponate heraus und porträtiert sie aufgrund ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Hervorzuheben sind in der Hinsicht etwa der Beitrag über das von Hermann Leopoldi und Fritz Löhner-Beda verfasste „Buchenwaldlied“ („Singen im KZ“) oder über „Lili Marleen“ („der größte Hit des Zweiten Weltkriegs“) und die Frage, ob dessen Erfolg den Nazis zu verdanken ist.
Die Auswahl der Songs stellt bei einem solchen Vorhaben naturgemäß den Punkt dar, an dem jeder Leser etwas auszusetzen haben wird. So auch der Rezensent. Warum finden gleich drei Dylan-Stücke Einzug in Kos’ Kanon? Wieso fehlen Michael Jackson und Prince dafür ganz? Hatten ihre Songs keine gesellschaftliche Wirkung und historische Relevanz? Ist der Wirtschaftswunder-Schlager „Ananas aus Caracas“ wirklich ein Jahrhundertlied? Und welche Bedeutsamkeitsmaßstäbe werden herangezogen, wenn „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ (tourismushistorisch eh interessant) vier Seiten gewidmet werden, einem Klassiker des Great American Songbook wie „As Times Goes By“ aber nur zwei?
Kos ist ein interessantes Buch geglückt, das schön ausschaut und sich über weite Strecken auch mit Gewinn lesen lässt. In manchen Songporträts
gelingen ihm Tiefenbohrungen, die Textinterpretation und zeithistorische Analyse schlüssig verknüpfen. Immer schafft er das nicht, mitunter reiht er auch nur routiniert Fakten und Schnurren aneinander.